Eine Maschine schneidet Marmorplatten. Früher waren sie im Mittel 12 mm dick. Dann wurde die
Maschine umgebaut. Fünf neue Platten wurden gemessen: 11,87, 11,95, 11,75, 11,90 und 11,80 mm.
Alle fünf liegen unter 12 mm. Reicht das als Beleg, dass sich etwas geändert hat?
Die Aufgabe stellt die Frage zweimal, mit verschiedenen Vermutungen:
(i) Die mittlere Dicke hat sich geändert — egal, ob nach oben oder unten.
(ii) Die mittlere Dicke ist kleiner geworden — nur nach unten.
„Zum Niveau 1 % zeigen“ heißt: Stimmt die Vermutung in Wahrheit nicht, entscheidet sich der
Test höchstens mit Wahrscheinlichkeit 1 % trotzdem für sie.
Der Weg:
Aus den fünf Werten Mittelwert x ˉ 5 \bar x_5 x ˉ 5 und Standardabweichung s 5 s_5 s 5 berechnen, mit der
Tabelle aus Blatt 5.
Daraus die Teststatistik t ^ \hat t t ^ — eine Zahl, die für beide Teile gilt.
(i): zwei Hypothesen aufstellen, das Niveau 1 % auf zwei Ränder verteilen, den
kritischen Wert mit R bestimmen, vergleichen.
(ii): dasselbe, aber das ganze 1 % liegt auf einem Rand.
Vergleich: warum dieselbe Zahl zu zwei Antworten führt und wann man einseitig testen darf.
Merke: Die Vermutung wird zur Alternative
H A H_A H A — der Aussage, die der Test zeigen soll
(Schritt 10). Aus
H A H_A H A folgt, ob sehr kleine, sehr große oder beide Arten von Werten gegen
die alte Dicke 12 mm sprechen.
Zur Musterlösung: Sie rechnet mit dem gerundeten
s 5 ≈ 0,0796 s_5 \approx 0{,}0796 s 5 ≈ 0 , 0796 und kommt auf
t ^ ≈ − 4,1013 \hat t \approx -4{,}1013 t ^ ≈ − 4 , 1013 , in (ii) steht
− 4,11 -4{,}11 − 4 , 11 . Ungerundet ist
s 5 = 0,0795613 s_5 = 0{,}0795613 s 5 = 0 , 0795613 und
t ^ ≈ − 4,1033 \hat t \approx -4{,}1033 t ^ ≈ − 4 , 1033 (Schritt 7), so gibt es auch R aus. Die beiden Entscheidungen
ändern sich dadurch nicht.
x 1 , … , x 5 x_1, \dots, x_5 x 1 , … , x 5 ·
n = 5 n = 5 n = 5 ·
μ 0 = 12 \mu_0 = 12 μ 0 = 12 mm
Die fünf gemessenen Dicken sind eine Stichprobe : ein kleiner Ausschnitt aus allen
Platten, die die umgebaute Maschine schneidet. x 1 = 11,87 x_1 = 11{,}87 x 1 = 11 , 87 ist die Dicke der ersten
Platte, x 2 x_2 x 2 die der zweiten, und so weiter. Der Stichprobenumfang ist n = 5 n = 5 n = 5 .
Alle Werte sind in mm.
Das Modell dahinter. Vor dem Messen weiß man nicht, wie dick eine Platte sein wird.
Deshalb steht für jede Messung eine Zufallsvariable X i X_i X i . Die Aufgabe sagt: Die Dicke ist
normalverteilt , X i ∼ N ( μ , σ 2 ) X_i \sim N(\mu,\,\sigma^2) X i ∼ N ( μ , σ 2 ) . Dazu nimmt man an: Die X 1 , … , X 5 X_1, \dots,
X_5 X 1 , … , X 5 sind unabhängig und identisch verteilt . Das heißt: Jede Messung folgt
derselben Verteilung, und keine beeinflusst eine andere.
μ \mu μ ist die mittlere Dicke nach dem Umbau. Sie ist unbekannt — genau um sie geht
es. Auch die Streuung σ 2 \sigma^2 σ 2 ist unbekannt.
Bekannt ist der alte Wert vor dem Umbau: 12 mm. Er heißt
vorgegebener Erwartungswert μ 0 = 12 \mu_0 = 12 μ 0 = 12 . Beide Teile fragen: Ist μ \mu μ nicht mehr
gleich μ 0 \mu_0 μ 0 ?
Im Bild hat jede Platte eine eigene Zeile. Die gestrichelte Linie rechts ist μ 0 = 12 \mu_0 = 12 μ 0 = 12
mm. Alle fünf Punkte liegen links davon.
Aus Blatt 5, Aufgabe 1 („Histogramm: Wartezeiten an der Bushaltestelle“): Eine
Stichprobe
x 1 , … , x n x_1, \dots, x_n x 1 , … , x n sind
n n n gemessene Werte,
n n n heißt Stichprobenumfang. Aus
ihr lernt man etwas über die unbekannte Verteilung dahinter.
Aus Blatt 4, Aufgabe 1 („Normalverteilung: die σ-Regeln“): N ( μ , σ 2 ) N(\mu,\sigma^2) N ( μ , σ 2 ) hat
eine glockenförmige Dichte mit der Mitte
μ \mu μ ;
σ 2 \sigma^2 σ 2 ist die Varianz,
σ \sigma σ die
Standardabweichung.
x ˉ 5 = 59,27 5 = 11,854 \bar x_5 = \dfrac{59{,}27}{5} = 11{,}854 x ˉ 5 = 5 59 , 27 = 11 , 854 mm
Die Frage dreht sich um die mittlere Dicke. Der erste Schätzwert dafür ist der
Durchschnitt der fünf Messungen, der Stichprobenmittelwert x ˉ 5 \bar x_5 x ˉ 5 (gelesen „x
quer fünf“).
Alle Werte addieren:
11,87 + 11,95 + 11,75 + 11,90 + 11,80 = 59,27 11{,}87 + 11{,}95 + 11{,}75 + 11{,}90 + 11{,}80 = 59{,}27 11 , 87 + 11 , 95 + 11 , 75 + 11 , 90 + 11 , 80 = 59 , 27
Durch die Anzahl n = 5 n = 5 n = 5 teilen:
x ˉ 5 = 59,27 5 = 11,854 \bar x_5 = \dfrac{59{,}27}{5} = \mathbf{11{,}854} x ˉ 5 = 5 59 , 27 = 11 , 854 mm
Der Mittelwert liegt 12 − 11,854 = 0,146 12 - 11{,}854 = 0{,}146 12 − 11 , 854 = 0 , 146 mm unter dem alten Wert. Im Bild ist er die
zweite gestrichelte Linie. Ob 0,146 mm „viel“ ist, lässt sich so noch nicht sagen. Dafür
braucht man die Streuung — die nächsten drei Schritte.
