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ESTO · Übungsblatt 6 · Aufgabe 1

Konfidenzintervall bei bekannter Varianz

100 Messungen ergeben den Mittelwert 53,97. Wie genau ist diese Schätzung für den wahren Erwartungswert μ\mu? Statt einer einzelnen Zahl gibt man einen Bereich an, gebaut nach einem Verfahren, das μ\mu bei 95 % aller Stichproben einfängt: das Konfidenzintervall. Der Weg baut den Begriff von Grund auf: wie stark ein Mittelwert schwankt, welche Grenze R liefert, wie daraus das Intervall wird und was es bedeutet. In (ii) und (iii) wird ausgerechnet, wie viele Messungen man für ein kurzes Intervall braucht. Rechts steht der ganze Lösungsweg, links die Erklärung zum aktuellen Schritt. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.

Schritt 0 Die Aufgabe

Der Mittelwert μ\mu einer Normalverteilung mit der Varianz σ2=9\sigma^2 = 9 soll geschätzt werden. Eine Stichprobe vom Umfang n=100n = 100 ergibt xˉn=53,97\bar x_n = 53{,}97.

  1. Geben Sie ein 95 %-Konfidenzintervall für μ\mu an.
  2. Wie groß müsste der Stichprobenumfang mindestens werden, damit man ein 95 %-Konfidenzintervall der Länge kleiner gleich 0,4 hat?
  3. Wie groß müsste der Stichprobenumfang mindestens werden, damit man ein 99 %-Konfidenzintervall der Länge kleiner gleich 0,4 hat?

Die Aufgabe nennt keine Einheit. Auf dem Blatt stehen die Zahlen mit Dezimalpunkt (53.97, 0.4); hier stehen sie mit Komma.

Hinweis zur Musterlösung: (i) und (ii) stimmen. In (iii) steht n≥1.492,818n \ge 1.492{,}818. Diese Zahl entsteht mit dem gerundeten Quantil 2,57582{,}5758; mit dem ungerundeten Wert aus R sind es 1.492,851.492{,}85. Das Ergebnis 1.4931.493 ist in beiden Fällen dasselbe (Schritt 20). Der Hinweis am Ende der Musterlösung spricht von „fast der doppelten Stichprobengröße“. Genau ist 1.493:865≈1,731.493 : 865 \approx 1{,}73, also rund das 1,7-Fache (Schritt 22).

(i) Wie genau ist der Mittelwert?

vom Schätzwert zur Verteilung von Xˉ100\bar X_{100}

Schritt 1 Das Modell: 100 unabhängige Messungen

Jede Messung XiX_i (i=1,…,100i = 1, \dots, 100) ist eine normalverteilte Zufallsvariable
X1,…,X100 unabha¨ngig und identisch verteilt,Xi∼N(μ, σ2)X_1, \dots, X_{100} \text{ unabhängig und identisch verteilt}, \qquad X_i \sim N(\mu,\,\sigma^2)
Gegeben: die Varianz, der Stichprobenumfang und der gemessene Mittelwert
σ2=9  ⇒  σ=9=3,n=100,xˉ100=53,97\sigma^2 = 9 \;\Rightarrow\; \sigma = \sqrt{9} = 3, \qquad n = 100, \qquad \bar x_{100} = 53{,}97
Unbekannt: der Erwartungswert jeder Messung, die „wahre Mitte“
μ=E(Xi)=  ?\mu = E(X_i) = \; ?

