Auf Blatt 5 wurde aus Daten eine einzelne Zahl geschätzt, zum Beispiel der Mittelwert. Diese
Aufgabe fragt weiter: Wie genau ist so eine Schätzung? Die Antwort ist ein
Konfidenzintervall , kurz KI: ein Bereich um den Schätzwert. Er wird nach einem
Verfahren gebaut, das den gesuchten wahren Wert bei einem vorher festgelegten Anteil aller
Stichproben einfängt, hier bei 95 %. Die Sicherheit gehört also zum Verfahren, nicht zu dem
einen ausgerechneten Bereich (Schritte 3, 12 und 13).
Gegeben ist: Die Messungen folgen einer Normalverteilung. Ihre Varianz ist bekannt, σ 2 = 9 \sigma^2
= 9 σ 2 = 9 . Unbekannt ist ihr Erwartungswert μ \mu μ , die „wahre Mitte“. Die Aufgabe nennt ihn
„Mittelwert μ \mu μ “. 100 Messungen ergeben den Mittelwert 53,97. Eine Einheit nennt die Aufgabe
nicht.
Gesucht sind:
(i) ein 95-%-Konfidenzintervall um 53,97: gebaut nach einem Verfahren, das μ \mu μ bei 95 %
aller Stichproben einfängt. Was das genau heißt, klären die Schritte 3, 12 und 13;
(ii) wie viele Messungen man mindestens bräuchte, damit dieses Intervall höchstens 0,4 lang
ist;
(iii) dasselbe mit 99 % Sicherheit.
Der Weg in vier Etappen:
(i), Schritte 1 bis 10: den Begriff aufbauen. Wie stark schwankt ein Mittelwert aus 100
Messungen? Er ist normalverteilt mit der Standardabweichung 0,3. Nach dem Standardisieren
liefert R die Grenze 1,96. Eine Umformung macht daraus ein Intervall für μ \mu μ .
(i), Schritte 11 bis 13: die Grenzen ausrechnen und klären, was das Intervall bedeutet und
was nicht.
(ii), Schritte 14 bis 18: die Länge des Intervalls als Formel, die Ungleichung „Länge
höchstens 0,4“ nach n n n auflösen, aufrunden.
(iii), Schritte 19 bis 22: dasselbe mit 99 %, dann vergleichen.
Merke: Ein Konfidenzintervall reicht vom Schätzwert minus einem Abstand bis zum
Schätzwert plus demselben Abstand. Dieser Abstand heißt
halbe Breite des Intervalls
(Schritt 10). Er ist die Standardabweichung des Mittelwerts,
σ / n \sigma/\sqrt{n} σ / n , mal einer
Grenze aus der Standardnormalverteilung.
Zur Musterlösung: (i) und (ii) stimmen. In (iii) steht
n ≥ 1.492,818 n \ge 1.492{,}818 n ≥ 1.492 , 818 . Diese Zahl
entsteht mit dem gerundeten Quantil 2,5758; mit dem ungerundeten Wert aus R sind es 1.492,85.
Das Ergebnis 1.493 ist in beiden Fällen dasselbe (Schritt 20). Am Ende steht „fast die
doppelte Stichprobengröße“. Genau ist
1.493 : 865 ≈ 1,73 1.493 : 865 \approx 1{,}73 1.493 : 865 ≈ 1 , 73 , also rund das 1,7-Fache
(Schritt 22).
X i ∼ N ( μ , 9 ) X_i \sim N(\mu,\,9) X i ∼ N ( μ , 9 ) u.i.v.,
σ = 3 \sigma = 3 σ = 3 ,
μ \mu μ unbekannt
Die Aufgabe spricht von „einer Normalverteilung“. Gemeint ist: Jede einzelne Messung ist
eine Zufallsvariable X i X_i X i , also eine Größe, deren Wert vom Zufall abhängt. Die
Nummer i i i läuft von 1 bis 100. Jede X i X_i X i ist normalverteilt mit Erwartungswert μ \mu μ und
Varianz σ 2 \sigma^2 σ 2 : X i ∼ N ( μ , σ 2 ) X_i \sim N(\mu,\,\sigma^2) X i ∼ N ( μ , σ 2 ) .
Dazu kommt eine Voraussetzung, die im Skript immer mitläuft: X 1 , … , X 100 X_1, \dots, X_{100} X 1 , … , X 100 sind
unabhängig und identisch verteilt , kurz u.i.v. Das heißt: Jede Messung folgt
derselben Verteilung, und keine beeinflusst eine andere.
Was bekannt ist und was nicht:
Die Varianz ist bekannt: σ 2 = 9 \sigma^2 = 9 σ 2 = 9 . Die Standardabweichung ist die Wurzel daraus,
σ = 9 = 3 \sigma = \sqrt{9} = 3 σ = 9 = 3 . Eine einzelne Messung weicht also typischerweise um etwa 3 von
der Mitte ab.
Der Erwartungswert μ \mu μ ist unbekannt . Er ist die Mitte, um die alle Messungen
streuen. Ihn will man schätzen.
Von den 100 Messungen ist nur ihr Mittelwert bekannt: x ˉ 100 = 53,97 \bar x_{100} = 53{,}97 x ˉ 100 = 53 , 97 . Der
Index 100 nennt die Zahl der Messungen. Die einzelnen Werte nennt die Aufgabe nicht, sie
werden auch nicht gebraucht.
Das Skript nennt diesen Fall „Fall 1 (selten)“: Varianz bekannt, Erwartungswert unbekannt.
Selten, weil man in der Praxis meist beides nicht kennt. Das ist im Skript Fall 2; er
kommt in Aufgabe 2.
Im Bild steht die senkrechte Linie für μ \mu μ . Weil niemand μ \mu μ kennt, ist die Achse in
Abständen von μ \mu μ beschriftet.
Aus Blatt 4, Aufgabe 1 („Normalverteilung: die σ-Regeln“): X ∼ N ( μ , σ 2 ) X \sim N(\mu,\sigma^2) X ∼ N ( μ , σ 2 )
hat eine glockenförmige Dichte mit der Mitte
μ \mu μ . Der zweite Wert ist die
Varianz σ 2 \sigma^2 σ 2 , die Standardabweichung
σ \sigma σ ist ihre Wurzel.
Wahrscheinlichkeiten sind Flächen unter der Kurve, die ganze Fläche ist 1.
μ ≈ x ˉ 100 = 53,97 \mu \approx \bar x_{100} = 53{,}97 μ ≈ x ˉ 100 = 53 , 97 — aber wie genau?
Der naheliegende Schätzwert für μ \mu μ ist der Stichprobenmittelwert x ˉ 100 = 53,97 \bar x_{100} =
53{,}97 x ˉ 100 = 53 , 97 . Eine einzelne Zahl als Schätzung heißt Punktschätzer .
Das Problem: Mit 100 anderen Messungen wäre ein anderer Mittelwert herausgekommen,
vielleicht 54,12 oder 53,80. Jeder Mittelwert liegt etwas neben μ \mu μ . Um wie viel, weiß
man nicht. Dass μ \mu μ genau 53,97 ist, ist praktisch ausgeschlossen.
Das Bild zeigt das mit acht gedachten Messreihen. Jeder Punkt ist der Mittelwert aus 100
Messungen. Die Punkte liegen um μ \mu μ herum, manche links, manche rechts. Welcher Punkt
der aus der Aufgabe ist, kann man nicht sagen, denn wo μ \mu μ liegt, weiß man nicht.
Die Idee des Skripts: Statt einer Zahl gibt man einen Bereich an, ein
Intervall I = [ I 1 ; I 2 ] I = [I_1;\, I_2] I = [ I 1 ; I 2 ] um den Schätzwert. I 1 I_1 I 1 ist die linke Grenze, I 2 I_2 I 2 die
rechte. Das Semikolon trennt die Grenzen, weil die Zahlen selbst ein Komma haben. Das
Intervall soll so breit sein, dass es μ \mu μ sehr wahrscheinlich enthält. Wie
wahrscheinlich, legt der nächste Schritt fest.