Aus Blatt 5, Aufgabe 3 („Stichprobenvarianz: die Länge der Fische“): Dort wurde
dieselbe Tabelle für fünf Fische gefüllt: Summe, Mittelwert
x ˉ n = 1 n ∑ x i \bar x_n = \frac{1}{n}\sum
x_i x ˉ n = n 1 ∑ x i , Abweichungen, Quadrate, Summe durch
n − 1 n - 1 n − 1 . Hier geht es genauso.
x i − x ˉ 5 x_i - \bar x_5 x i − x ˉ 5 :
+ 0,016 , + 0,096 , − 0,104 , + 0,046 , − 0,054 +0{,}016,\ +0{,}096,\ -0{,}104,\ +0{,}046,\ -0{,}054 + 0 , 016 , + 0 , 096 , − 0 , 104 , + 0 , 046 , − 0 , 054
Für jede Platte: Wie weit liegt sie vom Mittelwert entfernt? Das ist ihre
Abweichung x i − x ˉ 5 x_i - \bar x_5 x i − x ˉ 5 , hier „Dicke minus 11,854“.
Platte 1: 11,87 − 11,854 = + 0,016 11{,}87 - 11{,}854 = +0{,}016 11 , 87 − 11 , 854 = + 0 , 016 — etwas dicker als der Schnitt.
Platte 2: 11,95 − 11,854 = + 0,096 11{,}95 - 11{,}854 = +0{,}096 11 , 95 − 11 , 854 = + 0 , 096 .
Platte 3: 11,75 − 11,854 = − 0,104 11{,}75 - 11{,}854 = -0{,}104 11 , 75 − 11 , 854 = − 0 , 104 — dünner als der Schnitt.
Platte 4: 11,90 − 11,854 = + 0,046 11{,}90 - 11{,}854 = +0{,}046 11 , 90 − 11 , 854 = + 0 , 046 .
Platte 5: 11,80 − 11,854 = − 0,054 11{,}80 - 11{,}854 = -0{,}054 11 , 80 − 11 , 854 = − 0 , 054 .
Probe: Die Abweichungen ergeben zusammen immer 0. Plus-Seite: 0,016 + 0,096 + 0,046 = 0,158 0{,}016 + 0{,}096 +
0{,}046 = 0{,}158 0 , 016 + 0 , 096 + 0 , 046 = 0 , 158 . Minus-Seite: 0,104 + 0,054 = 0,158 0{,}104 + 0{,}054 = 0{,}158 0 , 104 + 0 , 054 = 0 , 158 . Beide gleich, die Summe
ist 0.
Im Bild sind die Abweichungen Pfeile vom Mittelwert zum Punkt: grün mit Plus nach rechts,
rot mit Minus nach links.
∑ ( x i − x ˉ 5 ) 2 = 0,02532 \sum (x_i - \bar x_5)^2 = 0{,}02532 ∑ ( x i − x ˉ 5 ) 2 = 0 , 02532 mm²
Weil sich die Abweichungen zu 0 aufheben, taugt ihre Summe nicht als Maß für die Streuung.
Deshalb wird jede Abweichung quadriert , also mit sich selbst malgenommen. Danach
ist alles positiv: minus mal minus ist plus.
Beispiel Platte 3: ( − 0,104 ) 2 = ( − 0,104 ) ⋅ ( − 0,104 ) = 0,010816 (-0{,}104)^2 = (-0{,}104)\cdot(-0{,}104) = 0{,}010816 ( − 0 , 104 ) 2 = ( − 0 , 104 ) ⋅ ( − 0 , 104 ) = 0 , 010816 .
Alle fünf Quadrate: 0,000256 0{,}000256 0 , 000256 , 0,009216 0{,}009216 0 , 009216 , 0,010816 0{,}010816 0 , 010816 , 0,002116 0{,}002116 0 , 002116 , 0,002916 0{,}002916 0 , 002916 .
Zusammen:
0,000256 + 0,009216 + 0,010816 + 0,002116 + 0,002916 = 0,02532 0{,}000256 + 0{,}009216 + 0{,}010816 + 0{,}002116 + 0{,}002916 = \mathbf{0{,}02532} 0 , 000256 + 0 , 009216 + 0 , 010816 + 0 , 002116 + 0 , 002916 = 0 , 02532 mm²
Die Einheit ist mm², weil mm mal mm gerechnet wurde.
Die beiden größten Abweichungen (Platte 2 und 3, im Bild betont) liefern 0,009216 + 0,010816 = 0,020032 0{,}009216 +
0{,}010816 = 0{,}020032 0 , 009216 + 0 , 010816 = 0 , 020032 — rund 79 % der ganzen Summe. Große Abweichungen zählen beim
Quadrieren besonders stark.
s 5 2 = 0,02532 4 = 0,00633 s_5^2 = \dfrac{0{,}02532}{4} = 0{,}00633 s 5 2 = 4 0 , 02532 = 0 , 00633 ,
s 5 ≈ 0,0796 s_5 \approx 0{,}0796 s 5 ≈ 0 , 0796 mm
Die Summe der Quadrate wird durch n − 1 = 4 n - 1 = 4 n − 1 = 4 geteilt. Das ergibt die
Stichprobenvarianz :
s 5 2 = 0,02532 5 − 1 = 0,02532 4 = 0,00633 s_5^2 = \dfrac{0{,}02532}{5 - 1} = \dfrac{0{,}02532}{4} = 0{,}00633 s 5 2 = 5 − 1 0 , 02532 = 4 0 , 02532 = 0 , 00633 mm²
Die Wurzel daraus führt zurück in mm. Das ist die
Standardabweichung der Stichprobe :
s 5 = 0,00633 = 0,0795613 … ≈ 0,0796 s_5 = \sqrt{0{,}00633} = 0{,}0795613\ldots \approx \mathbf{0{,}0796} s 5 = 0 , 00633 = 0 , 0795613 … ≈ 0 , 0796 mm
Zum Anzeigen reichen vier Nachkommastellen (0,0796). Zum Weiterrechnen nimmt man den
genaueren Wert 0,0795613 0{,}0795613 0 , 0795613 — sonst verschiebt sich t ^ \hat t t ^ in der dritten
Nachkommastelle (siehe Schritt 7).
Zur Schreibweise: s 5 s_5 s 5 ist dasselbe s s s wie in Blatt 5, Aufgabe 3. Der Index 5
nennt nur den Stichprobenumfang, so wie bei x ˉ 5 \bar x_5 x ˉ 5 .
