In Aufgabe 1 war die Streuung der Messwerte bekannt (σ 2 = 9 \sigma^2 = 9 σ 2 = 9 ). In der Praxis ist das
selten. Hier kommt der häufige Fall: Man hat nur Daten, nämlich zwölf gewogene
Kaffeepackungen. Man kennt weder den mittleren Inhalt μ \mu μ noch die Streuung σ \sigma σ .
Gesucht ist ein 95-%-Konfidenzintervall für μ \mu μ . Das ist ein aus den Daten
berechneter Bereich [ I 1 ; I 2 ] [I_1;\, I_2] [ I 1 ; I 2 ] , der den unbekannten mittleren Packungsinhalt einfangen
soll. „95 %“ sagt, wie zuverlässig das Verfahren ist (genau erklärt in Schritt 17).
Die Aufgabe nennt keine Einheit. Die Werte passen zu Gramm, deshalb rechnen wir in g.
Der Weg in drei Etappen:
(1) Aus den zwölf Werten von Hand den Mittelwert x ˉ 12 \bar x_{12} x ˉ 12 und die Standardabweichung
s 12 s_{12} s 12 berechnen, mit derselben Tabelle wie in Blatt 5.
(2) Klären, warum man mit dem geschätzten s 12 s_{12} s 12 nicht mehr den Faktor 1,96 aus Aufgabe 1
nehmen darf. Stattdessen kommt eine neue Verteilung ins Spiel, die
t-Verteilung (Schritte 9 bis 12), und aus ihr der Faktor 2,201.
(3) Alles in die Intervallformel einsetzen, das Ergebnis deuten und mit R prüfen. Zum
Schluss als Ergänzung: Was wäre mit 1,96 passiert?
Merke: Ist
σ \sigma σ unbekannt, setzt man die aus den Daten geschätzte
Standardabweichung ein. Dann braucht man einen größeren Faktor als 1,96, und das Intervall
wird etwas breiter.
Zur Musterlösung: Das Ergebnis
[ 439,73 ; 450,59 ] [439{,}73;\, 450{,}59] [ 439 , 73 ; 450 , 59 ] g stimmt. Die untere Grenze
steht dort als 439,7316, R rechnet ohne Runden 439,7317 (Schritt 18). Der Unterschied kommt
vom Runden der Zwischenergebnisse.
x 1 = 434,5 , … , x 12 = 448,1 x_1 = 434{,}5,\ \dots,\ x_{12} = 448{,}1 x 1 = 434 , 5 , … , x 12 = 448 , 1 g;
n = 12 n = 12 n = 12 ;
μ , σ \mu, \sigma μ , σ
unbekannt
Die zwölf gewogenen Packungen heißen zusammen eine Stichprobe . x i x_i x i ist die
Füllmenge der i i i -ten Packung: x 1 = 434,5 x_1 = 434{,}5 x 1 = 434 , 5 g, x 2 = 445,3 x_2 = 445{,}3 x 2 = 445 , 3 g und so weiter. Der
Stichprobenumfang , also die Anzahl der Werte, ist n = 12 n = 12 n = 12 .
Die Aufgabe sagt: Die Füllmengen sind normalverteilt . Genauer nimmt man an: X 1 , … , X 12 X_1,
\dots, X_{12} X 1 , … , X 12 sind unabhängig und identisch verteilt . Das heißt: Jede Packung
folgt derselben Normalverteilung N ( μ , σ 2 ) N(\mu,\,\sigma^2) N ( μ , σ 2 ) , und keine Packung beeinflusst eine
andere. X i X_i X i mit großem X ist die Füllmenge als Zufallsgröße, bevor gewogen wird; x i x_i x i
ist die gewogene Zahl.
μ \mu μ ist der mittlere Packungsinhalt aller Packungen, die die Maschine füllt, also
der Erwartungswert. Ihn will man eingrenzen. σ \sigma σ ist die Standardabweichung der
Füllmengen. Beide sind unbekannt. Das ist der Unterschied zu Aufgabe 1.
Die Zeile in R gibt die Daten ein. Damit lässt sich jede Rechnung später nachprüfen. R
schreibt Dezimalpunkte statt Kommas.
Im Bild hat jede Packung eine eigene Zeile. Ihr Punkt steht auf der Gramm-Achse bei ihrer
Füllmenge.
Aus Aufgabe 1 („Konfidenzintervall bei bekannter Varianz“): Dort war die Varianz
σ 2 = 9 \sigma^2 = 9 σ 2 = 9 gegeben, nur
μ \mu μ war unbekannt. Aus dem Mittelwert
x ˉ 100 = 53,97 \bar x_{100} =
53{,}97 x ˉ 100 = 53 , 97 wurde ein Intervall für
μ \mu μ gebaut.
Aus Blatt 5, Aufgabe 1 („Histogramm: Wartezeiten an der Bushaltestelle“): Mit
x <- c(…) werden Daten in R eingegeben.
c(…) fasst die Zahlen zu einer Liste zusammen,
x <- gibt ihr den Namen x.
x ˉ 12 = 5.341,9 12 ≈ 445,1583 \bar x_{12} = \dfrac{5.341{,}9}{12} \approx 445{,}1583 x ˉ 12 = 12 5.341 , 9 ≈ 445 , 1583 g
Das Intervall wird um einen Mittelpunkt gebaut. Dieser Mittelpunkt ist der beste
Schätzwert für μ \mu μ , den die Daten hergeben: der Stichprobenmittelwert x ˉ 12 \bar
x_{12} x ˉ 12 (gelesen „x quer zwölf“).