Aus Blatt 5, Aufgabe 3 („Stichprobenvarianz: die Länge der Fische“): Der
Stichprobenmittelwert
x ˉ n = 1 n ∑ i = 1 n x i \bar x_n = \frac{1}{n}\sum_{i=1}^{n} x_i x ˉ n = n 1 ∑ i = 1 n x i ist ein
Schätzer für den Erwartungswert
μ \mu μ : eine aus Daten berechnete Zahl, kein wahrer
Wert. Je größer die Stichprobe, desto verlässlicher wird er.
α = 0,05 \alpha = 0{,}05 α = 0 , 05 ,
1 − α = 0,95 1 - \alpha = 0{,}95 1 − α = 0 , 95 :
P ( I 1 ≤ μ ≤ I 2 ) = 0,95 P(I_1 \le \mu \le I_2) =
0{,}95 P ( I 1 ≤ μ ≤ I 2 ) = 0 , 95
Ganz sicher kann man nie sein. Selbst ein sehr breites Intervall könnte μ \mu μ verfehlen,
nur sehr selten. Man legt deshalb vorher fest, wie oft das Verfahren danebenliegen darf.
Irrtumswahrscheinlichkeit α \alpha α (griechisch „alpha“): die Wahrscheinlichkeit,
dass das Intervall μ \mu μ nicht enthält. Man wählt sie klein.
Sicherheitsniveau 1 − α 1 - \alpha 1 − α : die Wahrscheinlichkeit, dass das Intervall μ \mu μ
enthält.
„95 %-Konfidenzintervall“ heißt: Sicherheitsniveau 1 − α = 0,95 1 - \alpha = 0{,}95 1 − α = 0 , 95 . Also ist α = 1 − 0,95 = 0,05 \alpha
= 1 - 0{,}95 = 0{,}05 α = 1 − 0 , 95 = 0 , 05 . In 5 % der Fälle darf das Verfahren danebenliegen.
Die Forderung lautet damit P ( I 1 ≤ μ ≤ I 2 ) = 0,95 P(I_1 \le \mu \le I_2) = 0{,}95 P ( I 1 ≤ μ ≤ I 2 ) = 0 , 95 . In Worten: Mit
Wahrscheinlichkeit 0,95 fallen die Grenzen so, dass μ \mu μ dazwischen liegt. Ein Intervall
mit dieser Eigenschaft heißt ( 1 − α ) (1-\alpha) ( 1 − α ) -Konfidenzintervall , hier
95-%-Konfidenzintervall. „Konfidenz“ kommt vom lateinischen Wort für Vertrauen.
Achtung beim Lesen: μ \mu μ ist eine feste Zahl, nicht zufällig. Zufällig sind die
Grenzen I 1 I_1 I 1 und I 2 I_2 I 2 , denn sie werden aus der Stichprobe berechnet. Die 0,95
beschreiben also, wie oft das Intervall μ \mu μ einfängt. Was das genau heißt, zeigen die
Schritte 12 und 13.
Um die Grenzen zu finden, braucht man zuerst die Antwort auf eine Frage: Wie weit liegt
ein Mittelwert aus 100 Messungen typischerweise von μ \mu μ entfernt? Darum geht es in den
Schritten 4 bis 6.
E ( X ˉ n ) = 1 n ⋅ n ⋅ μ = μ E(\bar X_n) = \frac{1}{n}\cdot n\cdot\mu = \mu E ( X ˉ n ) = n 1 ⋅ n ⋅ μ = μ
Vor dem Messen steht noch nicht fest, welcher Mittelwert herauskommt. Der Mittelwert ist
dann selbst eine Zufallsvariable. Man schreibt ihn mit großem X X X : X ˉ n = 1 n ( X 1 + ⋯ + X n ) \bar X_n =
\frac{1}{n}(X_1 + \dots + X_n) X ˉ n = n 1 ( X 1 + ⋯ + X n ) . Der gemessene Wert 53,97 ist der Wert, der tatsächlich
herausgekommen ist. Er wird klein geschrieben, x ˉ 100 \bar x_{100} x ˉ 100 . Skript und Musterlösung
schreiben beides klein; hier hilft die Unterscheidung beim Lesen.
Zuerst die Mitte: Um welchen Wert schwankt X ˉ n \bar X_n X ˉ n ? Das ist sein Erwartungswert.
Gerechnet wird mit zwei Regeln aus Blatt 4 (Kasten unten), Zeile für Zeile im Lösungsweg:
Der feste Faktor 1 n \frac{1}{n} n 1 darf vor den Erwartungswert.
Der Erwartungswert einer Summe ist die Summe der Erwartungswerte.
Jede Messung hat den Erwartungswert μ \mu μ . n n n -mal μ \mu μ addiert ergibt n ⋅ μ n \cdot \mu n ⋅ μ .
Geteilt durch n n n bleibt μ \mu μ .
Ergebnis: E ( X ˉ n ) = μ E(\bar X_n) = \mu E ( X ˉ n ) = μ . Der Mittelwert schwankt also um die richtige Mitte. Er
liegt im Mittel weder zu hoch noch zu tief.
Im Bild beschreibt die Kurve, wo die Mittelwerte landen können. Ihre Mitte ist μ \mu μ , die
Punkte der gedachten Messreihen liegen darum herum. Wie breit die Kurve ist, klärt Schritt
5, warum sie eine Glocke ist, Schritt 6.
Aus Blatt 4, Aufgabe 4 („Erwartungswert und Varianz: die Rechenregeln“): E ( U + V ) = E ( U ) + E ( V ) E(U + V)
= E(U) + E(V) E ( U + V ) = E ( U ) + E ( V ) für beliebige Zufallsvariablen, und
E ( a X + b ) = a ⋅ E ( X ) + b E(aX + b) = a \cdot E(X) + b E ( a X + b ) = a ⋅ E ( X ) + b für
feste Zahlen
a a a und
b b b . Hier ist
a = 1 n a = \frac{1}{n} a = n 1 und
b = 0 b = 0 b = 0 .
v a r ( X ˉ 100 ) = 9 100 = 0,09 \mathrm{var}(\bar X_{100}) = \frac{9}{100} = 0{,}09 var ( X ˉ 100 ) = 100 9 = 0 , 09 , Standardabweichung
σ n = 0,3 \frac{\sigma}{\sqrt{n}} = 0{,}3 n σ = 0 , 3
Jetzt die Breite: Wie stark streut X ˉ n \bar X_n X ˉ n um μ \mu μ ? Das misst die Varianz. Wieder zwei
Regeln aus Blatt 4:
Ein fester Faktor vor der Zufallsvariable kommt quadriert nach vorn:
v a r ( a X ) = a 2 ⋅ v a r ( X ) \mathrm{var}(aX) = a^2 \cdot \mathrm{var}(X) var ( a X ) = a 2 ⋅ var ( X ) . Hier ist a = 1 n a = \frac{1}{n} a = n 1 , also kommt
1 n 2 \frac{1}{n^2} n 2 1 nach vorn.
Bei unabhängigen Zufallsvariablen addieren sich die Varianzen. Die Messungen sind
unabhängig (Schritt 1). Also ist die Varianz der Summe v a r ( X 1 ) + ⋯ + v a r ( X n ) \mathrm{var}(X_1) + \dots +
\mathrm{var}(X_n) var ( X 1 ) + ⋯ + var ( X n ) .
