Die Aufgabe will sieben Namen. Jeder Name steht für ein Teilgebiet der
Betriebswirtschaftslehre (kurz BWL). Jedes dieser Teilgebiete befasst sich mit einer
Branche, zum Beispiel mit den Banken.
„Nennen“ heißt: aufzählen. Eine Erklärung verlangt die Aufgabe nicht. Laut Deckblatt
entspricht die Punktzahl der geplanten Bearbeitungszeit. Die Klausur dauert 120 Minuten und
hat 120 Punkte: Ein Punkt ist also etwa eine Minute. Für 3 Punkte haben Sie etwa 3 Minuten.
Das reicht für eine saubere Liste.
Damit Sie die sieben Namen nicht nur auswendig lernen, sondern verstehen, geht dieser
Lösungsweg weiter als die Klausur:
- Einordnen: Was ist allgemeine und spezielle BWL? (Schritt 1)
- Was ein Wirtschaftszweig ist. (Schritt 2)
- Warum jede Branche eine eigene Lehre braucht. (Schritt 3)
-
Die sieben Lehren einzeln, in drei Gruppen, jeweils mit Beispielen. (Schritte 4 bis 10)
- Die Antwort, wie sie auf dem Papier stehen sollte. (Schritt 11)
Merke: Alle sieben Namen sind gleich gebaut: Branche + „betriebslehre“. Wer sieben
Branchen kennt, kann die Namen bilden.
allgemeine BWL: gilt für jeden Betrieb · spezielle BWL: ein Ausschnitt
Ein Betrieb ist eine Einheit, in der Menschen Sachgüter (Dinge wie Brötchen oder
Autos) oder Dienstleistungen (etwa einen Kredit oder eine Hotelübernachtung) herstellen
und an andere abgeben. Beides zusammen nennt die BWL Güter. Die BWL ist die
Wissenschaft davon, wie ein einzelner Betrieb wirtschaftet: wie er plant, entscheidet und
rechnet.
Die BWL hat zwei große Teile:
-
Die allgemeine BWL behandelt Fragen, die sich jedem Betrieb stellen. Die Branche
und die Größe spielen keine Rolle. Beispiel: Wo ist der beste Standort?
-
Die spezielle BWL geht in die Tiefe. Sie nimmt sich einen Ausschnitt vor und
untersucht seine Besonderheiten. Beispiel: Was ist an einer Bank anders als an einer
Fabrik?
Im Bild oben stehen beide Teile, jeder in einem eigenen Kasten. Die Aufgabe fragt nach
Lehren der speziellen BWL.
Aus Aufgabe 1 („Sachfunktionslehren: die spezielle BWL nach Aufgaben im Betrieb“):
Dort steht dieselbe Einteilung ausführlicher. Aufgabe 1 fragt nach der ersten Spalte der
speziellen BWL, diese Aufgabe nach der zweiten.
Wirtschaftszweig = Branche
Die spezielle BWL wird auf drei Arten in Teilgebiete zerlegt. Jede Art stellt dem Betrieb
eine andere Frage:
-
Nach Funktionen: Welche Aufgabe im Betrieb wird untersucht? Zum Beispiel der
Einkauf. Das war Aufgabe 1.
-
Nach Wirtschaftszweigen: Welche Branche wird untersucht? Das ist diese Aufgabe 2.
- Nach Betriebsgrößen: Wie groß ist der Betrieb? Das ist Aufgabe 3.
Ein Wirtschaftszweig ist eine Branche: eine Gruppe von Betrieben, die ähnliche
Güter oder Dienstleistungen anbieten. Alle Banken bilden einen Wirtschaftszweig, alle
Hotels einen anderen.
Jede Lehre eines Wirtschaftszweigs untersucht die Betriebe genau einer Branche. Ihr Name
ist fast immer gleich gebaut: Branche + „betriebslehre“. Also Bank + betriebslehre =
Bankbetriebslehre.
Im Bild ist das die Spalte „Wirtschaftszweige“ mit der grünen Beschriftung „Aufgabe 2“.
Aus Aufgabe 1 („Sachfunktionslehren: die spezielle BWL nach Aufgaben im Betrieb“):
Die Sachfunktionslehren untersuchen je eine Aufgabe im Betrieb: Beschaffungswirtschaft
(einkaufen), Lagerhaltungswirtschaft (vorrätig halten), Produktionswirtschaft
(herstellen), Absatzwirtschaft (verkaufen), Finanzwirtschaft (Geld besorgen) und
Investitionswirtschaft (Geld langfristig einsetzen).
gleiche Aufgabe, andere Branche → anderer Inhalt
Man könnte meinen: Wenn es schon Lehren für Einkauf, Verkauf und so weiter gibt, braucht
man keine Lehren für Branchen. Die Tabelle rechts zeigt, warum doch.