Das Band im Bild reicht eine Standardabweichung nach jeder Seite des Mittelwerts: von
11,854 − 0,0796 = 11,7744 11{,}854 - 0{,}0796 = 11{,}7744 11 , 854 − 0 , 0796 = 11 , 7744 bis 11,854 + 0,0796 = 11,9336 11{,}854 + 0{,}0796 = 11{,}9336 11 , 854 + 0 , 0796 = 11 , 9336 mm.
R als Probe: mean(x) liefert 11,854,
sd(x) liefert 0,0795613 — wie von Hand.
Aus Blatt 5, Aufgabe 3 („Stichprobenvarianz: die Länge der Fische“): s 2 = 1 n − 1 ∑ ( x i − x ˉ n ) 2 s^2 =
\frac{1}{n-1}\sum (x_i - \bar x_n)^2 s 2 = n − 1 1 ∑ ( x i − x ˉ n ) 2 , geteilt wird durch
n − 1 n - 1 n − 1 , und
s = s 2 s = \sqrt{s^2} s = s 2 .
In R:
var(x) und
sd(x).
σ \sigma σ unbekannt
⇒ \Rightarrow ⇒ Einstichproben-t-Test mit
s 5 s_5 s 5
Jetzt soll geprüft werden: Liegt x ˉ 5 = 11,854 \bar x_5 = 11{,}854 x ˉ 5 = 11 , 854 nur zufällig unter 12, oder ist die
mittlere Dicke wirklich eine andere? Dafür gibt es zwei Tests. Welcher passt, hängt an
einer Frage: Kennt man die Streuung σ \sigma σ ?
Fall 1, σ \sigma σ bekannt: Gauß-Test. Er rechnet mit dem wahren σ \sigma σ .
Fall 2, σ \sigma σ unbekannt: Einstichproben-t-Test. Er setzt an die Stelle von
σ \sigma σ den Schätzwert s n s_n s n aus der Stichprobe.
Die Aufgabe nennt nur den Erwartungswert 12 mm, aber keine Streuung. Also ist das
Fall 2 . Statt σ \sigma σ nimmt man s 5 = 0,0795613 s_5 = 0{,}0795613 s 5 = 0 , 0795613 mm aus Schritt 5.
„Einstichproben“ heißt: Es gibt nur eine Stichprobe, und sie wird mit einem festen Wert
μ 0 \mu_0 μ 0 verglichen.
Die zweite Voraussetzung, die Normalverteilung, steht in der Aufgabe.
Aus Aufgabe 4 („Gauß-Test: sind die Dachbalken zu kurz?“): Dort war
σ = 0,6 \sigma =
0{,}6 σ = 0 , 6 cm bekannt. Deshalb war es ein Gauß-Test mit der Teststatistik
Z = n ⋅ x ˉ n − μ 0 σ Z =
\sqrt{n}\cdot\frac{\bar x_n - \mu_0}{\sigma} Z = n ⋅ σ x ˉ n − μ 0 .
Aus Aufgabe 5 („t-Test: ist der Mittelwert von 0 verschieden?“): Dort war
σ \sigma σ
unbekannt, wie hier. Man ersetzt
σ \sigma σ durch
s n s_n s n und erhält den
Einstichproben-t-Test.
t ^ = 5 ⋅ 11,854 − 12 0,0795613 ≈ − 4,1033 \hat t = \sqrt{5}\cdot\dfrac{11{,}854 - 12}{0{,}0795613} \approx -4{,}1033 t ^ = 5 ⋅ 0 , 0795613 11 , 854 − 12 ≈ − 4 , 1033
Eine Teststatistik ist eine einzelne Zahl, die aus den Daten berechnet wird. An ihr
hängt später die Entscheidung. Beim t-Test heißt sie t ^ \hat t t ^ (gelesen „t Dach“):
t ^ = n ⋅ x ˉ n − μ 0 s n \hat t = \sqrt{n}\cdot\dfrac{\bar x_n - \mu_0}{s_n} t ^ = n ⋅ s n x ˉ n − μ 0
Die Teile der Formel:
x ˉ n − μ 0 \bar x_n - \mu_0 x ˉ n − μ 0 : Wie weit liegt der Mittelwert vom alten Wert weg?
geteilt durch s n s_n s n : gemessen an der Streuung der Daten;
mal n \sqrt{n} n : je mehr Messungen, desto mehr zählt derselbe Abstand.
Einsetzen, Stück für Stück:
Zähler: 11,854 − 12 = − 0,146 11{,}854 - 12 = -0{,}146 11 , 854 − 12 = − 0 , 146 . Das Minus heißt: Der Mittelwert liegt
unter 12.
Bruch: − 0,146 : 0,0795613 = − 1,835063 -0{,}146 : 0{,}0795613 = -1{,}835063 − 0 , 146 : 0 , 0795613 = − 1 , 835063 .
5 = 2,236068 \sqrt{5} = 2{,}236068 5 = 2 , 236068 , also t ^ = 2,236068 ⋅ ( − 1,835063 ) = − 4,103326 \hat t = 2{,}236068 \cdot (-1{,}835063) = -4{,}103326 t ^ = 2 , 236068 ⋅ ( − 1 , 835063 ) = − 4 , 103326 .
Auf vier Nachkommastellen: t ^ ≈ − 4,1033 \hat t \approx \mathbf{-4{,}1033} t ^ ≈ − 4 , 1033 .
Zur Musterlösung: Dort steht − 4,1013 -4{,}1013 − 4 , 1013 . Sie teilt durch das gerundete 0,0796 0{,}0796 0 , 0796
statt durch 0,0795613 0{,}0795613 0 , 0795613 : 2,236068 ⋅ ( − 0,146 ) : 0,0796 = − 4,1013 2{,}236068 \cdot (-0{,}146) : 0{,}0796 = -4{,}1013 2 , 236068 ⋅ ( − 0 , 146 ) : 0 , 0796 = − 4 , 1013 . In (ii)
schreibt sie − 4,11 -4{,}11 − 4 , 11 . Richtig ist − 4,1033 -4{,}1033 − 4 , 1033 ; R bestätigt das in Schritt 19. Für die
Entscheidungen macht der Unterschied nichts aus.