Jede Messung hat die Varianz σ 2 \sigma^2 σ 2 . n n n Summanden ergeben n ⋅ σ 2 n \cdot \sigma^2 n ⋅ σ 2 . Mal
1 n 2 \frac{1}{n^2} n 2 1 gibt n ⋅ σ 2 n 2 \frac{n \cdot \sigma^2}{n^2} n 2 n ⋅ σ 2 . Ein n n n kürzt sich, übrig bleibt
σ 2 n \frac{\sigma^2}{n} n σ 2 .
Mit den Zahlen der Aufgabe: v a r ( X ˉ 100 ) = 9 100 = 0,09 \mathrm{var}(\bar X_{100}) = \frac{9}{100} = 0{,}09 var ( X ˉ 100 ) = 100 9 = 0 , 09 . Die
Standardabweichung ist die Wurzel daraus: 0,09 = 0,3 \sqrt{0{,}09} = \mathbf{0{,}3} 0 , 09 = 0 , 3 . Das ist
dasselbe wie σ n = 3 100 = 3 10 \frac{\sigma}{\sqrt{n}} = \frac{3}{\sqrt{100}} = \frac{3}{10} n σ = 100 3 = 10 3 .
Was das heißt: Eine einzelne Messung streut mit σ = 3 \sigma = 3 σ = 3 . Der Mittelwert aus
100 Messungen streut nur mit 0,3, also zehnmal weniger. Im Bild ist die flache
gestrichelte Linie die Kurve einer Einzelmessung im selben Maßstab. Sie ist so breit, dass
sie weit über den Bildrand hinausreicht. Die Glocke des Mittelwerts ist schmal und hoch.
Die Klammer markiert μ ± 0,3 \mu \pm 0{,}3 μ ± 0 , 3 , also den Bereich von μ − 0,3 \mu - 0{,}3 μ − 0 , 3 bis μ + 0,3 \mu +
0{,}3 μ + 0 , 3 .
Die Streuung sinkt mit n \sqrt{n} n , nicht mit n n n . Für die halbe Standardabweichung braucht
man deshalb viermal so viele Messungen.
Aus Blatt 4, Aufgabe 4 („Erwartungswert und Varianz: die Rechenregeln“):
v a r ( a X + b ) = a 2 ⋅ v a r ( X ) \mathrm{var}(aX + b) = a^2 \cdot \mathrm{var}(X) var ( a X + b ) = a 2 ⋅ var ( X ) : Der Faktor steht im Quadrat, der
Summand fällt weg. Sind
X X X und
Y Y Y unabhängig, gilt
v a r ( X + Y ) = v a r ( X ) + v a r ( Y ) \mathrm{var}(X + Y) =
\mathrm{var}(X) + \mathrm{var}(Y) var ( X + Y ) = var ( X ) + var ( Y ) .
X ˉ 100 ∼ N ( μ ; 0,09 ) \bar X_{100} \sim N(\mu;\; 0{,}09) X ˉ 100 ∼ N ( μ ; 0 , 09 )
Mitte und Breite sind bekannt. Es fehlt die Form der Kurve. Dafür steht im Skript ein
Satz, der hier ohne Beweis benutzt wird:
Sind X 1 , … , X n X_1, \dots, X_n X 1 , … , X n u.i.v. und normalverteilt, dann ist auch ihr Mittelwert
normalverteilt , mit dem Erwartungswert μ \mu μ aus Schritt 4 und der Varianz σ 2 / n \sigma^2/n σ 2 / n aus Schritt 5:
X ˉ n ∼ N ( μ , σ 2 / n ) \bar X_n \sim N(\mu,\,\sigma^2/n) X ˉ n ∼ N ( μ , σ 2 / n ) .
Hier: X ˉ 100 ∼ N ( μ ; 0,09 ) \bar X_{100} \sim N(\mu;\, 0{,}09) X ˉ 100 ∼ N ( μ ; 0 , 09 ) . Das Semikolon trennt die beiden Werte, weil
0,09 selbst ein Komma hat. Die Glocke im Bild ist genau diese Verteilung: Mitte μ \mu μ ,
Standardabweichung 0,3.
Ergänzung: Der zweite Teil dieses Satzes im Skript heißt
zentraler Grenzwertsatz . Er sagt: Auch wenn die einzelnen Messungen
nicht normalverteilt sind, ist ihr Mittelwert bei großem n n n ungefähr
normalverteilt. Als Faustregel gilt n ≥ 30 n \ge 30 n ≥ 30 . Hier braucht man ihn nicht, weil die
Aufgabe die Normalverteilung vorgibt.
Merke: X ˉ n ∼ N ( μ , σ 2 / n ) \bar X_n \sim N(\mu,\,\sigma^2/n) X ˉ n ∼ N ( μ , σ 2 / n ) . Der Mittelwert hat dieselbe Mitte wie
eine einzelne Messung, aber nur ein
n n n -tel ihrer Varianz.
Z = n ⋅ X ˉ n − μ σ = X ˉ 100 − μ 0,3 ∼ N ( 0 , 1 ) Z = \sqrt{n}\cdot\dfrac{\bar X_n - \mu}{\sigma} = \dfrac{\bar X_{100} - \mu}{0{,}3} \sim
N(0,\,1) Z = n ⋅ σ X ˉ n − μ = 0 , 3 X ˉ 100 − μ ∼ N ( 0 , 1 )
Man möchte Flächen unter der Glocke N ( μ ; 0,09 ) N(\mu;\,0{,}09) N ( μ ; 0 , 09 ) ausrechnen. Das geht so nicht, denn
μ \mu μ ist unbekannt: Man weiß nicht, wo die Glocke steht. Der Ausweg heißt
Standardisieren . Man misst den Abstand von X ˉ n \bar X_n X ˉ n zur Mitte μ \mu μ in
Standardabweichungen.
Die Standardabweichung von X ˉ n \bar X_n X ˉ n ist σ / n \sigma/\sqrt{n} σ / n (Schritt 5). Also ist Z = X ˉ n − μ σ / n Z =
\dfrac{\bar X_n - \mu}{\sigma/\sqrt{n}} Z = σ / n X ˉ n − μ .
Durch einen Bruch teilt man, indem man mit seinem Kehrwert malnimmt. Der Kehrwert von
σ n \frac{\sigma}{\sqrt{n}} n σ ist n σ \frac{\sqrt{n}}{\sigma} σ n . So entsteht die Form aus dem
Skript: Z = n ⋅ X ˉ n − μ σ Z = \sqrt{n} \cdot \dfrac{\bar X_n - \mu}{\sigma} Z = n ⋅ σ X ˉ n − μ .
Dieses Z Z Z ist standardnormalverteilt , Z ∼ N ( 0 , 1 ) Z \sim N(0,\,1) Z ∼ N ( 0 , 1 ) : Mitte 0,
Standardabweichung 1. Das ist der Gewinn: In der Verteilung N ( 0 , 1 ) N(0,\,1) N ( 0 , 1 ) steht keine
unbekannte Zahl mehr. Ihre Flächen und Grenzen liefert R. Das unbekannte μ \mu μ steckt nur
noch in der Formel für Z Z Z . Dort holt Schritt 10 es wieder heraus.
Hier ist σ / n = 0,3 \sigma/\sqrt{n} = 0{,}3 σ / n = 0 , 3 , also Z = X ˉ 100 − μ 0,3 Z = \dfrac{\bar X_{100} - \mu}{0{,}3} Z = 0 , 3 X ˉ 100 − μ . Im Bild
ist das die zweite Zeile unter der Achse: 0,3 in der Zeile von x ˉ \bar x x ˉ entspricht 1 in
der Zeile von z z z . Die Kurve bleibt dieselbe, nur die Achse wird neu beschriftet.