Sie nimmt zwei Aufgaben aus Aufgabe 1: Beschaffung (was kommt in den Betrieb
herein?) und Absatz (was geht hinaus, also was wird verkauft?). Dann schaut sie in
drei Branchen:
-
Das Autowerk kauft Stahl und Reifen ein und verkauft Autos. Dazwischen stellt es
etwas her.
-
Der Supermarkt kauft fertige Waren ein und verkauft dieselben Waren weiter. Er
stellt nichts her.
-
Die Sparkasse „kauft“ Geld ein: Kunden legen ihr Geld dort an. Sie „verkauft“
Geld: Sie verleiht es als Kredit. Ihre Ware ist Geld.
Die meisten Aufgaben kommen in jeder Branche vor, aber mit ganz anderem Inhalt. Manche
fallen ganz weg: Der Supermarkt stellt nichts her. Deshalb gibt es beide Blickrichtungen.
Sie kreuzen sich wie Zeilen und Spalten einer Tabelle.
Im Bild sind dazu die Spalten „Funktionen“ und „Wirtschaftszweige“ zugleich hervorgehoben.
Industriebetriebslehre: herstellen in großen Mengen
Ein Industriebetrieb stellt Sachgüter her. Sachgüter sind Dinge, die man
anfassen kann, zum Beispiel Autos oder Toastbrot. Er stellt sie in großen Mengen mit
Maschinen her, also in Serie: dasselbe Produkt viele Male hintereinander.
Beispiele: ein Autowerk, ein Chemiewerk. Auch eine Großbäckerei, die jeden Tag
Zehntausende Toastbrote für Supermärkte backt, ist ein Industriebetrieb. Die kleine
Bäckerei um die Ecke dagegen ist ein Handwerksbetrieb: Sie stellt kleinere Mengen
her, mit viel Handarbeit.
Was ist hier besonders? Die Maschinen und Anlagen kosten sehr viel Geld. Die Fertigung
muss genau geplant werden, damit die teuren Anlagen gut ausgelastet sind. Die Herstellung
steht im Mittelpunkt.
Handelsbetriebslehre: einkaufen und weiterverkaufen
Ein Handelsbetrieb kauft Waren ein und verkauft sie weiter. Er verändert sie dabei
nicht wesentlich. Er bringt die Ware vom Hersteller zum Kunden.
Zwei Arten:
-
Der Einzelhandel verkauft an Endverbraucher, also an Sie. Beispiele: Supermarkt,
Drogerie, Online-Shop.
-
Der Großhandel verkauft an andere Betriebe. Beispiel: der Großhändler, bei dem
die Bäckerei ihr Mehl bestellt.
Was ist hier besonders? Die Herstellung fällt weg. Wichtig sind dafür das
Sortiment (die Auswahl der Waren, die man anbietet), gute Einkaufspreise, das Lager
und ein guter Standort.
Merke: Industrie stellt her, Handel verteilt. Beide haben mit Sachgütern zu tun.
Bankbetriebslehre: Geld annehmen, verleihen, überweisen
Eine Bank hat drei Hauptgeschäfte:
- Sie nimmt Geld an. Kunden legen es auf Konten an.
-
Sie verleiht Geld. Das ist ein Kredit: Geld auf Zeit, das mit Zinsen
zurückgezahlt wird.
- Sie wickelt Zahlungen ab, zum Beispiel Überweisungen und Kartenzahlungen.
Beispiel aus Ihrem Alltag: Ihr Girokonto bei der Sparkasse. Ihr Geld darauf kann die
Sparkasse als Kredit an einen Handwerker weitergeben.
Was ist hier besonders? Die „Ware“ ist Geld. Die Bank stellt nichts her, das man anfassen
kann. Ihr größtes Risiko: Ein Kredit wird nicht zurückgezahlt. Deshalb wird genau geprüft,
wem man Geld leiht. Außerdem stehen Banken unter strenger staatlicher Aufsicht.
Versicherungsbetriebslehre: Risiken gegen Beitrag übernehmen
Eine Versicherung übernimmt ein Risiko ihrer Kunden. Dafür zahlt der Kunde
regelmäßig einen Beitrag. Tritt der Schaden ein, zahlt die Versicherung.
Beispiel: Die Haftpflichtversicherung zahlt, wenn Sie aus Versehen das Fahrrad eines
anderen umstoßen und es beschädigen. Weitere Beispiele: Kfz-Versicherung (für das Auto),
Krankenversicherung.