Schritt 2 Ein einzelner Schätzwert reicht nicht

Der Stichprobenmittelwert der 100 Messungen
xˉ100=1100∑i=1100xi=53,97\bar x_{100} = \frac{1}{100}\sum_{i=1}^{100} x_i = 53{,}97
Punktschätzer: eine einzige Zahl als Schätzung für μ\mu
μ≈53,97— aber wie genau?\mu \approx 53{,}97 \qquad \text{— aber wie genau?}
Idee: statt eines Punkts ein Intervall mit linker Grenze I1I_1 und rechter Grenze I2I_2
I=[I1; I2]soll μ mit hoher Wahrscheinlichkeit enthaltenI = [I_1;\, I_2] \qquad \text{soll } \mu \text{ mit hoher Wahrscheinlichkeit enthalten}

Schritt 3 Irrtumswahrscheinlichkeit α\alpha und Sicherheitsniveau 1−α1-\alpha

Irrtumswahrscheinlichkeit α\alpha: so oft darf das Verfahren danebenliegen
α=0,05=5 %\alpha = 0{,}05 = 5\,\%
Sicherheitsniveau 1−α1 - \alpha: so oft soll es μ\mu treffen
1−α=1−0,05=0,95=95 %1 - \alpha = 1 - 0{,}05 = 0{,}95 = 95\,\%
Die Forderung an ein 95-%-Konfidenzintervall
P(I1≤μ≤I2)=1−α=0,95P(I_1 \le \mu \le I_2) = 1 - \alpha = 0{,}95

Schritt 4 Der Mittelwert als Zufallsvariable: Mitte μ\mu

Vor dem Messen ist der Mittelwert zufällig (groß geschrieben)
Xˉn=1n∑i=1nXi=1n (X1+X2+⋯+Xn)\bar X_n = \frac{1}{n}\sum_{i=1}^{n} X_i = \frac{1}{n}\,(X_1 + X_2 + \dots + X_n)
Erwartungswert: den Faktor 1n\frac{1}{n} nach vorn ziehen
E(Xˉn)=1n⋅E(X1+⋯+Xn)E(\bar X_n) = \frac{1}{n}\cdot E(X_1 + \dots + X_n)
Die Summe aufteilen: Erwartungswert der Summe = Summe der Erwartungswerte
=1n⋅(E(X1)+⋯+E(Xn))= \frac{1}{n}\cdot\big(E(X_1) + \dots + E(X_n)\big)
Jede Messung hat den Erwartungswert μ\mu
=1n⋅(μ+⋯+μ⏟n-mal)=1n⋅n⋅μ=μ= \frac{1}{n}\cdot(\underbrace{\mu + \dots + \mu}_{n\text{-mal}}) = \frac{1}{n}\cdot n\cdot\mu = \mu

Schritt 5 Die Streuung des Mittelwerts: σ2/n\sigma^2/n

Varianz: der Faktor 1n\frac{1}{n} kommt quadriert nach vorn
var(Xˉn)=(1n)2⋅var(X1+⋯+Xn)\mathrm{var}(\bar X_n) = \Big(\frac{1}{n}\Big)^2 \cdot \mathrm{var}(X_1 + \dots + X_n)
Die Messungen sind unabhängig: die Varianzen addieren sich
=1n2⋅(var(X1)+⋯+var(Xn))= \frac{1}{n^2}\cdot\big(\mathrm{var}(X_1) + \dots + \mathrm{var}(X_n)\big)
Jede Messung hat die Varianz σ2\sigma^2; ein nn kürzt sich
=1n2⋅n⋅σ2=σ2n= \frac{1}{n^2}\cdot n\cdot\sigma^2 = \frac{\sigma^2}{n}
Mit σ2=9\sigma^2 = 9 und n=100n = 100
var(Xˉ100)=9100=0,09\mathrm{var}(\bar X_{100}) = \frac{9}{100} = 0{,}09
Die Standardabweichung des Mittelwerts: die Wurzel daraus
0,09=0,3=σn=3100=310\sqrt{0{,}09} = 0{,}3 = \frac{\sigma}{\sqrt{n}} = \frac{3}{\sqrt{100}} = \frac{3}{10}