Alle zwölf Werte addiert ergeben 5.341,9 g. Geteilt durch n = 12 n = 12 n = 12 :
x ˉ 12 = 5.341,9 12 = 445,158333 … \bar x_{12} = \dfrac{5.341{,}9}{12} = 445{,}158333\ldots x ˉ 12 = 12 5.341 , 9 = 445 , 158333 … g
Die 3 wiederholt sich endlos. Wir runden auf vier Nachkommastellen: x ˉ 12 ≈ 445,1583 \bar x_{12} \approx
\mathbf{445{,}1583} x ˉ 12 ≈ 445 , 1583 g, kurz 445,16 g. Mit vier Stellen wird auch weitergerechnet.
R bestätigt: mean(x) (englisch mean , Mittelwert) gibt
445,1583.
Im Bild ist x ˉ 12 \bar x_{12} x ˉ 12 die gestrichelte senkrechte Linie. Sieben Packungen liegen
rechts davon, fünf links.
Aus Blatt 5, Aufgabe 2 („Mittelwert und Median: ein Ausreißer bei den Ausgaben“):
Der Stichprobenmittelwert ist
x ˉ n = 1 n ∑ i = 1 n x i \bar x_n = \frac{1}{n}\sum_{i=1}^{n} x_i x ˉ n = n 1 ∑ i = 1 n x i , die Summe aller
Werte geteilt durch ihre Anzahl. Das Summenzeichen
Σ \Sigma Σ heißt: für
i = 1 i = 1 i = 1 bis
n n n
alle Werte addieren.
x i − x ˉ 12 x_i - \bar x_{12} x i − x ˉ 12 :
− 10,6583 , + 0,1417 , … , + 2,9417 -10{,}6583,\ +0{,}1417,\ \dots,\ +2{,}9417 − 10 , 6583 , + 0 , 1417 , … , + 2 , 9417
Wie stark streuen die Füllmengen? Dazu fragt man für jede Packung: Wie weit liegt sie vom
Mittelwert entfernt? Das ist ihre Abweichung x i − x ˉ 12 x_i - \bar x_{12} x i − x ˉ 12 . Plus heißt mehr
als der Mittelwert, minus heißt weniger.
Packung 1: 434,5 − 445,1583 = − 10,6583 434{,}5 - 445{,}1583 = -10{,}6583 434 , 5 − 445 , 1583 = − 10 , 6583 . Sie enthält 10,66 g weniger als der
Durchschnitt.
Packung 3: 457,5 − 445,1583 = + 12,3417 457{,}5 - 445{,}1583 = +12{,}3417 457 , 5 − 445 , 1583 = + 12 , 3417 . Sie enthält 12,34 g mehr.
Die übrigen zehn gehen genauso; sie stehen in der dritten Spalte der Tabelle.
Probe: Die Abweichungen ergeben zusammen immer 0. Hier kommt 0,0004 heraus. Das ist
kein Rechenfehler. Wir haben mit dem gerundeten Mittelwert 445,1583 statt 445,158333…
gerechnet. Jede der zwölf Abweichungen ist dadurch um 0,0000333… zu groß, zusammen um 12 ⋅ 0,0000333 … = 0,0004 12
\cdot 0{,}0000333\ldots = 0{,}0004 12 ⋅ 0 , 0000333 … = 0 , 0004 .
Im Bild sind die Abweichungen Pfeile von der Mittelwertlinie zum Punkt: grün mit Plus nach
rechts, rot mit Minus nach links. Die Zahlen daneben sind auf zwei Stellen gerundet.
Aus Blatt 5, Aufgabe 3 („Stichprobenvarianz: die Länge der Fische“): Die Summe der
Abweichungen vom Mittelwert ist immer 0, weil
∑ x i = n ⋅ x ˉ n \sum x_i = n \cdot \bar x_n ∑ x i = n ⋅ x ˉ n . Als Maß für
die Streuung taugt sie deshalb nicht; man quadriert.
∑ ( x i − x ˉ 12 ) 2 = 802,4294 \sum (x_i - \bar x_{12})^2 = 802{,}4294 ∑ ( x i − x ˉ 12 ) 2 = 802 , 4294 g²
Die Summe der Abweichungen ist (fast) 0, weil sich Plus und Minus aufheben. Deshalb
quadriert man jede Abweichung, nimmt sie also mit sich selbst mal. Minus mal minus
ist plus, nun hebt sich nichts mehr auf:
( − 10,6583 ) 2 = ( − 10,6583 ) ⋅ ( − 10,6583 ) = 113,5994 (-10{,}6583)^2 = (-10{,}6583) \cdot (-10{,}6583) = 113{,}5994 ( − 10 , 6583 ) 2 = ( − 10 , 6583 ) ⋅ ( − 10 , 6583 ) = 113 , 5994
Große Abweichungen zählen dabei stark: Packung 3 mit +12,34 g trägt allein 152,32 bei,
Packung 2 mit +0,14 g nur 0,02.
Alle zwölf Quadrate stehen in der letzten Spalte, auf vier Nachkommastellen gerundet. Ihre
Summe:
∑ i = 1 12 ( x i − x ˉ 12 ) 2 = 802,4294 \sum_{i=1}^{12}(x_i - \bar x_{12})^2 = \mathbf{802{,}4294} ∑ i = 1 12 ( x i − x ˉ 12 ) 2 = 802 , 4294 g²
Die Einheit ist g², weil Gramm mal Gramm gerechnet wurde.
Rundung: R rechnet ohne Runden 802,4292. Der Unterschied von 0,0002 entsteht, weil
jedes der zwölf Quadrate gerundet wurde. Nach dem Teilen im nächsten Schritt ist er
verschwunden.