Aus Aufgabe 5 („t-Test: ist der Mittelwert von 0 verschieden?“): Die Teststatistik
des Einstichproben-t-Tests ist
t ^ = n ⋅ x ˉ n − μ 0 s n \hat t = \sqrt{n}\cdot\frac{\bar x_n - \mu_0}{s_n} t ^ = n ⋅ s n x ˉ n − μ 0 . Dort
war
μ 0 = 0 \mu_0 = 0 μ 0 = 0 .
s 5 5 = 0,035581 \dfrac{s_5}{\sqrt 5} = 0{,}035581 5 s 5 = 0 , 035581 mm,
t ^ = − 0,146 0,035581 ≈ − 4,1033 \hat t = \dfrac{-0{,}146}{0{,}035581}
\approx -4{,}1033 t ^ = 0 , 035581 − 0 , 146 ≈ − 4 , 1033
Was sagt − 4,1033 -4{,}1033 − 4 , 1033 ? Das wird klarer, wenn man die Formel umstellt. Mal n \sqrt{n} n ist
dasselbe wie geteilt durch 1 n \frac{1}{\sqrt{n}} n 1 . So wandert n \sqrt{n} n in den Nenner:
t ^ = x ˉ n − μ 0 s n / n \hat t = \dfrac{\bar x_n - \mu_0}{s_n / \sqrt{n}} t ^ = s n / n x ˉ n − μ 0
Im Nenner steht jetzt s n / n s_n / \sqrt{n} s n / n . Diese Größe heißt Standardfehler : die
geschätzte Standardabweichung des Mittelwerts . Sie sagt, wie stark der Mittelwert
aus fünf Platten von Stichprobe zu Stichprobe schwankt. Er schwankt weniger als eine
einzelne Platte, deshalb das Teilen durch 5 \sqrt{5} 5 .
Mit Zahlen: 0,0795613 2,236068 = 0,035581 \dfrac{0{,}0795613}{2{,}236068} = 0{,}035581 2 , 236068 0 , 0795613 = 0 , 035581 mm.
Und damit: t ^ = − 0,146 0,035581 ≈ − 4,1033 \hat t = \dfrac{-0{,}146}{0{,}035581} \approx -4{,}1033 t ^ = 0 , 035581 − 0 , 146 ≈ − 4 , 1033 .
In Worten: Der Mittelwert liegt gut vier Standardfehler unter 12 mm. Das
Lineal im Bild zeigt es: Jeder Strich ist ein Standardfehler (0,0356 mm), und x ˉ 5 \bar x_5 x ˉ 5
liegt knapp hinter dem vierten.
Wichtig für den Rest: In t ^ \hat t t ^ stecken nur die fünf Messungen und μ 0 = 12 \mu_0 = 12 μ 0 = 12 .
Die Frage aus (i) oder (ii) kommt nicht vor. Deshalb gilt t ^ ≈ − 4,1033 \hat t \approx -4{,}1033 t ^ ≈ − 4 , 1033 für
beide Teile. Unterscheiden werden sich nur die Grenzen, mit denen man t ^ \hat t t ^
vergleicht.
Aus Aufgabe 1 („Konfidenzintervall bei bekannter Varianz“): Der Mittelwert
X ˉ n \bar
X_n X ˉ n von
n n n unabhängigen Messungen hat die Varianz
σ 2 / n \sigma^2/n σ 2 / n , also die
Standardabweichung
σ / n \sigma/\sqrt{n} σ / n . Hier ist
σ \sigma σ unbekannt und wird durch
s 5 s_5 s 5
ersetzt.
wenn
μ = 12 \mu = 12 μ = 12 :
t ^ \hat t t ^ ist t-verteilt mit
5 − 1 = 4 5 - 1 = 4 5 − 1 = 4 Freiheitsgraden
Ist − 4,10 -4{,}10 − 4 , 10 ungewöhnlich? Um das zu beurteilen, braucht man eine Messlatte: Welche Werte
von t ^ \hat t t ^ kommen vor, wenn sich nichts geändert hat?
Angenommen, die mittlere Dicke ist nach dem Umbau immer noch μ = 12 \mu = 12 μ = 12 mm. Dann schwankt
x ˉ 5 \bar x_5 x ˉ 5 zufällig um 12, und t ^ \hat t t ^ schwankt um 0. Wie genau, sagt die
t-Verteilung mit n − 1 = 4 n - 1 = 4 n − 1 = 4 Freiheitsgraden . Ihre Dichte ist die Kurve im
Bild.
Sie ist symmetrisch um 0 und sieht aus wie eine Glockenkurve.
Ihre Ränder sind aber dicker als bei der Normalverteilung. Grund: s 5 s_5 s 5 ist aus nur fünf
Werten geschätzt und selbst unsicher.
Die Zahl der Freiheitsgrade ist n − 1 n - 1 n − 1 . So viele Abweichungen sind frei wählbar; die
letzte liegt fest, weil die Summe 0 ist.
Der Punkt auf der Achse ist unser t ^ ≈ − 4,10 \hat t \approx -4{,}10 t ^ ≈ − 4 , 10 . Er liegt weit links, wo die
Kurve fast auf der Achse aufliegt. Werte so weit draußen sind selten, wenn μ = 12 \mu = 12 μ = 12
stimmt. Wie selten genau „zu selten“ ist, legt das Signifikanzniveau fest — dazu die
beiden Teile.
Aus Aufgabe 2 („Konfidenzintervall mit geschätzter Varianz: Kaffeepackungen“): Wird
σ \sigma σ durch
s n s_n s n geschätzt, rechnet man mit der t-Verteilung mit
n − 1 n - 1 n − 1
Freiheitsgraden statt mit der Standardnormalverteilung. Ihre Quantile liefert R mit
qt(p, df = n - 1);
df steht für
englisch
degrees of freedom , Freiheitsgrade.
H 0 : μ = 12 H_0: \mu = 12 H 0 : μ = 12 gegen
H A : μ ≠ 12 H_A: \mu \ne 12 H A : μ = 12 ,
α = 0,01 \alpha = 0{,}01 α = 0 , 01
Ein Test stellt zwei Behauptungen gegeneinander:
die Alternative H A H_A H A : das, was man zeigen will — die Vermutung;
die Nullhypothese H 0 H_0 H 0 : ihr Gegenteil, das man widerlegen will.
Die Vermutung in (i) lautet: Die mittlere Dicke hat sich geändert . Also H A : μ ≠ 12 H_A: \mu
\ne 12 H A : μ = 12 („ungleich 12“). Das Gegenteil ist: nichts geändert, H 0 : μ = 12 H_0: \mu = 12 H 0 : μ = 12 .
Wichtig: „Geändert“ sagt nicht, in welche Richtung. Dünnere Platten (μ < 12 \mu < 12 μ < 12 )
wären eine Änderung, dickere (μ > 12 \mu > 12 μ > 12 ) auch. Deshalb sprechen beide Enden der
Kurve gegen H 0 H_0 H 0 : ein t ^ \hat t t ^ weit links genauso wie eins weit rechts. Das Bild zeigt
beide Seiten.
