Die Aufgabe hat zwei Teile. Charakterisieren heißt: die typischen Merkmale eines
Begriffs beschreiben, sodass man ihn von anderen Begriffen unterscheiden kann.
Nennen heißt: aufzählen, ohne lange Erklärung.
Gesucht sind also ein Satz, der sagt, was Wirtschaftsgüter sind, und drei Eigenschaften. Die 3
Punkte passen zu den drei Eigenschaften.
Der Weg: Zuerst zeigt Schritt 1, dass es zwei Sorten von Gütern gibt. Dann erklären die
Schritte 2 bis 4 je eine Eigenschaft. Schritt 5 prüft die drei Eigenschaften an Beispielen.
Schritt 6 schreibt die Antwort auf.
Die Grafik über den Schritten ist eine Prüftabelle: Jede Zeile ist ein Gut, jede Spalte eine
Eigenschaft.
Güter = freie Güter · Wirtschaftsgüter · öffentliche Güter (Sonderfall, Schritt 4)
Aus Aufgabe 15 („Güter: was sie auszeichnet“): Güter zeichnen sich dadurch aus,
dass sie denjenigen einen Nutzen stiften, die sie konsumieren, verarbeiten oder
bearbeiten. Nutzen heißt: Das Gut befriedigt ein Bedürfnis, zum Beispiel macht ein
Brötchen satt.
Alle Güter stiften Nutzen. Aber nicht von allen gibt es genug.
Freie Güter sind Güter, von denen so viel da ist, dass jeder nehmen kann, so viel
er will. Niemand zahlt dafür. Beispiele: Luft zum Atmen, Sonnenlicht.
Wirtschaftsgüter sind Güter, von denen es weniger gibt, als alle haben wollen.
Deshalb muss jemand entscheiden, wer wie viel davon bekommt. Genau das heißt
wirtschaften. Daher der Name.
Knappheit allein macht noch kein Wirtschaftsgut. Es gibt knappe Güter, die man nicht
einzeln verkaufen kann. Diese dritte Gruppe, die öffentlichen Güter, kommt in Schritt 4.
Warum diese Unterscheidung zuerst kommt: Die drei Eigenschaften in den nächsten Schritten
sind genau das, was ein Wirtschaftsgut von den anderen Gütern unterscheidet.
knapp = die vorhandene Menge reicht nicht für alle Wünsche
Knapp ist ein Gut, wenn die vorhandene Menge nicht reicht, um alle Wünsche danach
zu erfüllen.
Beispiel Brötchen: Es gibt viele Brötchen, aber nicht unbegrenzt viele. Warum nicht? Jedes
muss gebacken werden. Das kostet Mehl, Strom und die Arbeit der Bäckerin. Diese Mittel
sind begrenzt. Deshalb ist auch die Menge an Brötchen begrenzt. Wer ein Brötchen will,
muss etwas dafür geben: den Preis.
Menge und Kosten hängen also zusammen: Ein Gut ist knapp, weil man Mittel einsetzen muss,
um es herzustellen, und diese Mittel nicht für alles reichen.
Beispiel Luft: Niemand muss sie herstellen, sie reicht für alle. Sie ist nicht knapp und
hat keinen Preis. Das macht sie zum freien Gut.
Achtung: knapp heißt nicht selten. Ein bestimmter Kieselstein ist einmalig. Aber
niemand will ihn haben. Die Menge reicht also für alle Wünsche. Er ist nicht knapp.
Merke: Knappheit trennt Wirtschaftsgüter von freien Gütern. Sie ist aber nur eine
von drei Eigenschaften. Knappe Güter kosten etwas. Wer sie herstellt, muss Mittel
einsetzen. Deshalb gibt es sie nicht umsonst.
Nutzen = das Gut befriedigt ein Bedürfnis
Diese Eigenschaft kennen Sie aus Aufgabe 15: Jedes Gut stiftet Nutzen. Das Brötchen macht
satt.
Warum sie trotzdem in die Antwort gehört: Ein Wirtschaftsgut muss zuerst einmal ein Gut
sein. Ein Ding, das niemandem nützt, ist überhaupt kein Gut. Ein verschimmelter Joghurt
ist deshalb kein Gut und erst recht kein Wirtschaftsgut.