Im Bild stehen jetzt die Quadrate neben den Punkten (auf zwei Stellen gerundet).
s 12 2 = 802,4294 12 − 1 ≈ 72,9481 s_{12}^2 = \dfrac{802{,}4294}{12 - 1} \approx 72{,}9481 s 12 2 = 12 − 1 802 , 4294 ≈ 72 , 9481 g²
Die Summe 802,4294 wird mit jeder weiteren Packung größer. Damit sie nicht von der Anzahl
abhängt, teilt man sie, und zwar durch n − 1 = 11 n - 1 = 11 n − 1 = 11 , nicht durch 12. Das Ergebnis ist die
Stichprobenvarianz s n 2 s_n^2 s n 2 :
s n 2 = 1 n − 1 ∑ i = 1 n ( x i − x ˉ n ) 2 s_n^2 = \dfrac{1}{n-1}\sum_{i=1}^{n}(x_i - \bar x_n)^2 s n 2 = n − 1 1 ∑ i = 1 n ( x i − x ˉ n ) 2
Mit n = 12 n = 12 n = 12 und der Summe aus Schritt 4:
s 12 2 = 802,4294 11 = 72,94813 … ≈ 72,9481 s_{12}^2 = \dfrac{802{,}4294}{11} = 72{,}94813\ldots \approx \mathbf{72{,}9481} s 12 2 = 11 802 , 4294 = 72 , 94813 … ≈ 72 , 9481 g²
Mit R ungerundet: 802,4292 : 11 = 72,94811 … 802{,}4292 : 11 = 72{,}94811\ldots 802 , 4292 : 11 = 72 , 94811 … , auf vier Stellen ebenfalls
72,9481. R bestätigt mit var(x) (englisch variance ,
Varianz): 72,94811.
Warum n − 1 n - 1 n − 1 ? Die zwölf Abweichungen ergeben zusammen 0. Kennt man elf, liegt die
zwölfte fest. Diese Zahl 11 taucht in Schritt 10 wieder auf.
Aus Blatt 5, Aufgabe 3 („Stichprobenvarianz: die Länge der Fische“): Man teilt
durch
n − 1 n - 1 n − 1 statt durch
n n n , weil die Abstände zum geschätzten
x ˉ n \bar x_n x ˉ n statt zum
wahren
μ \mu μ gemessen werden. Durch
n n n geteilt wäre das Ergebnis im Mittel zu klein.
s 12 = 72,9481 ≈ 8,5410 s_{12} = \sqrt{72{,}9481} \approx 8{,}5410 s 12 = 72 , 9481 ≈ 8 , 5410 g
Mit g² kann man sich wenig vorstellen. Die Wurzel führt zurück in Gramm. Das ergibt die
Stichproben-Standardabweichung s n = s n 2 s_n = \sqrt{s_n^2} s n = s n 2 :
s 12 = 72,9481 = 8,540966 … ≈ 8,5410 s_{12} = \sqrt{72{,}9481} = 8{,}540966\ldots \approx \mathbf{8{,}5410} s 12 = 72 , 9481 = 8 , 540966 … ≈ 8 , 5410 g
s 12 s_{12} s 12 ist das s s s aus Blatt 5, Aufgabe 3. Die kleine 12 nennt nur den
Stichprobenumfang: Die Zahl ist aus zwölf Werten berechnet, genau wie x ˉ 12 \bar x_{12} x ˉ 12 .
s 12 s_{12} s 12 schätzt die unbekannte Standardabweichung σ \sigma σ der Füllmengen: Eine
einzelne Packung weicht typischerweise um gut 8,5 g vom Mittelwert ab. Im Bild reicht das
Band eine Standardabweichung nach jeder Seite, von 445,1583 − 8,5410 ≈ 436,62 445{,}1583 - 8{,}5410 \approx
436{,}62 445 , 1583 − 8 , 5410 ≈ 436 , 62 bis 445,1583 + 8,5410 ≈ 453,70 445{,}1583 + 8{,}5410 \approx 453{,}70 445 , 1583 + 8 , 5410 ≈ 453 , 70 g.
R bestätigt mit sd(x) (englisch standard deviation ,
Standardabweichung): 8,540966. Die Musterlösung rechnet mit 8,541.
Damit ist Teil 1 fertig: x ˉ 12 ≈ 445,1583 \bar x_{12} \approx 445{,}1583 x ˉ 12 ≈ 445 , 1583 g und s 12 ≈ 8,5410 s_{12} \approx 8{,}5410 s 12 ≈ 8 , 5410
g.
I = x ˉ n ± σ n ⋅ 1,96 I = \bar x_n \pm \dfrac{\sigma}{\sqrt{n}} \cdot 1{,}96 I = x ˉ n ± n σ ⋅ 1 , 96 — aber
σ = ? \sigma = \,? σ = ?
Jetzt geht es um das Intervall selbst. Aufgabe 1 hat ein Rezept dafür geliefert. Zur
Erinnerung, worauf es beruht:
Der Mittelwert ist vor dem Wiegen selbst zufällig. Zwölf andere Packungen hätten einen
anderen Mittelwert ergeben. Als Zufallsgröße schreibt man ihn wie X i X_i X i in Schritt 1
groß: X ˉ n \bar X_n X ˉ n . Er ist normalverteilt mit Mitte μ \mu μ und Standardabweichung
σ / n \sigma/\sqrt{n} σ / n : Der Mittelwert streut weniger als eine einzelne Packung.
Standardisiert, also als X ˉ n − μ σ / n \dfrac{\bar X_n - \mu}{\sigma/\sqrt{n}} σ / n X ˉ n − μ , folgt er der
Standardnormalverteilung N ( 0 , 1 ) N(0,\,1) N ( 0 , 1 ) . Standardisieren heißt: den Abstand zur Mitte
in Standardabweichungen messen.
Bei N ( 0 , 1 ) N(0,\,1) N ( 0 , 1 ) liegen 95 % der Fläche zwischen − 1,96 -1{,}96 − 1 , 96 und 1,96 1{,}96 1 , 96 . Die Zahl 1,96 ist
das Quantil q 0,975 q_{0{,}975} q 0 , 975 : Links davon liegen 97,5 % der Fläche, rechts 2,5 %.