Schritt 6 Der Mittelwert ist normalverteilt

Satz aus dem Skript: der Mittelwert u.i.v. normalverteilter Messungen
X1,…,Xn u.i.v.,  Xi∼N(μ, σ2)⇒Xˉn∼N(μ, σ2n)X_1, \dots, X_n \text{ u.i.v.}, \; X_i \sim N(\mu,\,\sigma^2) \quad\Rightarrow\quad \bar X_n \sim N\Big(\mu,\,\frac{\sigma^2}{n}\Big)
Hier, mit σ2/n=0,09\sigma^2/n = 0{,}09 aus Schritt 5
Xˉ100∼N(μ;  0,09)\bar X_{100} \sim N(\mu;\; 0{,}09)

Schritt 7 Standardisieren: von Xˉn\bar X_n zu ZZ

Abstand zur Mitte, gemessen in Standardabweichungen des Mittelwerts
Z=Xˉn−μσ/nZ = \frac{\bar X_n - \mu}{\sigma/\sqrt{n}}
Durch einen Bruch teilen heißt: mit seinem Kehrwert nσ\frac{\sqrt{n}}{\sigma} malnehmen
Z=(Xˉn−μ)⋅nσ=n⋅Xˉn−μσZ = (\bar X_n - \mu)\cdot\frac{\sqrt{n}}{\sigma} = \sqrt{n}\cdot\frac{\bar X_n - \mu}{\sigma}
ZZ ist standardnormalverteilt — in dieser Verteilung steht keine unbekannte Zahl
Z∼N(0, 1)Z \sim N(0,\,1)
Hier, mit σ/n=0,3\sigma/\sqrt{n} = 0{,}3
Z=Xˉ100−μ0,3Z = \frac{\bar X_{100} - \mu}{0{,}3}

Schritt 8 Die mittleren 95 %: zwei Ränder zu je 2,5 %

Gesucht: eine Grenze qq, so dass ZZ mit Wahrscheinlichkeit 0,95 zwischen −q-q und qq landet
P(−q≤Z≤q)=1−α=0,95P(-q \le Z \le q) = 1 - \alpha = 0{,}95
Der Rest α\alpha verteilt sich gleich auf beide Ränder
α2=0,052=0,025=2,5 %\frac{\alpha}{2} = \frac{0{,}05}{2} = 0{,}025 = 2{,}5\,\%
Die beiden Ränder
P(Z<−q)=0,025,P(Z>q)=0,025P(Z < -q) = 0{,}025, \qquad P(Z > q) = 0{,}025

Schritt 9 Die Grenze q0,975≈1,96q_{0{,}975} \approx 1{,}96 mit qnorm

Links von qq liegen die Mitte und der linke Rand
P(Z≤q)=0,95+0,025=0,975=1−α2P(Z \le q) = 0{,}95 + 0{,}025 = 0{,}975 = 1 - \frac{\alpha}{2}
qq ist also das 0,975-Quantil der Standardnormalverteilung
q=q1−α/2=q0,975q = q_{1-\alpha/2} = q_{0{,}975}
qnorm(0.975)
#[1] 1.959964
qnorm(0.025)
#[1] -1.959964
Auf vier Nachkommastellen gerundet
q0,975=1,959964…≈1,9600=1,96q_{0{,}975} = 1{,}959964\ldots \approx 1{,}9600 = 1{,}96
Probe: Fläche zwischen −1,96-1{,}96 und 1,961{,}96
P(−1,96≤Z≤1,96)=0,975−0,025=0,95✓P(-1{,}96 \le Z \le 1{,}96) = 0{,}975 - 0{,}025 = 0{,}95 \quad \checkmark
pnorm(1.96) - pnorm(-1.96)
#[1] 0.9500042