Das Signifikanzniveau ist α = 1 % = 0,01 \alpha = 1\,\% = 0{,}01 α = 1 % = 0 , 01 . Es begrenzt den
Fehler 1. Art : H 0 H_0 H 0 zu verwerfen, obwohl H 0 H_0 H 0 stimmt. Hier hieße das: eine
Änderung behaupten, obwohl die Maschine weiter im Mittel 12 mm liefert. Das darf höchstens
mit 1 % Wahrscheinlichkeit passieren.
Aus Aufgabe 4 („Gauß-Test: sind die Dachbalken zu kurz?“): Die Vermutung kommt in
H A H_A H A , weil nur das Verwerfen von
H 0 H_0 H 0 etwas beweist. „
H 0 H_0 H 0 nicht verwerfen“ heißt
nicht, dass
H 0 H_0 H 0 stimmt — nur, dass die Daten nicht reichen.
α 2 = 0,005 \dfrac{\alpha}{2} = 0{,}005 2 α = 0 , 005 je Rand → Quantil
1 − α 2 = 0,995 1 - \dfrac{\alpha}{2} =
0{,}995 1 − 2 α = 0 , 995
Der Test verwirft H 0 H_0 H 0 , wenn t ^ \hat t t ^ weit draußen liegt. „Weit draußen“ heißt: in einem
Bereich am Rand der Kurve, der zusammen nur die Fläche α = 1 % \alpha = 1\,\% α = 1 % hat. Dieser
Bereich heißt Ablehnbereich , seine Grenze kritischer Wert — beides wie in
Aufgabe 4.
Weil beide Richtungen gegen H 0 H_0 H 0 sprechen, bekommt jeder Rand die Hälfte:
α 2 = 0,01 2 = 0,005 = 0,5 % \dfrac{\alpha}{2} = \dfrac{0{,}01}{2} = 0{,}005 = 0{,}5\,\% 2 α = 2 0 , 01 = 0 , 005 = 0 , 5 % links und 0,5 % 0{,}5\,\% 0 , 5 %
rechts.
Warum die Hälfte? Wenn H 0 H_0 H 0 stimmt, landet t ^ \hat t t ^ mit 0,5 % im linken und mit 0,5 % im
rechten Rand — zusammen genau mit 1 %. So bleibt der Fehler 1. Art bei α \alpha α .
Gesucht ist jetzt die Grenze des rechten Randes. Rechts von ihr liegen 0,5 %, also links
von ihr 1 − 0,005 = 0,995 1 - 0{,}005 = 0{,}995 1 − 0 , 005 = 0 , 995 der Fläche. Das ist das 0,995-Quantil .
Im Bild sind die beiden Ränder rot markiert. Weil sie so dünn sind, zeigt die Lupe oben
links den linken Rand fünfmal so hoch.
Aus Aufgabe 4 („Gauß-Test: sind die Dachbalken zu kurz?“): Die Werte der
Teststatistik, bei denen man
H 0 H_0 H 0 verwirft, heißen
Ablehnbereich . Man legt ihn so,
dass er unter
H 0 H_0 H 0 genau die Fläche
α \alpha α hat; seine Grenze heißt
kritischer Wert . Dort war es ein Rand mit 1 % links von
− 2,3263 -2{,}3263 − 2 , 3263 .
Aus Aufgabe 5 („t-Test: ist der Mittelwert von 0 verschieden?“): Beim zweiseitigen
t-Test wird
H 0 H_0 H 0 verworfen, wenn
∣ t ^ ∣ > t n − 1 ; 1 − α / 2 |\hat t| > t_{n-1;\,1-\alpha/2} ∣ t ^ ∣ > t n − 1 ; 1 − α /2 . Dort war
α = 5 % \alpha =
5\,\% α = 5 % , also 2,5 % je Rand.
t 4 ; 0,995 ≈ 4,6041 t_{4;\,0{,}995} \approx 4{,}6041 t 4 ; 0 , 995 ≈ 4 , 6041 → verwerfen, wenn
∣ t ^ ∣ > 4,6041 |\hat t| >
4{,}6041 ∣ t ^ ∣ > 4 , 6041
Das 0,995-Quantil der t-Verteilung mit 4 Freiheitsgraden heißt t 4 ; 0,995 t_{4;\,0{,}995} t 4 ; 0 , 995 . Vor dem
Semikolon stehen die Freiheitsgrade, dahinter die Fläche links der Grenze. (Ein Semikolon,
weil das Komma schon das Dezimalzeichen ist.) Allgemein: t n − 1 ; 1 − α / 2 t_{n-1;\,1-\alpha/2} t n − 1 ; 1 − α /2 .
R rechnet es mit qt aus:
qt(0.995, df = 4) liefert 4,604095. Auf vier Nachkommastellen:
t 4 ; 0,995 ≈ 4,6041 t_{4;\,0{,}995} \approx \mathbf{4{,}6041} t 4 ; 0 , 995 ≈ 4 , 6041
Das ist der kritische Wert für den rechten Rand. Die Kurve ist symmetrisch, also
liegt die linke Grenze bei − 4,6041 -4{,}6041 − 4 , 6041 .
Der Ablehnbereich besteht damit aus zwei Stücken: t ^ < − 4,6041 \hat t < -4{,}6041 t ^ < − 4 , 6041 oder t ^ > 4,6041 \hat t
> 4{,}6041 t ^ > 4 , 6041 . Kürzer mit dem Betrag (Zeichen ∣ … ∣ |\ldots| ∣ … ∣ , der Abstand von 0 ohne
Vorzeichen): ∣ t ^ ∣ > 4,6041 |\hat t| > 4{,}6041 ∣ t ^ ∣ > 4 , 6041 .
Aus Blatt 4, Aufgabe 5 („Quantile: die Füllmenge einer Kaffeepackung“): Das
p p p -Quantil ist die Grenze, links von der der Anteil
p p p der Fläche liegt. Dort gab
qnorm die Quantile der Normalverteilung;
qt tut dasselbe für die t-Verteilung.
∣ t ^ ∣ = 4,1033 < 4,6041 |\hat t| = 4{,}1033 < 4{,}6041 ∣ t ^ ∣ = 4 , 1033 < 4 , 6041 →
H 0 H_0 H 0 nicht verwerfen
Jetzt wird verglichen. Der Betrag von t ^ \hat t t ^ ist ∣ − 4,1033 ∣ = 4,1033 |-4{,}1033| = 4{,}1033 ∣ − 4 , 1033∣ = 4 , 1033 .