Daraus ergibt sich das Intervall x ˉ n ± σ n ⋅ 1,96 \bar x_n \pm \dfrac{\sigma}{\sqrt{n}} \cdot 1{,}96 x ˉ n ± n σ ⋅ 1 , 96 .
Hier steckt das Problem: σ \sigma σ kennen wir nicht.
Im Bild: die gestrichelte Glocke N ( 0 , 1 ) N(0,\,1) N ( 0 , 1 ) . Die beiden roten Ränder jenseits von ± 1,96 \pm
1{,}96 ± 1 , 96 enthalten je 2,5 %. Die Achse zeigt den standardisierten Abstand, also den Bruch
oben.
Aus Aufgabe 1 („Konfidenzintervall bei bekannter Varianz“): α \alpha α ist die
Irrtumswahrscheinlichkeit,
1 − α 1 - \alpha 1 − α das Sicherheitsniveau; 95 % heißt
α = 0,05 \alpha =
0{,}05 α = 0 , 05 . Weil
X ˉ n ∼ N ( μ , σ 2 / n ) \bar X_n \sim N(\mu,\,\sigma^2/n) X ˉ n ∼ N ( μ , σ 2 / n ) , ist
I = [ x ˉ n − σ n q 1 − α / 2 ; x ˉ n + σ n q 1 − α / 2 ] I = [\bar x_n -
\frac{\sigma}{\sqrt{n}}\, q_{1-\alpha/2};\; \bar x_n + \frac{\sigma}{\sqrt{n}}\,
q_{1-\alpha/2}] I = [ x ˉ n − n σ q 1 − α /2 ; x ˉ n + n σ q 1 − α /2 ] ein
( 1 − α ) (1-\alpha) ( 1 − α ) -Konfidenzintervall für
μ \mu μ .
Aus Blatt 4, Aufgabe 5 („Quantile: die Füllmenge einer Kaffeepackung“): Das Quantil
zu einem Anteil
p p p ist die Grenze, links von der der Anteil
p p p der Fläche liegt; R
liefert es mit
qnorm(p). Dort hieß das Quantil der
Standardnormalverteilung
z 0,99 z_{0{,}99} z 0 , 99 , Skript und Musterlösung schreiben hier
q q q .
Aus Blatt 4, Aufgabe 1 („Normalverteilung: die σ-Regeln“): Die glatte Kurve einer
stetigen Verteilung heißt Dichte, bei der Normalverteilung ist sie die Glockenkurve.
Wahrscheinlichkeiten sind Flächen unter ihr, die ganze Fläche ist 1.
X ˉ n − μ S n / n \dfrac{\bar X_n - \mu}{S_n/\sqrt{n}} S n / n X ˉ n − μ : Nenner schwankt mit — große Werte öfter
Naheliegende Idee: Für σ \sigma σ setzt man den Schätzwert s 12 = 8,5410 s_{12} = 8{,}5410 s 12 = 8 , 5410 g ein und
behält 1,96. Das ist fast richtig. Das Intervall wird dann aber zu schmal . Der
Grund:
Denken Sie an viele verschiedene Stichproben mit je zwölf Packungen. Vor dem Wiegen sind
Mittelwert und Standardabweichung Zufallsgrößen: Jede Stichprobe liefert andere Werte. Als
Zufallsgrößen schreibt man sie groß, X ˉ n \bar X_n X ˉ n und S n S_n S n . Die gemessenen Zahlen dieser
einen Stichprobe bleiben klein: x ˉ 12 \bar x_{12} x ˉ 12 und s 12 s_{12} s 12 .
Im Bruch mit σ \sigma σ ändert sich von Stichprobe zu Stichprobe nur der Zähler X ˉ n − μ \bar X_n
- \mu X ˉ n − μ . Der Nenner σ / n \sigma/\sqrt{n} σ / n ist eine feste Zahl.
Im Bruch mit S n S_n S n ändert sich auch der Nenner. S n S_n S n ist ja aus denselben zwölf
zufälligen Werten berechnet. Mal fällt S n S_n S n größer aus als σ \sigma σ , mal kleiner.
Ist S n S_n S n zufällig zu klein, wird der ganze Bruch zu groß. Werte weit außen kommen
dadurch öfter vor, als die Normalverteilung vorhersagt. Bei nur zwölf Werten ist das
spürbar, denn S n S_n S n kann deutlich danebenliegen.
Behält man 1,96, fängt das Intervall μ \mu μ deshalb seltener als in 95 % der Fälle ein. Man
braucht einen größeren Faktor . Welchen, sagt die Verteilung im nächsten Schritt.
Im Bild deuten die Pfeile an: Mit S n S_n S n landet der Bruch öfter weit außen als bei der
gestrichelten Normalverteilung.
X ˉ n − μ S n / n ∼ t n − 1 \dfrac{\bar X_n - \mu}{S_n/\sqrt{n}} \sim t_{n-1} S n / n X ˉ n − μ ∼ t n − 1
Wie der Bruch mit S n S_n S n genau verteilt ist, hat William Gosset 1908 berechnet. Er
veröffentlichte unter dem Decknamen „Student“. Deshalb heißt die Verteilung
Student-t-Verteilung , kurz t-Verteilung .
Der Satz dazu (im Skript „Fall 2“): Sind die Daten normalverteilt, dann ist
X ˉ n − μ S n / n \dfrac{\bar X_n - \mu}{S_n/\sqrt{n}} S n / n X ˉ n − μ t-verteilt mit n − 1 n - 1 n − 1 Freiheitsgraden, kurz
t n − 1 t_{n-1} t n − 1 .