Schritt 10 Die Ungleichung nach μ\mu umstellen

Ausgangspunkt: ZZ aus Schritt 7 in P(−q≤Z≤q)=0,95P(-q \le Z \le q) = 0{,}95 eingesetzt
P(−q≤n⋅Xˉn−μσ≤q)=0,95P\Big(-q \le \sqrt{n}\cdot\frac{\bar X_n - \mu}{\sigma} \le q\Big) = 0{,}95
Nur die Doppelungleichung, Zeile für Zeile. Zeile 1:
−q≤n⋅Xˉn−μσ≤q-q \le \sqrt{n}\cdot\frac{\bar X_n - \mu}{\sigma} \le q
Zeile 2: alle drei Teile mal σn\frac{\sigma}{\sqrt{n}} (positiv, die Zeichen bleiben)
−σn q≤Xˉn−μ≤σn q-\frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q \le \bar X_n - \mu \le \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q
Zeile 3: auf allen drei Teilen Xˉn\bar X_n abziehen
−Xˉn−σn q≤−μ≤−Xˉn+σn q-\bar X_n - \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q \le -\mu \le -\bar X_n + \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q
Zeile 4: alle drei Teile mal (−1)(-1) — dabei drehen sich beide Zeichen um
Xˉn+σn q≥μ≥Xˉn−σn q\bar X_n + \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q \ge \mu \ge \bar X_n - \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q
Zeile 5: dieselbe Zeile von rechts nach links gelesen
Xˉn−σn q≤μ≤Xˉn+σn q\bar X_n - \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q \le \mu \le \bar X_n + \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q
Dasselbe Ereignis, also dieselbe Wahrscheinlichkeit
P(Xˉn−σn q≤μ≤Xˉn+σn q)=0,95P\Big(\bar X_n - \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q \le \mu \le \bar X_n + \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q\Big) = 0{,}95
Die halbe Breite: der Abstand nach beiden Seiten, mit σ/n=0,3\sigma/\sqrt{n} = 0{,}3 und q=1,96q = 1{,}96
σn q=0,3⋅1,96=0,588\frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q = 0{,}3 \cdot 1{,}96 = 0{,}588

(i) Das 95-%-Konfidenzintervall

ausrechnen und richtig lesen

Schritt 11 Die Grenzen des Intervalls ausrechnen

Definition im Skript (Fall 1): das (1−α)(1-\alpha)-Konfidenzintervall für μ\mu
I1=xˉn−σn q1−α/2,I2=xˉn+σn q1−α/2I_1 = \bar x_n - \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q_{1-\alpha/2}, \qquad I_2 = \bar x_n + \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q_{1-\alpha/2}
Eingesetzt: xˉ100=53,97\bar x_{100} = 53{,}97, σ/n=0,3\sigma/\sqrt{n} = 0{,}3, q0,975=1,96q_{0{,}975} = 1{,}96
I1=53,97−0,3⋅1,96=53,97−0,588=53,382I_1 = 53{,}97 - 0{,}3 \cdot 1{,}96 = 53{,}97 - 0{,}588 = 53{,}382
I2=53,97+0,3⋅1,96=53,97+0,588=54,558I_2 = 53{,}97 + 0{,}3 \cdot 1{,}96 = 53{,}97 + 0{,}588 = 54{,}558
Das 95-%-Konfidenzintervall für μ\mu
I=[53,382;  54,558]I = [53{,}382;\; 54{,}558]
53.97 - 3 / sqrt(100) * qnorm(0.975)
#[1] 53.38201
53.97 + 3 / sqrt(100) * qnorm(0.975)
#[1] 54.55799

Schritt 12 Was die 95 % bedeuten

Gedankenexperiment: sehr viele Messreihen mit je 100 Messungen, jede baut ihr eigenes Intervall
[ xˉ100−0,588;    xˉ100+0,588 ]mit jeweils eigenem xˉ100\big[\,\bar x_{100} - 0{,}588;\;\; \bar x_{100} + 0{,}588\,\big] \qquad \text{mit jeweils eigenem } \bar x_{100}
Im Bild: 20 Messreihen, 19 Intervalle enthalten μ\mu
1920=0,95=95 %\frac{19}{20} = 0{,}95 = 95\,\%
Was die Rechnung aus Schritt 10 garantiert
Auf lange Sicht enthalten 95 % der Intervalle das feste μ\text{Auf lange Sicht enthalten } 95\,\% \text{ der Intervalle das feste } \mu