4,1033 < 4,6041 4{,}1033 < 4{,}6041 4 , 1033 < 4 , 6041 . Also liegt t ^ \hat t t ^ nicht im Ablehnbereich. In der Lupe
sieht man es: Der Punkt t ^ = − 4,10 \hat t = -4{,}10 t ^ = − 4 , 10 liegt rechts von der Grenze − 4,60 -4{,}60 − 4 , 60 , also
nicht im markierten Rand. Die beiden Balken unten im Panel zeigen dasselbe: Der Balken
∣ t ^ ∣ |\hat t| ∣ t ^ ∣ ist kürzer als der Balken „kritischer Wert“.
Antwort auf (i): Nein. Zum Niveau 1 % lässt sich nicht zeigen, dass sich die
mittlere Dicke geändert hat.
Was das nicht heißt: Es ist nicht gezeigt, dass die Dicke gleich geblieben ist. Die
Daten reichen nur nicht, um eine Änderung mit höchstens 1 % Irrtumswahrscheinlichkeit zu
belegen.
Merke: Zweiseitig wird verworfen, wenn
∣ t ^ ∣ > t n − 1 ; 1 − α / 2 |\hat t| > t_{n-1;\,1-\alpha/2} ∣ t ^ ∣ > t n − 1 ; 1 − α /2 . Das α
wird halbiert, weil zwei Ränder es sich teilen.
H 0 : μ ≥ 12 H_0: \mu \ge 12 H 0 : μ ≥ 12 gegen
H A : μ < 12 H_A: \mu < 12 H A : μ < 12
In (ii) lautet die Vermutung anders: Die mittlere Dicke ist kleiner geworden . Sie
kommt wieder in die Alternative:
H A : μ < 12 H_A: \mu < 12 H A : μ < 12
Die Nullhypothese ist alles andere: nicht kleiner, also gleich oder größer, H 0 : μ ≥ 12 H_0: \mu \ge
12 H 0 : μ ≥ 12 („größer oder gleich 12“). H 0 H_0 H 0 und H A H_A H A decken so zusammen jeden möglichen Wert von
μ \mu μ ab.
Der Unterschied zu (i): Jetzt spricht nur noch eine Seite für H A H_A H A . Ein t ^ \hat t t ^
weit links heißt: Die Platten sind dünner — das stützt μ < 12 \mu < 12 μ < 12 . Ein t ^ \hat t t ^ weit
rechts hieße: Die Platten sind dicker. Das ist kein Beleg für „kleiner geworden“, eher das
Gegenteil. Im Bild ist deshalb nur die linke Seite als Beleg markiert.
Gerechnet wird weiter mit μ 0 = 12 \mu_0 = 12 μ 0 = 12 , dem Rand von H 0 H_0 H 0 . Ist μ \mu μ in Wahrheit größer
als 12, liegt t ^ \hat t t ^ meist weiter rechts, und der Fehler 1. Art bleibt unter 1 %.
Der Balken „kritischer Wert“ im Panel zeigt noch die Grenze aus (i). Die neue Grenze kommt
in Schritt 16.
Aus Aufgabe 4 („Gauß-Test: sind die Dachbalken zu kurz?“): „Die Balken sind zu
kurz“ wurde dort zu
H A : μ < 750 H_A: \mu < 750 H A : μ < 750 und
H 0 : μ ≥ 750 H_0: \mu \ge 750 H 0 : μ ≥ 750 — ein
linksseitiger Test: Der Ablehnbereich liegt nur am linken Rand. Im Schritt „Warum
der Rand μ = 750 genügt“ steht, warum man mit dem Rand
μ 0 \mu_0 μ 0 rechnen darf: Dort ist die
Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art am größten, und sie ist genau
α \alpha α .
links 1 %:
t 4 ; 0,01 = − t 4 ; 0,99 t_{4;\,0{,}01} = -t_{4;\,0{,}99} t 4 ; 0 , 01 = − t 4 ; 0 , 99
Weil nur der linke Rand für H A H_A H A spricht, gibt es auch nur links einen Ablehnbereich. Er
bekommt das ganze Signifikanzniveau α = 1 % \alpha = 1\,\% α = 1 % — nicht nur die Hälfte wie in
(i).
Würde man auch rechts etwas abgeben, würde der Test bei sehr dicken Platten „kleiner
geworden“ behaupten. Das wäre sinnlos.
Gesucht ist die Grenze, links von der 1 % der Fläche liegt: das
0,01-Quantil t 4 ; 0,01 t_{4;\,0{,}01} t 4 ; 0 , 01 .
Wegen der Symmetrie um 0 liegt es genauso weit links von 0 wie das 0,99-Quantil rechts
davon. Rechts vom 0,99-Quantil liegt nämlich auch genau 1 %. Deshalb:
t 4 ; 0,01 = − t 4 ; 0,99 t_{4;\,0{,}01} = -t_{4;\,0{,}99} t 4 ; 0 , 01 = − t 4 ; 0 , 99 , allgemein − t n − 1 ; 1 − α -t_{n-1;\,1-\alpha} − t n − 1 ; 1 − α .
So steht es auch im Skript: Beim linksseitigen Test wird verworfen, wenn t ^ < − t n − 1 ; 1 − α \hat t <
-t_{n-1;\,1-\alpha} t ^ < − t n − 1 ; 1 − α .
− t 4 ; 0,99 ≈ − 3,7469 -t_{4;\,0{,}99} \approx -3{,}7469 − t 4 ; 0 , 99 ≈ − 3 , 7469 → verwerfen, wenn
t ^ < − 3,7469 \hat t <
-3{,}7469 t ^ < − 3 , 7469
qt(0.99, df = 4) liefert 3,746947. Mit Minus davor:
− t 4 ; 0,99 ≈ − 3,7469 -t_{4;\,0{,}99} \approx \mathbf{-3{,}7469} − t 4 ; 0 , 99 ≈ − 3 , 7469
Die Probe qt(0.01, df = 4) gibt direkt −3,746947 — dieselbe
Zahl, wie die Symmetrie verspricht.
Der Ablehnbereich ist jetzt nur ein Stück: t ^ < − 3,7469 \hat t < -3{,}7469 t ^ < − 3 , 7469 . Hier zählt das
Vorzeichen , nicht der Betrag. Ein t ^ = + 4 \hat t = +4 t ^ = + 4 läge nicht im Ablehnbereich.
Fällt auf: 3,7469 3{,}7469 3 , 7469 ist kleiner als 4,6041 4{,}6041 4 , 6041 aus (i). Die Grenze liegt näher an 0. Der
Balken „kritischer Wert“ im Panel wird um 0,8571 0{,}8571 0 , 8571 kürzer (4,604095 − 3,746947 4{,}604095 - 3{,}746947 4 , 604095 − 3 , 746947 ).