Was Freiheitsgrade sind, erklärt der nächste Schritt. Zuerst die Form (im Bild die
durchgezogene Kurve):
eine Glocke, symmetrisch um 0, wie N ( 0 , 1 ) N(0,\,1) N ( 0 , 1 ) ;
der Gipfel ist etwas niedriger: Dichte 0,3900 statt 0,3989;
dafür liegt mehr Fläche an den Rändern . Werte weit außen sind wahrscheinlicher.
Genau das verlangt Schritt 8.
Die ganze Fläche unter jeder Dichtekurve ist 1. Was in der Mitte fehlt, liegt deshalb an
den Rändern.
Merke: Die t-Verteilung berücksichtigt, dass
S n S_n S n selbst nur geschätzt ist.
Voraussetzung sind normalverteilte Daten; das sagt die Aufgabe zu.
Freiheitsgrade
= n − 1 = 12 − 1 = 11 = n - 1 = 12 - 1 = 11 = n − 1 = 12 − 1 = 11
Es gibt nicht die t-Verteilung, sondern eine ganze Familie. Welche gilt, sagt die
Zahl der Freiheitsgrade . Für das Konfidenzintervall ist sie n − 1 n - 1 n − 1 , hier 12 − 1 = 11 12 - 1 =
\mathbf{11} 12 − 1 = 11 .
Die 11 steht schon im Nenner von s 12 2 s_{12}^2 s 12 2 (Schritt 5). Der Grund ist derselbe: s 12 s_{12} s 12
misst die Streuung über zwölf Abweichungen. Die ergeben zusammen 0 (Schritt 3). Kennt man
elf davon, ist die zwölfte festgelegt. In s 12 s_{12} s 12 stecken also nur elf freie Angaben.
Daher der Name Freiheitsgrade .
Je mehr Freiheitsgrade, desto genauer schätzt S n S_n S n die Standardabweichung σ \sigma σ . In R
heißt diese Angabe df, von englisch
degrees of freedom (Freiheitsgrade).
Aus Blatt 5, Aufgabe 3 („Stichprobenvarianz: die Länge der Fische“): Bei fünf
Fischen waren nur
n − 1 = 4 n - 1 = 4 n − 1 = 4 Abweichungen frei wählbar; die fünfte lag fest, weil die
Summe 0 ist.
t 11 ; 0,975 = 2,200985 ≈ 2,201 t_{11;\,0{,}975} = 2{,}200985 \approx 2{,}201 t 11 ; 0 , 975 = 2 , 200985 ≈ 2 , 201
Für das Intervall braucht man die Grenzen, zwischen denen 95 % der Fläche der t-Verteilung
mit 11 Freiheitsgraden liegen, so wie ± 1,96 \pm 1{,}96 ± 1 , 96 bei der Normalverteilung.
Die Irrtumswahrscheinlichkeit α = 0,05 \alpha = 0{,}05 α = 0 , 05 wird gleichmäßig auf beide Ränder
verteilt: links α / 2 = 0,025 \alpha/2 = 0{,}025 α /2 = 0 , 025 , rechts 0,025 0{,}025 0 , 025 . Die rechte Grenze hat also 1 − 0,025 = 0,975 1 -
0{,}025 = 0{,}975 1 − 0 , 025 = 0 , 975 der Fläche links von sich. Sie ist das 0,975-Quantil der
t-Verteilung mit 11 Freiheitsgraden:
t n − 1 ; 1 − α / 2 = t 11 ; 0,975 t_{n-1;\,1-\alpha/2} = t_{11;\,0{,}975} t n − 1 ; 1 − α /2 = t 11 ; 0 , 975
Die erste Zahl unten nennt die Freiheitsgrade, die zweite den Anteil links. Das Semikolon
trennt beide, weil 0,975 schon ein Komma enthält. Skript und Musterlösung schreiben das
Quantil allgemein als t n − 1 , 1 − α / 2 t_{n-1,\,1-\alpha/2} t n − 1 , 1 − α /2 mit Komma. Hier steht überall ein Semikolon,
weil das Komma Dezimalzeichen ist. Bei den Zahlen schreibt die Musterlösung selbst
t 11 ; 0.975 t_{11;\,0.975} t 11 ; 0.975 .
R hat dafür qt („q“ für Quantil, „t“ für t-Verteilung). Es
bekommt den Anteil links und die Freiheitsgrade:
qt(0.975, df = 11) gibt 2,200985 \mathbf{2{,}200985} 2 , 200985 , gerundet 2,201.
Mit dieser vollen R-Zahl rechnen wir weiter.
Die t-Verteilung ist symmetrisch, die linke Grenze ist deshalb − 2,201 -2{,}201 − 2 , 201 . Im Bild:
Zwischen − 2,201 -2{,}201 − 2 , 201 und 2,201 2{,}201 2 , 201 liegen 95 %, außerhalb je 2,5 % (blau). Bei der
Normalverteilung beginnen die gleichen 2,5 % schon bei 1,96. Bei der t-Verteilung muss man
weiter nach außen gehen.
Aus Blatt 4, Aufgabe 5 („Quantile: die Füllmenge einer Kaffeepackung“): Dort gab
qnorm(0.99, …) die Grenze, links von der 99 % liegen.
qt macht dasselbe für die t-Verteilung; statt Mittelwert und
Standardabweichung bekommt es die Freiheitsgrade.
t 2 ; 0,975 = 4,303 … t 100 ; 0,975 = 1,984 → 1,960 t_{2;\,0{,}975} = 4{,}303 \ \ldots\ t_{100;\,0{,}975} = 1{,}984 \to 1{,}960 t 2 ; 0 , 975 = 4 , 303 … t 100 ; 0 , 975 = 1 , 984 → 1 , 960
Wie stark die t-Verteilung von der Normalverteilung abweicht, hängt von den
Freiheitsgraden ab. Die Tabelle zeigt das 0,975-Quantil für verschiedene
Stichprobenumfänge, also die Zahl, die im Intervall an die Stelle von 1,96 tritt:
Bei 2 Freiheitsgraden (drei Werte) ist es 4,303. Das Intervall wäre mehr als doppelt so
breit wie mit 1,96.