Aus Blatt 4, Aufgabe 5 („Quantile: die Füllmenge einer Kaffeepackung“):
Standardisieren heißt
Z = X − μ σ Z = \dfrac{X - \mu}{\sigma} Z = σ X − μ . Ist
X X X normalverteilt, dann ist
Z ∼ N ( 0 , 1 ) Z
\sim N(0,\,1) Z ∼ N ( 0 , 1 ) . Hier wird dasselbe mit
X ˉ n \bar X_n X ˉ n statt
X X X gemacht. Deshalb steht im
Nenner dessen Standardabweichung
σ / n \sigma/\sqrt{n} σ / n .
P ( − q ≤ Z ≤ q ) = 0,95 P(-q \le Z \le q) = 0{,}95 P ( − q ≤ Z ≤ q ) = 0 , 95 , je Rand
α 2 = 0,025 \frac{\alpha}{2} = 0{,}025 2 α = 0 , 025
Jetzt kommt α \alpha α ins Spiel. Gesucht ist ein Bereich, in dem Z Z Z mit Wahrscheinlichkeit
1 − α = 0,95 1 - \alpha = 0{,}95 1 − α = 0 , 95 landet. Man nimmt den Bereich in der Mitte , symmetrisch um 0:
von − q -q − q bis q q q . Die Zahl q q q ist noch unbekannt; Schritt 9 bestimmt sie.
Warum in der Mitte? Dort ist die Glocke am höchsten. Für dieselbe Fläche von 95 % ist der
Bereich dort am schmalsten. Ein schmaler Bereich gibt später ein kurzes Intervall.
Außerhalb bleibt α = 0,05 \alpha = 0{,}05 α = 0 , 05 . Wegen der Symmetrie verteilt sich das gleich auf beide
Ränder: links α 2 = 0,025 \frac{\alpha}{2} = 0{,}025 2 α = 0 , 025 und rechts 0,025 0{,}025 0 , 025 , also je 2,5 %.
Im Bild: die markierte Fläche in der Mitte mit 95 % und die zwei schmalen roten Ränder mit
je 2,5 %.
Aus Blatt 4, Aufgabe 3 („Standardnormalverteilung mit R“): Die Glocke von
N ( 0 , 1 ) N(0,\,1) N ( 0 , 1 ) ist spiegelbildlich um 0. Der Rand links von
− t -t − t ist deshalb genauso groß wie
der Rand rechts von
t t t .
qnorm(0.975) →
1,959964 ≈ 1,96 1{,}959964 \approx 1{,}96 1 , 959964 ≈ 1 , 96
Welche Zahl ist q q q ? Links von q q q liegen die Mitte (0,95) und der linke Rand (0,025),
zusammen 0,975 0{,}975 0 , 975 . Nur der rechte Rand (0,025) liegt rechts davon.
Eine Grenze, links von der ein vorgegebener Anteil der Fläche liegt, heißt Quantil .
q q q ist also das 0,975-Quantil der Standardnormalverteilung. Allgemein schreibt man
q 1 − α / 2 q_{1-\alpha/2} q 1 − α /2 , denn 1 − α 2 = 1 − 0,025 = 0,975 1 - \frac{\alpha}{2} = 1 - 0{,}025 = 0{,}975 1 − 2 α = 1 − 0 , 025 = 0 , 975 .
R liefert Quantile mit qnorm. Ohne weitere Angaben rechnet R mit
N ( 0 , 1 ) N(0,\,1) N ( 0 , 1 ) . qnorm(0.975) gibt 1,959964. Auf vier
Nachkommastellen ist das 1,9600, also q 0,975 ≈ 1,96 q_{0{,}975} \approx 1{,}96 q 0 , 975 ≈ 1 , 96 . Mit 1,96 rechnen auch
Skript und Musterlösung.
Die linke Grenze ist − 1,96 -1{,}96 − 1 , 96 : qnorm(0.025) gibt − 1,959964 -1{,}959964 − 1 , 959964 .
Wegen der Symmetrie ist das dieselbe Zahl mit Minus.
Probe: Fläche zwischen − 1,96 -1{,}96 − 1 , 96 und 1,96 1{,}96 1 , 96 = Fläche links von 1,96 1{,}96 1 , 96 minus
Fläche links von − 1,96 -1{,}96 − 1 , 96 = 0,975 − 0,025 = 0,95 0{,}975 - 0{,}025 = 0{,}95 0 , 975 − 0 , 025 = 0 , 95 . R bestätigt das mit
pnorm: 0,9500042. pnorm(t) ist die
Umkehrung von qnorm: Es liefert zu einer Grenze t t t die Fläche
links von t t t , qnorm liefert zu einer Fläche die Grenze.
Plausibel? Nach der zweiten σ-Regel aus Blatt 4, Aufgabe 1 („Normalverteilung: die
σ-Regeln“) liegen zwischen μ − 2 σ \mu - 2\sigma μ − 2 σ und μ + 2 σ \mu + 2\sigma μ + 2 σ rund 95,4 %. Bei N ( 0 , 1 ) N(0,\,1) N ( 0 , 1 )
ist μ = 0 \mu = 0 μ = 0 und σ = 1 \sigma = 1 σ = 1 , das ist also der Bereich von − 2 -2 − 2 bis 2 2 2 . Für genau 95 %
muss die Grenze etwas weiter innen liegen. 1,96 ist knapp unter 2.
Aus Blatt 4, Aufgabe 5 („Quantile: die Füllmenge einer Kaffeepackung“): Das Quantil
zu einem Anteil
p p p ist die Grenze, links von der der Anteil
p p p liegt. R gibt es mit
qnorm(p). Dort hieß das Quantil der Standardnormalverteilung
z 0,99 z_{0{,}99} z 0 , 99 . Skript und Musterlösung schreiben hier
q q q , also
q 0,975 q_{0{,}975} q 0 , 975 . Im Index
steht immer der Anteil links von der Grenze. Hier ist das
1 − α / 2 = 0,975 1 - \alpha/2 = 0{,}975 1 − α /2 = 0 , 975 . Das
α \alpha α dieser Aufgabe ist dagegen die Irrtumswahrscheinlichkeit 0,05.
Aus Blatt 4, Aufgabe 3 („Standardnormalverteilung mit R“):
pnorm(t) gibt die Fläche links von
t t t unter der Dichte von
N ( 0 , 1 ) N(0,\,1) N ( 0 , 1 ) . Eine Fläche zwischen zwei Grenzen ist die Fläche links der großen Grenze minus
die Fläche links der kleinen.
P ( X ˉ n − σ n q ≤ μ ≤ X ˉ n + σ n q ) = 0,95 P\big(\bar X_n - \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q \le \mu \le \bar X_n +
\frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q\big) = 0{,}95 P ( X ˉ n − n σ q ≤ μ ≤ X ˉ n + n σ q ) = 0 , 95 ,
σ n q = 0,588 \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q = 0{,}588 n σ q = 0 , 588
Jetzt steht fest: P ( − 1,96 ≤ Z ≤ 1,96 ) = 0,95 P(-1{,}96 \le Z \le 1{,}96) = 0{,}95 P ( − 1 , 96 ≤ Z ≤ 1 , 96 ) = 0 , 95 . Für Z Z Z setzt man die Formel aus
Schritt 7 ein. Dann steht μ \mu μ in der Mitte einer Doppelungleichung (zwei
Ungleichungen in einer Zeile), eingepackt in einen Bruch. Ziel: μ \mu μ allein in die Mitte
bringen. Dann liest man die Grenzen für μ \mu μ direkt ab.
Eine Doppelungleichung formt man um wie eine Gleichung, nur auf allen drei Teilen
gleichzeitig. Zeile für Zeile:
Mit σ n \frac{\sigma}{\sqrt{n}} n σ malnehmen. In der Mitte hebt sich der Bruch auf: n ⋅ X ˉ n − μ σ ⋅ σ n = X ˉ n − μ \sqrt{n}
\cdot \frac{\bar X_n - \mu}{\sigma} \cdot \frac{\sigma}{\sqrt{n}} = \bar X_n - \mu n ⋅ σ X ˉ n − μ ⋅ n σ = X ˉ n − μ . Der
Faktor ist positiv, die Zeichen ≤ \le ≤ bleiben.