Schritt 13 Was das Intervall nicht bedeutet

Größe vor dem Messen nach dem Messen
μ\mu feste Zahl, unbekannt feste Zahl, unbekannt
Mittelwert zufällig: Xˉ100\bar X_{100} feste Zahl: xˉ100=53,97\bar x_{100} = 53{,}97
Grenzen zufällig: Xˉ100−0,588\bar X_{100} - 0{,}588 und Xˉ100+0,588\bar X_{100} + 0{,}588 feste Zahlen: 53,382 und 54,558
So nicht: nach dem Messen ist nichts mehr zufällig
„μ\mu liegt mit 95 % Wahrscheinlichkeit in [53,382; 54,558][53{,}382;\, 54{,}558].“
So richtig: die 95 % gehören zum Verfahren
„Das Verfahren liefert bei 95 % aller Stichproben ein Intervall, das μ\mu enthält. [53,382; 54,558][53{,}382;\, 54{,}558] ist ein so gebautes Intervall.“

(ii) Wie viele Messungen für die Länge 0,4?

Sicherheitsniveau 95 %

Schritt 14 Die Länge des Intervalls

Länge = rechte Grenze minus linke Grenze (Grenzen aus Schritt 11)
L=I2−I1=(xˉn+σn q)−(xˉn−σn q)L = I_2 - I_1 = \Big(\bar x_n + \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q\Big) - \Big(\bar x_n - \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q\Big)
Klammern auflösen: das Minus vor der zweiten Klammer dreht beide Vorzeichen um
L=xˉn+σn q−xˉn+σn qL = \bar x_n + \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q - \bar x_n + \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q
xˉn\bar x_n hebt sich weg, die halbe Breite bleibt zweimal stehen
L=2⋅σn⋅q1−α/2L = 2 \cdot \frac{\sigma}{\sqrt{n}} \cdot q_{1-\alpha/2}
Probe mit (i)
L=2⋅0,3⋅1,96=1,176=54,558−53,382✓L = 2 \cdot 0{,}3 \cdot 1{,}96 = 1{,}176 = 54{,}558 - 53{,}382 \quad \checkmark
Viel zu lang für die Forderung aus (ii)
1,176>0,41{,}176 > 0{,}4

Schritt 15 Die Bedingung L≤0,4L \le 0{,}4

Die Forderung aus (ii): Länge kleiner gleich 0,4
2⋅σn⋅q0,975≤0,42 \cdot \frac{\sigma}{\sqrt{n}} \cdot q_{0{,}975} \le 0{,}4
Fest sind σ=3\sigma = 3 und q0,975=1,96q_{0{,}975} = 1{,}96. Frei ist nur nn.
2⋅3n⋅1,96≤0,42 \cdot \frac{3}{\sqrt{n}} \cdot 1{,}96 \le 0{,}4
Die festen Zahlen in den Zähler: 2⋅3⋅1,96=11,762 \cdot 3 \cdot 1{,}96 = 11{,}76
11,76n≤0,4\frac{11{,}76}{\sqrt{n}} \le 0{,}4

Schritt 16 Nach n\sqrt{n} auflösen

Beide Seiten mal n\sqrt{n} (n\sqrt{n} ist positiv, das ≤\le bleibt)
11,76≤0,4⋅n11{,}76 \le 0{,}4 \cdot \sqrt{n}
Beide Seiten durch 0,40{,}4 (positiv, das ≤\le bleibt)
11,760,4≤n\frac{11{,}76}{0{,}4} \le \sqrt{n}
29,4≤n29{,}4 \le \sqrt{n}
Andersherum geschrieben, wie in der Musterlösung
n≥29,4\sqrt{n} \ge 29{,}4

Schritt 17 Quadrieren: n≥864,36n \ge 864{,}36

Beide Seiten quadrieren (beide positiv, das ≥\ge bleibt)
n≥29,42=29,4⋅29,4=864,36n \ge 29{,}4^2 = 29{,}4 \cdot 29{,}4 = 864{,}36
Zum Vergleich mit dem ungerundeten Quantil aus R
n≥(2⋅3⋅1,9599640,4)2=29,399462≈864,33n \ge \Big(\frac{2 \cdot 3 \cdot 1{,}959964}{0{,}4}\Big)^2 = 29{,}39946^2 \approx 864{,}33
(2 * 3 * qnorm(0.975) / 0.4)^2
#[1] 864.3282