Bei 11 Freiheitsgraden (diese Aufgabe) ist es 2,201.
Bei 100 Freiheitsgraden ist es 1,984, fast schon 1,96.
Der Grund: Bei vielen Werten schätzt S n S_n S n die Standardabweichung σ \sigma σ sehr genau. Es
schwankt kaum noch, und der Bruch verhält sich fast wie mit σ \sigma σ . Für große n n n nähert
sich die t-Verteilung deshalb der Standardnormalverteilung.
Die R-Zeile rechnet alle Quantile der Tabelle auf einmal:
c(2, 4, 11, 29, 100) ist wieder eine Liste, und
qt antwortet mit einer Liste.
Im Bild ist zusätzlich die t-Verteilung mit 2 Freiheitsgraden gepunktet eingezeichnet:
noch flacher, noch breitere Ränder.
I = [ x ˉ n − s n n t n − 1 ; 1 − α / 2 ; x ˉ n + s n n t n − 1 ; 1 − α / 2 ] I = \Big[\bar x_n - \dfrac{s_n}{\sqrt{n}}\, t_{n-1;\,1-\alpha/2};\; \bar x_n +
\dfrac{s_n}{\sqrt{n}}\, t_{n-1;\,1-\alpha/2}\Big] I = [ x ˉ n − n s n t n − 1 ; 1 − α /2 ; x ˉ n + n s n t n − 1 ; 1 − α /2 ]
Jetzt wird das Rezept aus Aufgabe 1 angepasst: σ \sigma σ wird zu s n s_n s n , und q 0,975 q_{0{,}975} q 0 , 975
wird zu t 11 ; 0,975 t_{11;\,0{,}975} t 11 ; 0 , 975 . Die Herleitung geht genauso. Kurz t t t für t 11 ; 0,975 t_{11;\,0{,}975} t 11 ; 0 , 975 :
Nach Schritt 11 liegt der t-verteilte Bruch mit Wahrscheinlichkeit 0,95 zwischen − t -t − t
und t t t .
Alle drei Teile der Kette mit S n / n S_n/\sqrt{n} S n / n malnehmen. Die Zahl ist positiv, die
Zeichen ≤ \le ≤ bleiben.
X ˉ n \bar X_n X ˉ n von allen drei Teilen abziehen. In der Mitte bleibt − μ -\mu − μ .
Mit − 1 -1 − 1 malnehmen. Dabei drehen sich die Zeichen um. Von rechts nach links gelesen
steht μ \mu μ zwischen zwei Grenzen.
Diese beiden Grenzen sind das Konfidenzintervall bei unbekanntem σ \sigma σ . Für die
gemessenen Zahlen schreibt man wieder klein, x ˉ n \bar x_n x ˉ n und s n s_n s n :
I 1 = x ˉ n − s n n ⋅ t n − 1 ; 1 − α / 2 , I 2 = x ˉ n + s n n ⋅ t n − 1 ; 1 − α / 2 I_1 = \bar x_n - \dfrac{s_n}{\sqrt{n}} \cdot t_{n-1;\,1-\alpha/2}, \qquad I_2 = \bar x_n
+ \dfrac{s_n}{\sqrt{n}} \cdot t_{n-1;\,1-\alpha/2} I 1 = x ˉ n − n s n ⋅ t n − 1 ; 1 − α /2 , I 2 = x ˉ n + n s n ⋅ t n − 1 ; 1 − α /2
Gebraucht werden drei Zahlen, und alle sind schon berechnet: x ˉ 12 \bar x_{12} x ˉ 12 (Schritt 2),
s 12 s_{12} s 12 (Schritt 6) und t 11 ; 0,975 t_{11;\,0{,}975} t 11 ; 0 , 975 (Schritt 11). Das Intervall reicht gleich weit
nach links wie nach rechts, es ist symmetrisch um x ˉ 12 \bar x_{12} x ˉ 12 .
Merke: Gleiche Form wie in Aufgabe 1. Nur
σ → s n \sigma \to s_n σ → s n und
q 1 − α / 2 → t n − 1 ; 1 − α / 2 q_{1-\alpha/2} \to
t_{n-1;\,1-\alpha/2} q 1 − α /2 → t n − 1 ; 1 − α /2 .
s 12 12 = 8,5410 3,4641 ≈ 2,4656 \dfrac{s_{12}}{\sqrt{12}} = \dfrac{8{,}5410}{3{,}4641} \approx 2{,}4656 12 s 12 = 3 , 4641 8 , 5410 ≈ 2 , 4656 g
Zuerst der Teil s 12 12 \dfrac{s_{12}}{\sqrt{12}} 12 s 12 . Er schätzt, wie stark der
Mittelwert von Stichprobe zu Stichprobe schwankt. Wir nennen ihn kurz die
Streuung des Mittelwerts .
Warum durch 12 \sqrt{12} 12 ? Eine einzelne Packung weicht typischerweise um s 12 ≈ 8,54 s_{12}
\approx 8{,}54 s 12 ≈ 8 , 54 g ab. Im Mittelwert von zwölf Packungen gleichen sich zu viel und zu wenig
teilweise aus. Er schwankt deshalb weniger, und zwar um den Faktor n \sqrt{n} n . Das ist
dieselbe Regel wie in Aufgabe 1: X ˉ n \bar X_n X ˉ n hat die Standardabweichung σ / n \sigma/\sqrt{n} σ / n .