Auf allen drei Teilen X ˉ n \bar X_n X ˉ n abziehen. In der Mitte bleibt − μ -\mu − μ .
Mit − 1 -1 − 1 malnehmen, damit aus − μ -\mu − μ ein μ \mu μ wird. Achtung: Beim Malnehmen mit
einer negativen Zahl drehen sich die Zeichen um, aus ≤ \le ≤ wird ≥ \ge ≥ . Beispiel: 2 ≤ 3 2 \le
3 2 ≤ 3 , aber − 2 ≥ − 3 -2 \ge -3 − 2 ≥ − 3 .
Die Zeile von rechts nach links lesen. Dann steht die kleinere Grenze wieder links und
das Zeichen ist wieder ≤ \le ≤ .
Jede Zeile beschreibt dasselbe Ereignis, nur anders aufgeschrieben. Deshalb bleibt die
Wahrscheinlichkeit 0,95. Aus einer Aussage über X ˉ n \bar X_n X ˉ n ist eine Aussage über μ \mu μ
geworden.
Der Abstand nach beiden Seiten ist σ n q = 0,3 ⋅ 1,96 = 0,588 \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q = 0{,}3 \cdot 1{,}96 =
\mathbf{0{,}588} n σ q = 0 , 3 ⋅ 1 , 96 = 0 , 588 . Diesen Abstand nennt man die halbe Breite des Intervalls: Das
Intervall reicht so weit nach links und genauso weit nach rechts.
Im Bild: In der Zeile von x ˉ \bar x x ˉ liegen die Grenzen der Mitte bei μ − 0,588 \mu - 0{,}588 μ − 0 , 588
und μ + 0,588 \mu + 0{,}588 μ + 0 , 588 . Mit Wahrscheinlichkeit 0,95 landet X ˉ 100 \bar X_{100} X ˉ 100 also höchstens
0,588 von μ \mu μ entfernt. Ein Abstand ist in beide Richtungen gleich lang. Also liegt dann
auch μ \mu μ höchstens 0,588 von X ˉ 100 \bar X_{100} X ˉ 100 entfernt. Genau das sagt die umgeformte
Zeile.
I = [ 53,97 − 0,588 ; 53,97 + 0,588 ] = [ 53,382 ; 54,558 ] I = [53{,}97 - 0{,}588;\; 53{,}97 + 0{,}588] = [53{,}382;\; 54{,}558] I = [ 53 , 97 − 0 , 588 ; 53 , 97 + 0 , 588 ] = [ 53 , 382 ; 54 , 558 ]
Das Ergebnis von Schritt 10 ist die Definition des Konfidenzintervalls im Skript (Fall 1).
Die Grenzen sind Mittelwert minus bzw. plus halbe Breite:
I 1 = x ˉ n − σ n q 1 − α / 2 I_1 = \bar x_n - \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q_{1-\alpha/2} I 1 = x ˉ n − n σ q 1 − α /2 und I 2 = x ˉ n + σ n q 1 − α / 2 I_2 = \bar x_n
+ \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q_{1-\alpha/2} I 2 = x ˉ n + n σ q 1 − α /2
Hier steht klein x ˉ n \bar x_n x ˉ n : Jetzt wird der gemessene Wert 53,97 eingesetzt. Mit der
halben Breite 0,588 aus Schritt 10:
I 1 = 53,97 − 0,588 = 53,382 I_1 = 53{,}97 - 0{,}588 = \mathbf{53{,}382} I 1 = 53 , 97 − 0 , 588 = 53 , 382
I 2 = 53,97 + 0,588 = 54,558 I_2 = 53{,}97 + 0{,}588 = \mathbf{54{,}558} I 2 = 53 , 97 + 0 , 588 = 54 , 558
Das 95-%-Konfidenzintervall ist I = [ 53,382 ; 54,558 ] I = [53{,}382;\; 54{,}558] I = [ 53 , 382 ; 54 , 558 ] . Im Bild ist es der Balken
auf dem Zahlenstrahl, mit x ˉ 100 = 53,97 \bar x_{100} = 53{,}97 x ˉ 100 = 53 , 97 als Punkt genau in der Mitte. Es ist
54,558 − 53,382 = 1,176 54{,}558 - 53{,}382 = 1{,}176 54 , 558 − 53 , 382 = 1 , 176 lang.
Rundung: Mit q = 1,96 q = 1{,}96 q = 1 , 96 sind die Grenzen genau 53,382 und 54,558. Mit dem
ungerundeten Quantil gibt R 53,38201 und 54,55799 aus. Der Unterschied beginnt erst in der
fünften Nachkommastelle.
Im R-Befehl ist sqrt die Wurzel und
qnorm(0.975) das Quantil aus Schritt 9.
Das Verfahren trifft
μ \mu μ bei 95 % aller Stichproben
Was heißt „95 %“ bei diesem Intervall? Ein Gedankenexperiment hilft. Man stellt sich vor,
man macht die ganze Messreihe sehr oft, jedes Mal mit 100 neuen Messungen.
Jede Messreihe gibt ihren eigenen Mittelwert x ˉ 100 \bar x_{100} x ˉ 100 .
Jede baut damit ihr eigenes Intervall, von x ˉ 100 − 0,588 \bar x_{100} - 0{,}588 x ˉ 100 − 0 , 588 bis x ˉ 100 + 0,588 \bar x_{100} +
0{,}588 x ˉ 100 + 0 , 588 . Alle sind gleich lang, 1,176, aber sie liegen an verschiedenen Stellen.
μ \mu μ bleibt immer an derselben Stelle. Es ist eine feste Zahl.
Das Bild zeigt unten 20 solche Messreihen, mit dem Computer ausgedacht. Nur für dieses
Bild wurde eine Lage für μ \mu μ angenommen. 19 Intervalle enthalten μ \mu μ (grün), eines
verfehlt es (rot, beschriftet mit „verfehlt“). 19 : 20 = 95 % 19 : 20 = 95\,\% 19 : 20 = 95 % .
Genau das garantiert die Rechnung aus Schritt 10: Auf lange Sicht enthalten
95 % aller so gebauten Intervalle das wahre μ \mu μ . Bei nur 20 Stück können es
zufällig auch 18 oder 20 sein; hier sind es genau 19.
Merke: Die 95 % sind eine Eigenschaft des
Verfahrens : So gebaute Intervalle
enthalten
μ \mu μ bei 95 % aller Stichproben.
nicht: „
μ \mu μ liegt mit 95 % in
[ 53,382 ; 54,558 ] [53{,}382;\, 54{,}558] [ 53 , 382 ; 54 , 558 ] “
Ein häufiger Satz lautet: „μ \mu μ liegt mit 95 % Wahrscheinlichkeit in [ 53,382 ; 54,558 ] [53{,}382;\,
54{,}558] [ 53 , 382 ; 54 , 558 ] .“ Das ist so nicht richtig .
Der Grund: In diesem Satz ist nichts mehr zufällig. μ \mu μ ist eine feste Zahl. Die Grenzen
53,382 und 54,558 sind jetzt auch feste Zahlen. Entweder liegt μ \mu μ dazwischen oder
nicht. Man weiß nur nicht, welcher Fall vorliegt.