Warum, klärt Schritt 18.
t ^ = − 4,1033 < − 3,7469 \hat t = -4{,}1033 < -3{,}7469 t ^ = − 4 , 1033 < − 3 , 7469 →
H 0 H_0 H 0 verwerfen
Dasselbe t ^ \hat t t ^ wie in (i), jetzt mit Vorzeichen verglichen:
− 4,1033 < − 3,7469 -4{,}1033 < -3{,}7469 − 4 , 1033 < − 3 , 7469
Auf der Zahlengeraden liegt − 4,1033 -4{,}1033 − 4 , 1033 weiter links als − 3,7469 -3{,}7469 − 3 , 7469 . Also liegt t ^ \hat t t ^
im Ablehnbereich. In der Lupe: Der Punkt liegt jetzt links der Grenze − 3,75 -3{,}75 − 3 , 75 ,
mitten in der markierten Fläche.
Antwort auf (ii): Ja. H 0 H_0 H 0 wird verworfen. Zum Niveau 1 % ist gezeigt, dass die
mittlere Dicke kleiner geworden ist. Wäre sie in Wahrheit nicht kleiner geworden, käme der
Test höchstens mit 1 % Wahrscheinlichkeit zu diesem Ergebnis (Fehler 1. Art).
Was es nicht heißt: „Mit 99 % Wahrscheinlichkeit ist die mittlere Dicke kleiner als
12 mm.“ μ \mu μ ist eine feste Zahl; zufällig sind nur die Daten. Die 1 % beschreiben das
Verfahren.
Aus Aufgabe 4 („Gauß-Test: sind die Dachbalken zu kurz?“): Dort stand dieselbe
Warnung: nicht „Mit 99 % Wahrscheinlichkeit sind die Balken zu kurz.“ Die Garantie
betrifft das Verfahren;
μ \mu μ ist eine feste Zahl.
Merke: Linksseitig wird verworfen, wenn
t ^ < − t n − 1 ; 1 − α \hat t < -t_{n-1;\,1-\alpha} t ^ < − t n − 1 ; 1 − α . Das
ganze α liegt auf dem einen Rand, der für
H A H_A H A spricht.
− 4,6041 < t ^ = − 4,1033 < − 3,7469 -4{,}6041 < \hat t = -4{,}1033 < -3{,}7469 − 4 , 6041 < t ^ = − 4 , 1033 < − 3 , 7469
Dieselbe Zahl t ^ = − 4,1033 \hat t = -4{,}1033 t ^ = − 4 , 1033 , dasselbe Niveau 1 % — und trotzdem zwei Antworten. Der
Grund liegt allein am linken Rand:
(i) zweiseitig: Links liegen nur 0,5 % . Grenze − 4,6041 -4{,}6041 − 4 , 6041 .
(ii) linksseitig: Links liegt das ganze 1 % . Grenze − 3,7469 -3{,}7469 − 3 , 7469 .
Soll der linke Rand doppelt so viel Fläche haben, muss er breiter werden. Die Grenze rückt
dafür nach innen, zur 0 hin. Das zusätzliche Stück zwischen − 4,6041 -4{,}6041 − 4 , 6041 und − 3,7469 -3{,}7469 − 3 , 7469
hat genau die Fläche 1 % − 0,5 % = 0,5 % 1\,\% - 0{,}5\,\% = 0{,}5\,\% 1 % − 0 , 5 % = 0 , 5 % . In der Lupe ist es der grüne
Streifen neben dem roten Rand.
Und genau in diesem Streifen liegt t ^ \hat t t ^ : − 4,6041 < − 4,1033 < − 3,7469 -4{,}6041 < -4{,}1033 < -3{,}7469 − 4 , 6041 < − 4 , 1033 < − 3 , 7469 .
Für den zweiseitigen Test ist t ^ \hat t t ^ noch nicht extrem genug, für den linksseitigen
schon.
Folge: Zeigt die Abweichung wirklich in die vermutete Richtung, erkennt der
einseitige Test sie leichter. Man sagt, er ist mächtiger : Er macht seltener den
Fehler 2. Art , also H 0 H_0 H 0 nicht zu verwerfen, obwohl H A H_A H A stimmt. Dafür ist er
blind für die andere Richtung.
Aus Aufgabe 4 („Gauß-Test: sind die Dachbalken zu kurz?“): Fehler 1. Art:
H 0 H_0 H 0
stimmt, aber der Test verwirft
H 0 H_0 H 0 . Fehler 2. Art:
H A H_A H A stimmt, aber der Test verwirft
H 0 H_0 H 0 nicht.
α \alpha α begrenzt nur den Fehler 1. Art.
Merke: Zweiseitig steht
1 − α / 2 1 - \alpha/2 1 − α /2 im Quantil, einseitig
1 − α 1 - \alpha 1 − α . Deshalb
liegt der einseitige kritische Wert immer näher an 0.
linksseitig
p ≈ 0,0074 p \approx 0{,}0074 p ≈ 0 , 0074 , zweiseitig
p ≈ 0,0148 p \approx 0{,}0148 p ≈ 0 , 0148
Diese Ergänzung geht über die Aufgabe hinaus. Statt mit einem kritischen Wert kann
man auch mit dem p-Wert entscheiden (siehe Aufgabe 4 und 5): die
Wahrscheinlichkeit, ein t ^ \hat t t ^ zu bekommen, das mindestens so extrem ist wie das
beobachtete — wenn μ = 12 \mu = 12 μ = 12 stimmt.
Linksseitig heißt „extrem“: noch weiter links. Der p-Wert ist die Fläche links von
− 4,1033 -4{,}1033 − 4 , 1033 . Die Fläche links von einer Grenze liefert pt:
pt(-4.103326, df = 4) ergibt 0,00740635, also p ≈ 0,0074 p \approx
0{,}0074 p ≈ 0 , 0074 .
Zweiseitig zählt auch „genauso weit rechts“ als extrem. Die Kurve ist symmetrisch,
rechts von + 4,1033 +4{,}1033 + 4 , 1033 liegt dieselbe Fläche. Also doppelt so viel: p = 2 ⋅ 0,00740635 = 0,0148127 ≈ 0,0148 p = 2 \cdot
0{,}00740635 = 0{,}0148127 \approx 0{,}0148 p = 2 ⋅ 0 , 00740635 = 0 , 0148127 ≈ 0 , 0148 . Im Bild sind beide Flächen blau.
Die Regel: H 0 H_0 H 0 verwerfen, wenn p ≤ α p \le \alpha p ≤ α .
(ii): 0,0074 ≤ 0,01 0{,}0074 \le 0{,}01 0 , 0074 ≤ 0 , 01 → verwerfen.