12 = 3,464102 … ≈ 3,4641 \sqrt{12} = 3{,}464102\ldots \approx 3{,}4641 12 = 3 , 464102 … ≈ 3 , 4641
s 12 12 = 8,5410 3,4641 = 2,46557 … ≈ 2,4656 \dfrac{s_{12}}{\sqrt{12}} = \dfrac{8{,}5410}{3{,}4641} = 2{,}46557\ldots \approx
\mathbf{2{,}4656} 12 s 12 = 3 , 4641 8 , 5410 = 2 , 46557 … ≈ 2 , 4656 g
Im Bild ist das die kurze Strecke rechts vom Mittelwert.
2,4656 ⋅ 2,200985 ≈ 5,4267 2{,}4656 \cdot 2{,}200985 \approx 5{,}4267 2 , 4656 ⋅ 2 , 200985 ≈ 5 , 4267 g
Die halbe Breite des Intervalls ist das Quantil aus Schritt 11 mal die Streuung des
Mittelwerts aus Schritt 14:
s 12 12 ⋅ t 11 ; 0,975 = 2,4656 ⋅ 2,200985 = 5,42675 … ≈ 5,4267 \dfrac{s_{12}}{\sqrt{12}} \cdot t_{11;\,0{,}975} = 2{,}4656 \cdot 2{,}200985 =
5{,}42675\ldots \approx \mathbf{5{,}4267} 12 s 12 ⋅ t 11 ; 0 , 975 = 2 , 4656 ⋅ 2 , 200985 = 5 , 42675 … ≈ 5 , 4267 g
Anschaulich: Man geht vom Mittelwert aus gut zweimal (genau 2,201-mal) die Strecke 2,47 g
nach links und nach rechts. Mit 1,96 wären es knapp zweimal gewesen. Die t-Verteilung
verlangt den etwas weiteren Weg, weil s 12 s_{12} s 12 nur geschätzt ist.
Im Bild: die grüne Strecke nach beiden Seiten, je 5,43 g. Die kleinen Striche markieren
ein- und zweimal 2,47 g.
I ≈ [ 439,73 ; 450,59 ] I \approx [439{,}73;\, 450{,}59] I ≈ [ 439 , 73 ; 450 , 59 ] g,
L ≈ 10,85 L \approx 10{,}85 L ≈ 10 , 85 g
Jetzt die beiden Grenzen: Mittelwert minus bzw. plus halbe Breite.
I 1 = 445,1583 − 5,4267 = 439,7316 I_1 = 445{,}1583 - 5{,}4267 = 439{,}7316 I 1 = 445 , 1583 − 5 , 4267 = 439 , 7316 g
I 2 = 445,1583 + 5,4267 = 450,5850 I_2 = 445{,}1583 + 5{,}4267 = 450{,}5850 I 2 = 445 , 1583 + 5 , 4267 = 450 , 5850 g
Rundung: auf zwei Nachkommastellen, also auf hundertstel Gramm:
I = [ I 1 ; I 2 ] ≈ [ 439,73 ; 450,59 ] I = [I_1;\, I_2] \approx [\mathbf{439{,}73};\, \mathbf{450{,}59}] I = [ I 1 ; I 2 ] ≈ [ 439 , 73 ; 450 , 59 ] g
Das Semikolon trennt die beiden Grenzen, weil das Komma schon in den Zahlen steckt.
Die Länge L = I 2 − I 1 L = I_2 - I_1 L = I 2 − I 1 ist zweimal die halbe Breite: L = 450,5850 − 439,7316 = 10,8534 ≈ 10,85 L = 450{,}5850 -
439{,}7316 = 10{,}8534 \approx 10{,}85 L = 450 , 5850 − 439 , 7316 = 10 , 8534 ≈ 10 , 85 g.
Im Bild: der dicke Balken von 439,73 bis 450,59 g, symmetrisch um x ˉ 12 \bar x_{12} x ˉ 12 .
95 % beschreibt das Verfahren, nicht dieses eine Intervall
In Worten: Aus den zwölf Packungen schätzen wir den mittleren Packungsinhalt aller
Packungen auf 439,73 g bis 450,59 g, zum Sicherheitsniveau 95 %.
Was heißt „95 %“ genau? μ \mu μ ist eine feste Zahl, man kennt sie nur nicht.
Zufällig sind die Grenzen : Sie hängen von x ˉ 12 \bar x_{12} x ˉ 12 und s 12 s_{12} s 12 ab. Mit zwölf
anderen Packungen kämen andere Grenzen heraus.
Stellen Sie sich vor, man zieht sehr oft zwölf Packungen und rechnet jedes Mal so ein
Intervall. Dann enthalten im Mittel 95 von 100 dieser Intervalle das wahre μ \mu μ . Die 95 %
beschreiben also das Verfahren .
Für unser eines Intervall gilt: Entweder liegt μ \mu μ darin oder nicht. Welcher Fall
vorliegt, weiß man nicht. Man verlässt sich darauf, dass das Verfahren meistens trifft.
Einzelne Packungen: Im Bild liegen sieben der zwölf Punkte außerhalb des
Intervalls. Das ist kein Widerspruch. Das Intervall grenzt den Mittelwert μ \mu μ
ein, nicht die Füllmenge einer einzelnen Packung. Einzelne Packungen streuen viel stärker
(typisch um 8,54 g).
Merke: Nicht „
μ \mu μ liegt mit 95 % Wahrscheinlichkeit in diesem Intervall“,
sondern: „Das Verfahren liefert bei 95 % aller Stichproben ein Intervall, das
μ \mu μ
enthält.“
t.test(x)$conf.int → 439,7317 und 450,5850 ✓
R hat einen Befehl, der das ganze Intervall auf einmal rechnet:
t.test(x). Er führt einen sogenannten t-Test durch; was ein Test
ist, kommt in den Aufgaben 4 bis 6. Hier brauchen wir nur einen Teil seiner Ausgabe:
$conf.int, von englisch
confidence interval (Konfidenzintervall). Ohne weitere Angabe rechnet R mit 95 %.