Was ist hier besonders? Der Kunde zahlt vorher. Ob und wie viel die Versicherung
später zahlen muss, weiß sie beim Vertragsabschluss nicht. Das geht nur, weil viele
einzahlen und nur wenige einen Schaden haben. Die Beiträge der vielen decken die Schäden
der wenigen.
Merke: Bank und Versicherung stellen keine Sachgüter her. Sie handeln mit Geld und
mit Risiko.
eine Lehre mit zwei Namen: Reisen und Aufenthalt
Diese Betriebe ermöglichen Reisen und den Aufenthalt an einem fremden Ort. Beispiele: der
Reiseveranstalter, der eine Pauschalreise zusammenstellt, das Reisebüro, das sie verkauft,
und das Hotel am Urlaubsort.
„Fremdenverkehr“ ist das ältere deutsche Wort für Tourismus. Die Musterlösung nennt beide
Wörter in einem Namen. Es ist eine Lehre, nicht zwei.
Was ist hier besonders? Die Leistung lässt sich nicht lagern. Ein Hotelzimmer, das heute
leer bleibt, kann man morgen nicht zusätzlich verkaufen. Dazu schwankt die Nachfrage stark
mit der Saison: Im Sommer ist das Hotel an der Ostsee voll, im November fast leer.
Vorsicht: Wer „Tourismusbetriebslehre“ und „Fremdenverkehrsbetriebslehre“ als zwei
Punkte schreibt, hat nur eine Lehre genannt.
Medienbetriebslehre: Inhalte herstellen und verbreiten
Medien sind hier Betriebe, die Inhalte herstellen und verbreiten: Nachrichten,
Filme, Musik, Sendungen. Beispiele: ein Zeitungsverlag, ein Fernsehsender, ein
Radiosender, ein Streamingdienst.
Was ist hier besonders?
-
Ein Inhalt wird einmal hergestellt. Danach kann er an sehr viele Menschen verbreitet
werden, ohne dass er noch einmal viel kostet. Eine Serie kostet in der Herstellung
gleich viel, egal ob tausend oder eine Million Menschen sie sehen.
-
Oft gibt es zwei Kundengruppen zugleich: das Publikum und die Werbekunden. Ein
kostenloser Radiosender verdient sein Geld mit Werbung. Die Werbekunden zahlen, weil
viele zuhören.
Kulturbetriebslehre: Theater, Museen, Orchester
Kulturbetriebe bieten Kunst und Kultur an. Beispiele: ein Theater, ein Museum, ein
Orchester, ein Konzertveranstalter.
Was ist hier besonders? Viele Kulturbetriebe gehören der Stadt oder dem Land. Sie leben zu
einem großen Teil von Zuschüssen. Die Eintrittskarte im Stadttheater deckt meist nur einen
Teil der Kosten. Das Ziel ist oft ein gutes kulturelles Angebot, nicht der Gewinn.
Die BWL fragt hier zum Beispiel: Wie plant man einen Spielplan, der Publikum bringt und
trotzdem künstlerisch etwas wagt? Wie wirbt man Geld von Förderern ein?
Merke: Tourismus, Medien und Kultur bieten Dienstleistungen für Freizeit und
Information an.
Industrie · Handel · Bank · Versicherung · Tourismus und Fremdenverkehr · Medien ·
Kultur
Die Antwort ist eine Liste mit sieben Namen. Sie stehen rechts in der Reihenfolge der
Musterlösung. Die Reihenfolge spielt für die Punkte keine Rolle. Schreiben Sie die
vollständigen Namen mit „-betriebslehre“: Gefragt sind Lehren, nicht nur Branchen.
Merkhilfe 2 + 2 + 3:
- Güter: Industrie (stellt her) und Handel (verteilt).
- Geld und Risiko: Bank und Versicherung.
- Freizeit und Information: Tourismus und Fremdenverkehr, Medien, Kultur.
Unter der Antwort rechts steht eine Kurzprobe. Mit ihr prüfen Sie in wenigen Sekunden, ob
nichts fehlt und nichts Falsches dabei ist.
Typische Fehler: Sachfunktionslehren nennen, zum Beispiel Absatzwirtschaft (das ist
Aufgabe 1, keine Branche). Tourismus und Fremdenverkehr als zwei Lehren zählen. Nur „Banken“
statt „Bankbetriebslehre“ schreiben.
Ergänzung: Die Musterlösung schreibt nach den sieben Namen „etc.“. In Lehrbüchern
finden sich weitere, zum Beispiel die Verkehrsbetriebslehre (Bahn, Spedition), die
Krankenhausbetriebslehre oder die landwirtschaftliche Betriebslehre. Ob die Klausur sie
gelten lässt, sagt die Musterlösung nicht. Am sichersten sind die sieben oben.