Knapp allein reicht also nicht. Erst knapp und nützlich zusammen machen ein Gut
begehrt. Dann ist jemand bereit, dafür etwas herzugeben.
Markt = Ort, an dem Anbieter und Nachfrager tauschen
Ein Markt ist jeder Ort, an dem Anbieter und Nachfrager zusammenkommen und
tauschen. Der Anbieter hat das Gut und will es abgeben, der Nachfrager will
es haben. Das kann ein Gebäude sein wie die Bäckerei. Es kann auch eine Website sein, etwa
ein Online-Shop.
Tauschen heißt hier auch kaufen: Die Kundin gibt Geld, die Bäckerei gibt das
Brötchen. Man sagt auch: Wirtschaftsgüter werden gehandelt. Gemeint ist dasselbe.
Wirtschaftsgüter heißen deshalb auch Waren. Im Alltag meint „Ware“ meist einen
Gegenstand. Hier gehört auch eine Leistung wie ein Haarschnitt dazu, denn auch sie wird
gegen Geld getauscht.
Warum diese Eigenschaft nötig ist: Die Straßenbeleuchtung ist knapp: Nicht jede Straße ist
beleuchtet, denn Lampen und Strom kosten Geld. Sie kostet etwas, aber nicht den einzelnen
Nutzer. Sie nützt auch. Aber niemand kann sie einzeln kaufen. Wer nachts unter der Laterne
geht, hat das Licht, ob er zahlt oder nicht. Und das Licht wird nicht weniger, wenn ein
Zweiter darunter geht. Deshalb bezahlt sie die Stadt aus Steuern. Solche Güter heißen
öffentliche Güter. Sie sind keine Wirtschaftsgüter. Mehr dazu in Aufgabe 23
(„Öffentliche Güter und Kollektivgüter nach Bardmann“).
Wirtschaftsgut: knapp und Nutzen und Markt, alle drei zugleich
Mit den drei Eigenschaften lässt sich jedes Gut prüfen. Die Grafik und die Tabelle im
Block von Schritt 5 zeigen drei Güter.
-
Luft zum Atmen: nützt, ist aber nicht knapp und wird nicht gehandelt. Ein freies
Gut.
- Brötchen: knapp, nützt, wird verkauft. Ein Wirtschaftsgut.
-
Straßenbeleuchtung: knapp und nützlich, aber nicht einzeln verkaufbar. Ein
öffentliches Gut.
Merke: Alle drei Eigenschaften müssen zugleich gelten. Fehlt eine, ist das Gut kein
Wirtschaftsgut.
Ergänzung: Ob ein Gut knapp ist, kann sich ändern. Wasser aus dem See ist am
Bodensee fast ein freies Gut. In der Wüste ist Wasser knapp und hat einen hohen Preis.
Wirtschaftsgüter: knapp · stiften Nutzen · werden auf Märkten getauscht
Die Antwort für die Klausur steht im Block von Schritt 6: zuerst ein Satz, der den Begriff
charakterisiert, dann die drei Eigenschaften.
Zusammenfassung des Wegs:
- Güter teilen sich in freie Güter und Wirtschaftsgüter.
- Wirtschaftsgüter sind knapp, stiften Nutzen und werden auf Märkten getauscht.
- Fehlt eine der drei Eigenschaften, ist es kein Wirtschaftsgut.
Typische Fehler:
- „knapp“ als „selten“ erklären. Es geht darum, ob die Menge für alle Wünsche reicht.
-
Nur „haben einen Preis“ schreiben. Der Preis ist eine Folge der Knappheit, nicht eine der
drei Eigenschaften.
-
Freie Güter für „keine Güter“ halten. Luft stiftet Nutzen, sie ist ein Gut. Sie ist nur
nicht knapp.
Hinweis zur Musterlösung: Dort steht „Wirtschaftsgütern werden auf Märkten
getauscht“. Gemeint ist „Wirtschaftsgüter werden …“. Das „n“ ist ein Tippfehler.