Zufällig waren die Grenzen vor dem Messen: X ˉ 100 − 0,588 \bar X_{100} - 0{,}588 X ˉ 100 − 0 , 588 und X ˉ 100 + 0,588 \bar
X_{100} + 0{,}588 X ˉ 100 + 0 , 588 hängen vom zufälligen Mittelwert ab. Das Skript sagt dazu: I 1 I_1 I 1 und
I 2 I_2 I 2 hängen von x ˉ n \bar x_n x ˉ n ab und sind damit selbst Zufallsvariablen. Auf sie bezieht
sich die Wahrscheinlichkeit 0,95. Die Tabelle im Lösungsweg stellt gegenüber, was vor und
was nach dem Messen zufällig ist.
Richtig ist: „Das Verfahren liefert bei 95 % aller Stichproben ein Intervall, das μ \mu μ
enthält. [ 53,382 ; 54,558 ] [53{,}382;\, 54{,}558] [ 53 , 382 ; 54 , 558 ] ist ein so gebautes Intervall.“
Im Bild ist das Intervall oben wie eine der 20 Zeilen unten. Ob es eine grüne oder die
rote ist, sieht man ihm nicht an. Man vertraut dem Verfahren, weil es in 95 % der Fälle
trifft. Daher der Name „Konfidenz“, Vertrauen.
L = I 2 − I 1 = 2 ⋅ σ n ⋅ q 1 − α / 2 L = I_2 - I_1 = 2 \cdot \dfrac{\sigma}{\sqrt{n}} \cdot q_{1-\alpha/2} L = I 2 − I 1 = 2 ⋅ n σ ⋅ q 1 − α /2 ; bei
n = 100 n =
100 n = 100 :
1,176 1{,}176 1 , 176
Teil (ii) fragt nach der Länge des Intervalls, L = I 2 − I 1 L = I_2 - I_1 L = I 2 − I 1 : rechte Grenze minus
linke Grenze.
Man setzt die Grenzen aus Schritt 11 ein und löst die Klammern auf. Das Minus vor der
zweiten Klammer dreht beide Vorzeichen darin um: − ( x ˉ n − σ n q ) = − x ˉ n + σ n q -\big(\bar x_n -
\frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q\big) = -\bar x_n + \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q − ( x ˉ n − n σ q ) = − x ˉ n + n σ q .
Dabei passiert etwas Wichtiges: x ˉ n \bar x_n x ˉ n kommt einmal mit Plus und einmal mit Minus vor.
Es hebt sich weg. Übrig bleibt zweimal die halbe Breite: L = 2 ⋅ σ n ⋅ q 1 − α / 2 L = 2 \cdot
\frac{\sigma}{\sqrt{n}} \cdot q_{1-\alpha/2} L = 2 ⋅ n σ ⋅ q 1 − α /2 .
Folge: Die Länge hängt nicht von den Messwerten ab, nur von σ \sigma σ , von n n n und
vom Sicherheitsniveau. Deshalb kann man sie planen, bevor man misst. Genau das fragt (ii).
Probe mit (i): L = 2 ⋅ 0,3 ⋅ 1,96 = 1,176 L = 2 \cdot 0{,}3 \cdot 1{,}96 = 1{,}176 L = 2 ⋅ 0 , 3 ⋅ 1 , 96 = 1 , 176 , dasselbe wie 54,558 − 53,382 54{,}558 -
53{,}382 54 , 558 − 53 , 382 . Gewünscht sind höchstens 0,4. Das Intervall aus (i) ist also fast dreimal so
lang wie erlaubt.
Das Bild zeigt die Länge L L L für jeden Stichprobenumfang n n n . Mit wachsendem n n n fällt die
Kurve. Der Punkt ist n = 100 n = 100 n = 100 mit L = 1,176 L = 1{,}176 L = 1 , 176 . Die gestrichelte waagerechte Linie ist
die gewünschte Länge 0,4.
Aus dem Skript: Das Intervall wird länger, wenn
σ \sigma σ größer ist (die Messungen
streuen mehr). Es wird kürzer, wenn
n n n größer ist (mehr Messungen) oder wenn
α \alpha α
größer ist (weniger Sicherheit verlangt).
2 ⋅ 3 n ⋅ 1,96 ≤ 0,4 ⟺ 11,76 n ≤ 0,4 2 \cdot \dfrac{3}{\sqrt{n}} \cdot 1{,}96 \le 0{,}4 \iff \dfrac{11{,}76}{\sqrt{n}} \le
0{,}4 2 ⋅ n 3 ⋅ 1 , 96 ≤ 0 , 4 ⟺ n 11 , 76 ≤ 0 , 4
Die Forderung aus (ii) ist L ≤ 0,4 L \le 0{,}4 L ≤ 0 , 4 , gelesen „L L L kleiner gleich 0,4“. Mit der Formel
aus Schritt 14 wird daraus eine Ungleichung.
Was steht fest, was nicht?
σ = 3 \sigma = 3 σ = 3 : So stark streuen die Messungen. Daran ändert man nichts.
q 0,975 = 1,96 q_{0{,}975} = 1{,}96 q 0 , 975 = 1 , 96 : Das Sicherheitsniveau bleibt 95 %.
Frei wählbar ist nur n n n , die Zahl der Messungen.
Eingesetzt: 2 ⋅ 3 n ⋅ 1,96 ≤ 0,4 2 \cdot \frac{3}{\sqrt{n}} \cdot 1{,}96 \le 0{,}4 2 ⋅ n 3 ⋅ 1 , 96 ≤ 0 , 4 . Die festen Zahlen fasst
man im Zähler zusammen: 2 ⋅ 3 ⋅ 1,96 = 11,76 2 \cdot 3 \cdot 1{,}96 = 11{,}76 2 ⋅ 3 ⋅ 1 , 96 = 11 , 76 . Übrig bleibt
11,76 n ≤ 0,4 \dfrac{11{,}76}{\sqrt{n}} \le 0{,}4 n 11 , 76 ≤ 0 , 4 .
Im Bild: Gesucht sind die n n n , bei denen die Kurve auf oder unter der gestrichelten Linie
liegt.
11,76 ≤ 0,4 n ⇒ n ≥ 29,4 11{,}76 \le 0{,}4\,\sqrt{n} \;\Rightarrow\; \sqrt{n} \ge 29{,}4 11 , 76 ≤ 0 , 4 n ⇒ n ≥ 29 , 4
n n n steht unter der Wurzel im Nenner. Man holt es in zwei Zeilen heraus:
Beide Seiten mal n \sqrt{n} n . Links kürzt sich n \sqrt{n} n weg: 11,76 ≤ 0,4 ⋅ n 11{,}76 \le 0{,}4 \cdot
\sqrt{n} 11 , 76 ≤ 0 , 4 ⋅ n . Weil n \sqrt{n} n positiv ist, bleibt das Zeichen ≤ \le ≤ .
Beide Seiten durch 0,4. Auch 0,4 ist positiv, das Zeichen bleibt: 11,76 0,4 = 29,4 ≤ n \frac{11{,}76}{0{,}4}
= 29{,}4 \le \sqrt{n} 0 , 4 11 , 76 = 29 , 4 ≤ n .
29,4 ≤ n 29{,}4 \le \sqrt{n} 29 , 4 ≤ n heißt dasselbe wie n ≥ 29,4 \sqrt{n} \ge 29{,}4 n ≥ 29 , 4 : Die Wurzel aus n n n muss
mindestens 29,4 sein. So schreibt es die Musterlösung.