Schritt 18 Aufrunden, nicht runden: n=865n = 865

nn zählt Messungen, ist also ganzzahlig. 864,36 liegt zwischen 864 und 865.
864<864,36<865864 < 864{,}36 < 865
Probe mit n=864n = 864: zu lang
L=11,76864=11,7629,3939≈0,40008>0,4L = \frac{11{,}76}{\sqrt{864}} = \frac{11{,}76}{29{,}3939} \approx 0{,}40008 > 0{,}4
Probe mit n=865n = 865: reicht
L=11,76865=11,7629,4109≈0,39985≤0,4✓L = \frac{11{,}76}{\sqrt{865}} = \frac{11{,}76}{29{,}4109} \approx 0{,}39985 \le 0{,}4 \quad \checkmark
2 * 3 * qnorm(0.975) / sqrt(c(864, 865))
#[1] 0.4000760 0.3998446
Der kleinste Stichprobenumfang, der reicht
nmin⁡=865n_{\min} = 865

(iii) Dasselbe mit 99 %

mehr Sicherheit, gleiche Länge 0,4

Schritt 19 99 %: das Quantil q0,995≈2,5758q_{0{,}995} \approx 2{,}5758

Sicherheitsniveau 99 %: die Ränder werden kleiner
1−α=0,99  ⇒  α=0,01,α2=0,005,1−α2=0,9951 - \alpha = 0{,}99 \;\Rightarrow\; \alpha = 0{,}01, \qquad \frac{\alpha}{2} = 0{,}005, \qquad 1 - \frac{\alpha}{2} = 0{,}995
qnorm(0.995)
#[1] 2.575829
Auf vier Nachkommastellen gerundet
q0,995=2,575829…≈2,5758q_{0{,}995} = 2{,}575829\ldots \approx 2{,}5758
Zum Vergleich bei n=100n = 100: das 99-%-Intervall ist länger als das 95-%-Intervall
L=2⋅0,3⋅2,5758≈1,5455>1,176L = 2 \cdot 0{,}3 \cdot 2{,}5758 \approx 1{,}5455 \quad > \quad 1{,}176

Schritt 20 Dieselbe Rechnung mit 2,5758

Die Bedingung, Zähler zusammengefasst: 2⋅3⋅2,5758=15,45482 \cdot 3 \cdot 2{,}5758 = 15{,}4548
15,4548n≤0,4∣⋅n\frac{15{,}4548}{\sqrt{n}} \le 0{,}4 \qquad \big| \cdot \sqrt{n}
Wie in Schritt 16, beide Faktoren positiv
15,4548≤0,4⋅n∣:0,415{,}4548 \le 0{,}4 \cdot \sqrt{n} \qquad \big| : 0{,}4
38,637≤n∣  (…)238{,}637 \le \sqrt{n} \qquad \big| \; (\ldots)^2
Quadrieren wie in Schritt 17
n≥38,6372≈1.492,818n \ge 38{,}637^2 \approx 1.492{,}818
Zum Vergleich mit dem ungerundeten Quantil aus R
n≥(2⋅3⋅2,5758290,4)2=38,637442≈1.492,85n \ge \Big(\frac{2 \cdot 3 \cdot 2{,}575829}{0{,}4}\Big)^2 = 38{,}63744^2 \approx 1.492{,}85
(2 * 3 * qnorm(0.995) / 0.4)^2
#[1] 1492.852