(i): 0,0148 > 0,01 0{,}0148 > 0{,}01 0 , 0148 > 0 , 01 → nicht verwerfen.
Dieselben Antworten wie mit den kritischen Werten. R erledigt alles auf einmal mit
t.test: mu = 12 ist μ 0 \mu_0 μ 0 ,
alternative = "less" heißt „kleiner“, also linksseitig. Ohne
diese Angabe rechnet R zweiseitig. Beide Male steht
t = -4.1033 da — das ist t ^ \hat t t ^ aus Schritt 7.
Aus Aufgabe 4 („Gauß-Test: sind die Dachbalken zu kurz?“), Schritt „Ergänzung: der
p-Wert“:
H 0 H_0 H 0 wird verworfen, wenn
p ≤ α p \le \alpha p ≤ α ; der p-Wert ist das kleinste
α \alpha α , bei dem
man
H 0 H_0 H 0 gerade noch verwerfen würde. Er ist
nicht die Wahrscheinlichkeit, dass
H 0 H_0 H 0 stimmt, sondern eine Wahrscheinlichkeit für die Daten unter der Annahme
μ = μ 0 \mu =
\mu_0 μ = μ 0 .
Aus Aufgabe 5 („t-Test: ist der Mittelwert von 0 verschieden?“): Beim zweiseitigen
t-Test zählen für den p-Wert beide Seiten; dort war
p = 2 ⋅ P ( T 4 > 2,4820 ) ≈ 0,0681 p = 2 \cdot P(T_4 > 2{,}4820)
\approx 0{,}0681 p = 2 ⋅ P ( T 4 > 2 , 4820 ) ≈ 0 , 0681 , die blauen Flächen im Bild.
Aus Blatt 4, Aufgabe 3 („Standardnormalverteilung mit R“):
pnorm(x) gibt die Fläche links von
x x x unter der Dichte der
Standardnormalverteilung.
pt(x, df = …) tut dasselbe für die
t-Verteilung.
Seite erst nach dem Blick gewählt: Fehler 1. Art bis
1 % + 1 % = 2 % 1\,\% + 1\,\% = 2\,\% 1 % + 1 % = 2 %
Die Musterlösung schließt mit einer Bemerkung: Man darf die Richtung nur vorgeben, wenn
die Vermutung vor dem Blick auf die Daten feststand.
Warum? Stellen Sie sich vor, jemand schaut erst auf die Daten. Liegt x ˉ 5 \bar x_5 x ˉ 5
unter 12, testet er linksseitig. Läge x ˉ 5 \bar x_5 x ˉ 5 über 12, würde er rechtsseitig testen. So
wählt er immer die Seite, auf der t ^ \hat t t ^ gerade liegt. Damit verwirft er, sobald ∣ t ^ ∣ > 3,7469 |\hat
t| > 3{,}7469 ∣ t ^ ∣ > 3 , 7469 ist — egal auf welcher Seite.
Wenn H 0 H_0 H 0 stimmt, passiert das links mit 1 % und rechts mit 1 %, zusammen also mit
2 % . Der Fehler 1. Art ist doppelt so groß wie das angegebene α = 1 % \alpha = 1\,\% α = 1 % . Das
ist Schummeln: Man bekommt das gewünschte Ergebnis, aber die versprochenen 1 % stimmen
nicht mehr. Das Bild zeigt diese beiden 1-%-Ränder.
Und in dieser Aufgabe? Der Aufgabentext gibt beide Vermutungen vor. Wir nehmen an,
dass sie feststanden, bevor die fünf Platten gemessen wurden. Nur dann ist (ii) ein echter
Test zum Niveau 1 %. Hätte jemand erst gesehen, dass alle fünf Werte unter 12 mm liegen,
und dann „kleiner geworden“ vermutet, wäre das genau der Fall von oben. Ebenso wenig darf
man beide Tests rechnen und die Antwort nehmen, die gefällt. Weiß man vorher keine
Richtung, testet man zweiseitig.
Merke: Erst die Vermutung, dann die Daten. Die Seite des Tests wählt man nie
danach, wohin die Daten zeigen.
Teil
Hypothesen
verwerfen, wenn
Antwort
(i) geändert
H A : μ ≠ 12 H_A: \mu \ne 12 H A : μ = 12
∣ t ^ ∣ > 4,6041 |\hat t| > 4{,}6041 ∣ t ^ ∣ > 4 , 6041
nein
(ii) kleiner
H A : μ < 12 H_A: \mu < 12 H A : μ < 12
t ^ < − 3,7469 \hat t < -3{,}7469 t ^ < − 3 , 7469
ja
In Worten: Die fünf Platten sind im Mittel 11,854 mm dick, gut vier Standardfehler
unter 12 mm (t ^ ≈ − 4,1033 \hat t \approx -4{,}1033 t ^ ≈ − 4 , 1033 ). Fragt man nur „kleiner geworden?“, reicht das zum
Niveau 1 %. Fragt man „geändert, egal wohin?“, reicht es nicht, weil sich das 1 % dann auf
zwei Ränder verteilt.
Probe in mm: Aus t ^ = x ˉ 5 − 12 s 5 / 5 < − c \hat t = \frac{\bar x_5 - 12}{s_5/\sqrt 5} < -c t ^ = s 5 / 5 x ˉ 5 − 12 < − c folgt durch
Malnehmen mit s 5 / 5 s_5/\sqrt 5 s 5 / 5 und Addieren von 12: x ˉ 5 < 12 − c ⋅ 0,035581 \bar x_5 < 12 - c \cdot 0{,}035581 x ˉ 5 < 12 − c ⋅ 0 , 035581 .
Zweiseitig (c = 4,6041 c = 4{,}6041 c = 4 , 6041 ) hätte der Mittelwert unter 11,8362 mm liegen müssen, linksseitig
(c = 3,7469 c = 3{,}7469 c = 3 , 7469 ) reicht unter 11,8667 mm. 11,854 mm liegt dazwischen.
Rückblick — so geht man vor: Vermutung lesen und als
H A H_A H A aufschreiben.
x ˉ n \bar x_n x ˉ n ,
s n s_n s n und
t ^ \hat t t ^ berechnen. Aus
H A H_A H A die Seite ablesen:
≠ \ne = → beide Ränder,
t n − 1 ; 1 − α / 2 t_{n-1;\,1-\alpha/2} t n − 1 ; 1 − α /2 ;
< < < → linker Rand,
− t n − 1 ; 1 − α -t_{n-1;\,1-\alpha} − t n − 1 ; 1 − α . Vergleichen. Die
Richtung steht fest, bevor man die Daten ansieht.