Warum wurde aus „L L L höchstens“ ein „n \sqrt{n} n mindestens“? Weil n \sqrt{n} n im
Nenner steht. Ein größerer Nenner macht den Bruch kleiner. Für ein kurzes Intervall
braucht man also ein großes n n n . Im Bild: Je weiter rechts, desto tiefer die Kurve.
n ≥ 29,4 2 = 864,36 n \ge 29{,}4^2 = 864{,}36 n ≥ 29 , 4 2 = 864 , 36
Jetzt muss noch die Wurzel weg: Beide Seiten werden quadriert. Das ist erlaubt und lässt
das Zeichen ≥ \ge ≥ stehen, weil beide Seiten positiv sind. Für positive Zahlen gilt: Die
größere Zahl hat auch das größere Quadrat.
n ≥ 29,4 2 = 29,4 ⋅ 29,4 = 864,36 n \ge 29{,}4^2 = 29{,}4 \cdot 29{,}4 = \mathbf{864{,}36} n ≥ 29 , 4 2 = 29 , 4 ⋅ 29 , 4 = 864 , 36
Mit dem ungerundeten Quantil 1,959964 aus R kommt 864,33 heraus. Der Unterschied liegt in
der zweiten Nachkommastelle. Beide Werte liegen zwischen 864 und 865.
Im Bild ist 864,36 die Stelle, an der die Kurve die Linie 0,4 schneidet.
n = 864 n = 864 n = 864 :
L ≈ 0,40008 L \approx 0{,}40008 L ≈ 0 , 40008 zu lang;
n = 865 n = 865 n = 865 :
L ≈ 0,39985 L \approx 0{,}39985 L ≈ 0 , 39985 ✓
n n n zählt Messungen und muss deshalb eine ganze Zahl sein. 864,36 liegt zwischen 864 und
865. Welche Zahl nimmt man?
Gewöhnliches Runden gäbe 864. Die Bedingung heißt aber n ≥ 864,36 n \ge 864{,}36 n ≥ 864 , 36 , und 864 ist
kleiner als 864,36. Also muss man aufrunden : n = 865 n = 865 n = 865 .
Probe: die Länge für beide Zahlen ausrechnen.
n = 864 n = 864 n = 864 : L = 11,76 864 = 11,76 29,3939 ≈ 0,40008 L = \frac{11{,}76}{\sqrt{864}} = \frac{11{,}76}{29{,}3939} \approx
0{,}40008 L = 864 11 , 76 = 29 , 3939 11 , 76 ≈ 0 , 40008 . Das ist mehr als 0,4 — knapp, aber zu lang.
n = 865 n = 865 n = 865 : L = 11,76 865 = 11,76 29,4109 ≈ 0,39985 L = \frac{11{,}76}{\sqrt{865}} = \frac{11{,}76}{29{,}4109} \approx
0{,}39985 L = 865 11 , 76 = 29 , 4109 11 , 76 ≈ 0 , 39985 . Das ist höchstens 0,4.
Die Lupe im Bild vergrößert diese Stelle: Der Punkt bei 864 liegt über der Linie 0,4, der
bei 865 darunter. Mit dem ungerundeten Quantil aus R ist es genauso (R-Zeile im
Lösungsweg). Dort steht c(864, 865): R rechnet für beide Zahlen
auf einmal.
Ergebnis (ii): Man braucht mindestens n min = 865 n_{\min} = \mathbf{865} n m i n = 865 Messungen. n min n_{\min} n m i n
heißt „das kleinste n n n , das reicht“.
Merke: Wird eine Mindestanzahl gesucht, rundet man immer auf, auch bei 864,01. Die
Probe mit der Zahl darunter zeigt, dass sie nicht reicht.
α = 0,01 \alpha = 0{,}01 α = 0 , 01 ,
qnorm(0.995) →
2,575829 ≈ 2,5758 2{,}575829 \approx
2{,}5758 2 , 575829 ≈ 2 , 5758
Teil (iii) verlangt mehr Sicherheit: 99 % statt 95 %. Also ist 1 − α = 0,99 1 - \alpha = 0{,}99 1 − α = 0 , 99 und
α = 0,01 \alpha = 0{,}01 α = 0 , 01 . Auf jeden Rand kommt α 2 = 0,005 \frac{\alpha}{2} = 0{,}005 2 α = 0 , 005 , also 0,5 %.
Links der oberen Grenze liegen dann 1 − 0,005 = 0,995 1 - 0{,}005 = 0{,}995 1 − 0 , 005 = 0 , 995 . Gebraucht wird also das
0,995-Quantil q 0,995 q_{0{,}995} q 0 , 995 . qnorm(0.995) gibt 2,575829. Auf
vier Nachkommastellen: q 0,995 ≈ 2,5758 q_{0{,}995} \approx 2{,}5758 q 0 , 995 ≈ 2 , 5758 .
Die Grenze liegt weiter außen als 1,96. Das passt: Die Ränder sind jetzt kleiner (0,5 %
statt 2,5 %). Dafür muss man weiter nach außen gehen.
Folge für die Länge: Bei gleichem n = 100 n = 100 n = 100 wäre das 99-%-Intervall 2 ⋅ 0,3 ⋅ 2,5758 ≈ 1,5455 2 \cdot 0{,}3
\cdot 2{,}5758 \approx 1{,}5455 2 ⋅ 0 , 3 ⋅ 2 , 5758 ≈ 1 , 5455 lang statt 1,176. Mehr Sicherheit kostet Länge. Im Bild
liegt die gestrichelte 99-%-Kurve deshalb überall über der durchgezogenen 95-%-Kurve.
15,4548 n ≤ 0,4 ⇒ n ≥ 38,637 ⇒ n ≥ 1.492,818 \dfrac{15{,}4548}{\sqrt{n}} \le 0{,}4 \;\Rightarrow\; \sqrt{n} \ge 38{,}637
\;\Rightarrow\; n \ge 1.492{,}818 n 15 , 4548 ≤ 0 , 4 ⇒ n ≥ 38 , 637 ⇒ n ≥ 1.492 , 818
Die Rechnung aus den Schritten 15 bis 17, nur mit 2,5758 statt 1,96:
Die festen Zahlen im Zähler: 2 ⋅ 3 ⋅ 2,5758 = 15,4548 2 \cdot 3 \cdot 2{,}5758 = 15{,}4548 2 ⋅ 3 ⋅ 2 , 5758 = 15 , 4548 . Die Bedingung
lautet 15,4548 n ≤ 0,4 \frac{15{,}4548}{\sqrt{n}} \le 0{,}4 n 15 , 4548 ≤ 0 , 4 .
Mal n \sqrt{n} n : 15,4548 ≤ 0,4 ⋅ n 15{,}4548 \le 0{,}4 \cdot \sqrt{n} 15 , 4548 ≤ 0 , 4 ⋅ n .
Durch 0,4: 38,637 ≤ n 38{,}637 \le \sqrt{n} 38 , 637 ≤ n .
Quadrieren: n ≥ 38,637 2 ≈ 1.492,818 n \ge 38{,}637^2 \approx 1.492{,}818 n ≥ 38 , 63 7 2 ≈ 1.492 , 818 .
Das Zeichen ∣ | ∣ im Lösungsweg sagt, was als Nächstes mit beiden Seiten geschieht.
Zur Musterlösung: Dort steht genau 1.492,818. Diese Zahl entsteht mit dem
gerundeten Quantil 2,5758. Mit dem ungerundeten Wert 2,575829 aus R ergibt sich 1.492,85.
Die kleine Rundung am Quantil wirkt sich nach dem Quadrieren in der zweiten
Nachkommastelle aus. Beide Zahlen liegen zwischen 1.492 und 1.493. Für das Ergebnis macht
das keinen Unterschied.
Im Bild schneidet die 99-%-Kurve die Linie 0,4 erst bei 1.492,82.
n = 1.492 n = 1.492 n = 1.492 :
L ≈ 0,40011 L \approx 0{,}40011 L ≈ 0 , 40011 zu lang;
n = 1.493 n = 1.493 n = 1.493 :
L ≈ 0,39998 L \approx 0{,}39998 L ≈ 0 , 39998 ✓
Wieder muss n n n ganzzahlig sein und n ≥ 1.492,818 n \ge 1.492{,}818 n ≥ 1.492 , 818 erfüllen. Also aufrunden: n = 1.493 n =
1.493 n = 1.493 .