R antwortet 439,7317 und 450,5850. Die Zeilen darunter,
attr(,"conf.level") und 0.95, bestätigen das Sicherheitsniveau
95 %.
Unsere Rechnung ergab 439,7316. Der Unterschied in der vierten Nachkommastelle kommt vom
Runden. Wir haben mit x ˉ 12 ≈ 445,1583 \bar x_{12} \approx 445{,}1583 x ˉ 12 ≈ 445 , 1583 und der halben Breite ≈ 5,4267 \approx
5{,}4267 ≈ 5 , 4267 gerechnet. R rechnet ohne Runden mit 445,158333… und 5,426671… Auf zwei Stellen
sind beide Ergebnisse gleich: [ 439,73 ; 450,59 ] [439{,}73;\, 450{,}59] [ 439 , 73 ; 450 , 59 ] g.
Die Musterlösung schreibt 439,7316 wie unsere Rechnung von Hand.
mit 1,96:
[ 440,33 ; 449,99 ] [440{,}33;\, 449{,}99] [ 440 , 33 ; 449 , 99 ] g, verfehlt
μ \mu μ in rund 7,6 % statt 5 %
Diese Ergänzung geht über die Aufgabe hinaus. Was wäre, wenn man s 12 s_{12} s 12
eingesetzt, aber 1,96 behalten hätte?
Halbe Breite: 2,4656 ⋅ 1,96 = 4,8326 2{,}4656 \cdot 1{,}96 = 4{,}8326 2 , 4656 ⋅ 1 , 96 = 4 , 8326 g. Intervall: [ 440,33 ; 449,99 ] [440{,}33;\, 449{,}99] [ 440 , 33 ; 449 , 99 ] g,
Länge L ≈ 9,67 L \approx 9{,}67 L ≈ 9 , 67 g. Es ist rund 1,19 g kürzer als das richtige mit 10,85 g.
Schmaler klingt nach genauer. Es ist aber zu optimistisch : Es tut so, als wäre
σ \sigma σ bekannt. Wie oft so ein Intervall μ \mu μ verfehlt, sagt die t-Verteilung. Das
Intervall mit 1,96 enthält μ \mu μ genau dann, wenn der t-verteilte Bruch zwischen − 1,96 -1{,}96 − 1 , 96
und 1,96 1{,}96 1 , 96 liegt. Die Fläche außerhalb ist bei 11 Freiheitsgraden 0,0758.
R: pt(-1.96, df = 11) gibt die Fläche links von − 1,96 -1{,}96 − 1 , 96 unter
der t-Verteilung, so wie pnorm bei der Normalverteilung. Mal 2
für beide Ränder: 0,0758.
Das heißt: Mit 1,96 läge das Intervall in rund 7,6 % der Stichproben daneben statt
in 5 %. Es wäre nur ein 92,4-%-Intervall, obwohl „95 %“ draufsteht.
Aus Blatt 4, Aufgabe 3 („Standardnormalverteilung mit R“):
pnorm(x) gibt die Fläche links von
x x x unter der Dichte von
N ( 0 , 1 ) N(0,\,1) N ( 0 , 1 ) .
pt tut dasselbe für die t-Verteilung.
Größe
Weg
Wert
Mittelwert x ˉ 12 \bar x_{12} x ˉ 12
5.341,9 : 12 5.341{,}9 : 12 5.341 , 9 : 12
445,1583 g
Standardabweichung s 12 s_{12} s 12
802,4294 : 11 \sqrt{802{,}4294 : 11} 802 , 4294 : 11
8,5410 g
Quantil t 11 ; 0,975 t_{11;\,0{,}975} t 11 ; 0 , 975
qt(0.975, df = 11)
2,200985
halbe Breite
8,5410 12 ⋅ 2,200985 \frac{8{,}5410}{\sqrt{12}} \cdot 2{,}200985 12 8 , 5410 ⋅ 2 , 200985
5,4267 g
Intervall I I I
445,1583 ± 5,4267 445{,}1583 \pm 5{,}4267 445 , 1583 ± 5 , 4267
[439,73; 450,59] g
In Worten: Das 95-%-Konfidenzintervall für den mittleren Inhalt μ \mu μ aller
Kaffeepackungen reicht von 439,73 g bis 450,59 g. „95 %“ heißt: Das Verfahren liefert bei 95
% aller Stichproben ein Intervall, das μ \mu μ enthält.
Proben: R liefert mit t.test dieselben Grenzen. Die Mitte
des Intervalls ist x ˉ 12 \bar x_{12} x ˉ 12 . Das Intervall ist viel schmaler als der Bereich der Daten
(434,5 bis 457,5 g), weil es den Mittelwert eingrenzt, nicht einzelne Packungen.
Rückblick — so geht man bei unbekanntem σ \sigma σ vor: x ˉ n \bar x_n x ˉ n und
s n s_n s n aus den
Daten berechnen. Freiheitsgrade
n − 1 n - 1 n − 1 bestimmen. Quantil
t n − 1 ; 1 − α / 2 t_{n-1;\,1-\alpha/2} t n − 1 ; 1 − α /2 mit
qt holen. Dann
x ˉ n ± s n n ⋅ t n − 1 ; 1 − α / 2 \bar x_n \pm \frac{s_n}{\sqrt{n}} \cdot
t_{n-1;\,1-\alpha/2} x ˉ n ± n s n ⋅ t n − 1 ; 1 − α /2 .
Typische Fehler: 1,96 statt 2,201 (Intervall zu schmal). Freiheitsgrade
n n n statt
n − 1 n
- 1 n − 1 . In
qt 0.95 statt 0.975.
s 12 s_{12} s 12 nicht durch
12 \sqrt{12} 12
teilen. Die Varianz statt der Standardabweichung einsetzen.