Schritt 21 Aufrunden: n=1.493n = 1.493

Probe mit n=1.492n = 1.492: zu lang
L=15,45481.492=15,454838,6264≈0,40011>0,4L = \frac{15{,}4548}{\sqrt{1.492}} = \frac{15{,}4548}{38{,}6264} \approx 0{,}40011 > 0{,}4
Probe mit n=1.493n = 1.493: reicht, ganz knapp
L=15,45481.493=15,454838,6394≈0,39998≤0,4✓L = \frac{15{,}4548}{\sqrt{1.493}} = \frac{15{,}4548}{38{,}6394} \approx 0{,}39998 \le 0{,}4 \quad \checkmark
2 * 3 * qnorm(0.995) / sqrt(c(1492, 1493))
#[1] 0.4001142 0.3999801
Der kleinste Stichprobenumfang für 99 %
nmin⁡=1.493n_{\min} = 1.493

Schritt 22 Vergleich: rund das 1,7-Fache

Verhältnis der beiden Stichprobenumfänge
1.493865≈1,73(das Doppelte wa¨ren 1.730)\frac{1.493}{865} \approx 1{,}73 \qquad \text{(das Doppelte wären 1.730)}
Beide Rechnungen hatten dieselbe Form; 2⋅30,4=15\frac{2 \cdot 3}{0{,}4} = 15 und 152=22515^2 = 225
n≥(2⋅3⋅q0,4)2=152⋅q2=225⋅q2n \ge \Big(\frac{2 \cdot 3 \cdot q}{0{,}4}\Big)^2 = 15^2 \cdot q^2 = 225 \cdot q^2
Probe: 225⋅1,962225 \cdot 1{,}96^2 und 225⋅2,57582225 \cdot 2{,}5758^2
225⋅3,8416=864,36,225⋅6,63475≈1.492,82225 \cdot 3{,}8416 = 864{,}36, \qquad 225 \cdot 6{,}63475 \approx 1.492{,}82
nn wächst mit dem Quadrat des Quantils
(2,57581,96)2≈1,31422≈1,727\Big(\frac{2{,}5758}{1{,}96}\Big)^2 \approx 1{,}3142^2 \approx 1{,}727

Schritt 23 Ergebnis

✓(i) 95-%-Konfidenzintervall: I=[53,382;  54,558]I = [\mathbf{53{,}382};\; \mathbf{54{,}558}], also 53,97±0,58853{,}97 \pm 0{,}588, Länge 1,1761{,}176
✓(ii) Für die Länge höchstens 0,4 bei 95 %: mindestens n=865n = \mathbf{865} Messungen (864,36864{,}36 aufgerundet)
✓(iii) Für die Länge höchstens 0,4 bei 99 %: mindestens n=1.493n = \mathbf{1.493} Messungen (1.492,821.492{,}82 aufgerundet) — rund das 1,7-Fache von (ii)

Proben: Die Länge aus (i) ist 2⋅0,588=1,176=54,558−53,3822 \cdot 0{,}588 = 1{,}176 = 54{,}558 - 53{,}382. Mit 864 bzw. 1.492 Messungen wäre das Intervall noch knapp länger als 0,4, mit 865 bzw. 1.493 nicht mehr. Größenordnung: Die Länge soll von 1,176 auf 0,4 fallen, also um den Faktor 1,176:0,4=2,941{,}176 : 0{,}4 = 2{,}94. Die Länge sinkt mit n\sqrt{n}, also braucht man 2,942=8,64362{,}94^2 = 8{,}6436-mal so viele Messungen: 100⋅8,6436=864,36100 \cdot 8{,}6436 = 864{,}36. Das passt zu (ii).

Typische Fehler: 864,36 auf 864 runden statt aufrunden. σ2=9\sigma^2 = 9 statt σ=3\sigma = 3 einsetzen. Das n\sqrt{n} vergessen. Das Quantil q0,95≈1,645q_{0{,}95} \approx 1{,}645 statt q0,975≈1,96q_{0{,}975} \approx 1{,}96 nehmen, also α\alpha nicht auf zwei Ränder verteilen; ebenso q0,99q_{0{,}99} statt q0,995q_{0{,}995} in (iii). Das Intervall als „μ\mu liegt mit 95 % Wahrscheinlichkeit darin“ lesen.