Probe:
n = 1.492 n = 1.492 n = 1.492 : L = 15,4548 1.492 = 15,4548 38,6264 ≈ 0,40011 L = \frac{15{,}4548}{\sqrt{1.492}} = \frac{15{,}4548}{38{,}6264} \approx
0{,}40011 L = 1.492 15 , 4548 = 38 , 6264 15 , 4548 ≈ 0 , 40011 . Zu lang.
n = 1.493 n = 1.493 n = 1.493 : L = 15,4548 1.493 = 15,4548 38,6394 ≈ 0,39998 L = \frac{15{,}4548}{\sqrt{1.493}} = \frac{15{,}4548}{38{,}6394} \approx
0{,}39998 L = 1.493 15 , 4548 = 38 , 6394 15 , 4548 ≈ 0 , 39998 . Das reicht, ganz knapp.
Die Lupe zeigt es: 1.492 liegt über der Linie 0,4, 1.493 knapp darunter. R mit dem
ungerundeten Quantil bestätigt beides.
Ergebnis (iii): n min = 1.493 n_{\min} = \mathbf{1.493} n m i n = 1.493 .
1.493 865 ≈ 1,73 \frac{1.493}{865} \approx 1{,}73 865 1.493 ≈ 1 , 73 , denn
n ≥ 225 ⋅ q 2 n \ge 225 \cdot q^2 n ≥ 225 ⋅ q 2
Die Musterlösung schreibt: Für 99 % statt 95 % braucht man bei gleicher Länge „fast die
doppelte Stichprobengröße“. Das Verhältnis ist
1.493 865 ≈ 1,73 \frac{1.493}{865} \approx 1{,}73 865 1.493 ≈ 1 , 73 .
Genauer ist das also rund das 1,7-Fache . Man braucht knapp 73 % mehr Messungen,
nämlich 1.493 − 865 = 628 1.493 - 865 = 628 1.493 − 865 = 628 zusätzlich. Das Doppelte wären 1.730.
Woher kommt 1,7? Beide Rechnungen hatten dieselbe Form: n ≥ ( 2 ⋅ 3 ⋅ q 0,4 ) 2 n \ge \big(\frac{2 \cdot 3
\cdot q}{0{,}4}\big)^2 n ≥ ( 0 , 4 2 ⋅ 3 ⋅ q ) 2 . Weil 2 ⋅ 3 0,4 = 15 \frac{2 \cdot 3}{0{,}4} = 15 0 , 4 2 ⋅ 3 = 15 und 15 2 = 225 15^2 = 225 1 5 2 = 225 ist, heißt
das n ≥ 225 ⋅ q 2 n \ge 225 \cdot q^2 n ≥ 225 ⋅ q 2 . Probe: 225 ⋅ 1,96 2 = 225 ⋅ 3,8416 = 864,36 225 \cdot 1{,}96^2 = 225 \cdot 3{,}8416 = 864{,}36 225 ⋅ 1 , 9 6 2 = 225 ⋅ 3 , 8416 = 864 , 36 wie
in Schritt 17.
n n n wächst also mit dem Quadrat des Quantils. Das Verhältnis ist
( 2,5758 1,96 ) 2 ≈ 1,3142 2 ≈ 1,727 \big(\frac{2{,}5758}{1{,}96}\big)^2 \approx 1{,}3142^2 \approx 1{,}727 ( 1 , 96 2 , 5758 ) 2 ≈ 1 , 314 2 2 ≈ 1 , 727 . Das Quantil wird
nur um gut 31 % größer, n n n aber um knapp 73 %.
Im Bild: Die 95-%-Kurve erreicht die Linie 0,4 bei 864,36, die 99-%-Kurve erst bei
1.492,82.
Merke: Mehr Sicherheit bei gleicher Länge kostet Messungen, und zwar im Quadrat:
Ist das Quantil 1,31-mal so groß, braucht man
1,31 2 ≈ 1,7 1{,}31^2 \approx 1{,}7 1 , 3 1 2 ≈ 1 , 7 -mal so viele
Messungen.
Frage
Weg
Wert
(i) 95-%-KI
53,97 ± 0,3 ⋅ 1,96 53{,}97 \pm 0{,}3 \cdot 1{,}96 53 , 97 ± 0 , 3 ⋅ 1 , 96
[53,382; 54,558]
(ii) n n n für L ≤ 0,4 L \le 0{,}4 L ≤ 0 , 4 , 95 %
n ≥ 29,4 2 = 864,36 n \ge 29{,}4^2 = 864{,}36 n ≥ 29 , 4 2 = 864 , 36
865
(iii) n n n für L ≤ 0,4 L \le 0{,}4 L ≤ 0 , 4 , 99 %
n ≥ 38,637 2 ≈ 1.492,82 n \ge 38{,}637^2 \approx 1.492{,}82 n ≥ 38 , 63 7 2 ≈ 1.492 , 82
1.493
In Worten: Aus 100 Messungen mit dem Mittelwert 53,97 ergibt sich das
95-%-Konfidenzintervall von 53,382 bis 54,558. So gebaute Intervalle enthalten das wahre
μ \mu μ bei 95 % aller Stichproben. Das Intervall ist 1,176 lang. Für eine Länge von höchstens
0,4 braucht man mindestens 865 Messungen, bei 99 % Sicherheit mindestens 1.493 — rund das
1,7-Fache.
Proben: Mit 864 bzw. 1.492 Messungen wäre das Intervall noch knapp länger als 0,4.
Größenordnung: Die Länge soll um den Faktor 1,176 : 0,4 = 2,94 1{,}176 : 0{,}4 = 2{,}94 1 , 176 : 0 , 4 = 2 , 94 sinken. Sie sinkt mit
n \sqrt{n} n , also braucht man 2,94 2 = 8,6436 2{,}94^2 = 8{,}6436 2 , 9 4 2 = 8 , 6436 -mal so viele Messungen: 100 ⋅ 8,6436 = 864,36 100 \cdot
8{,}6436 = 864{,}36 100 ⋅ 8 , 6436 = 864 , 36 .
Rückblick — so baut man ein Konfidenzintervall bei bekannter Varianz: α \alpha α
festlegen und auf zwei Ränder verteilen. Das Quantil
q 1 − α / 2 q_{1-\alpha/2} q 1 − α /2 mit
qnorm holen, bei 95 %
qnorm(0.975). Die
Standardabweichung des Mittelwerts
σ / n \sigma/\sqrt{n} σ / n ausrechnen. Das Intervall ist
x ˉ n ± σ n q 1 − α / 2 \bar x_n
\pm \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q_{1-\alpha/2} x ˉ n ± n σ q 1 − α /2 . Für eine Wunschlänge
L L L die Formel
L = 2 σ n q L =
2\,\frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,q L = 2 n σ q nach
n n n auflösen und aufrunden.
Typische Fehler: 864,36 auf 864 runden statt aufrunden.
σ 2 = 9 \sigma^2 = 9 σ 2 = 9 statt
σ = 3 \sigma
= 3 σ = 3 einsetzen. Das
n \sqrt{n} n vergessen. Das Quantil
q 0,95 ≈ 1,645 q_{0{,}95} \approx 1{,}645 q 0 , 95 ≈ 1 , 645 statt
q 0,975 ≈ 1,96 q_{0{,}975} \approx 1{,}96 q 0 , 975 ≈ 1 , 96 nehmen, also
α \alpha α nicht auf zwei Ränder verteilen; ebenso
q 0,99 q_{0{,}99} q 0 , 99 statt
q 0,995 q_{0{,}995} q 0 , 995 in (iii). Das Intervall als „
μ \mu μ liegt mit 95 %
Wahrscheinlichkeit darin“ lesen.