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ESTO · Übungsblatt 6 · Aufgabe 6

Einseitig oder zweiseitig: die Dicke der Marmorplatten

Nach einem Umbau der Maschine werden fünf Marmorplatten gemessen. Ist die mittlere Dicke nicht mehr 12 mm? Aus den fünf Werten entsteht eine Teststatistik t^\hat t. Mit dieser einen Zahl werden zwei Tests gerechnet: in (i) zweiseitig („hat sich geändert“), in (ii) linksseitig („ist kleiner geworden“). Der erste Test verwirft nicht, der zweite schon. Warum das so ist und wann man welchen Test nehmen darf, zeigt dieser Lösungsweg. Rechts steht der ganze Lösungsweg, links die Erklärung zum aktuellen Schritt. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.

Schritt 0 Die Aufgabe

Eine Firma produziert Marmorplatten, deren Dicke normalverteilt mit Erwartungswert 12 mm ist. Nach Modifizierung der Maschine nimmt man eine Stichprobe der Größe fünf. Die Messungen der Dicke (in mm) lauten:

11,87   11,95   11,75   11,90   11,80

  1. Man vermutet, dass sich die durchschnittliche Dicke geändert hat. Kann man dies zum Niveau 1 % zeigen?
  2. Man vermutet, dass die durchschnittliche Dicke kleiner geworden ist. Kann man dies zum Niveau 1 % zeigen?
Hinweis zur Musterlösung: Die Musterlösung rechnet mit dem gerundeten Wert s5≈0,0796s_5 \approx 0{,}0796 mm und erhält t^≈−4,1013\hat t \approx -4{,}1013; in (ii) schreibt sie sogar −4,11-4{,}11. Mit dem ungerundeten s5=0,0795613s_5 = 0{,}0795613 mm ergibt sich t^≈−4,1033\hat t \approx -4{,}1033 (Schritt 7). Genau diesen Wert gibt auch R mit t.test aus (Schritt 19). Beide Entscheidungen bleiben gleich: (i) nicht verwerfen, (ii) verwerfen.

Die Teststatistik — für (i) und (ii) dieselbe

Mittelwert, Streuung, t^\hat t

Schritt 1 Die fünf Messungen als Stichprobe

Die Dicken nach der Modifizierung, durchnummeriert mit i=1,…,5i = 1, \dots, 5 (in mm)
x1=11,87,x2=11,95,x3=11,75,x_1 = 11{,}87, \quad x_2 = 11{,}95, \quad x_3 = 11{,}75,
x4=11,90,x5=11,80x_4 = 11{,}90, \quad x_5 = 11{,}80
Stichprobenumfang
n=5n = 5
Modell: jede Messung ist eine Zufallsvariable; alle unabhängig und identisch verteilt
X1,…,X5∼N(μ, σ2),μ und σ2 unbekanntX_1, \dots, X_5 \sim N(\mu,\,\sigma^2), \qquad \mu \text{ und } \sigma^2 \text{ unbekannt}
Der Erwartungswert vor der Modifizierung: der vorgegebene Wert
μ0=12 mm\mu_0 = 12 \text{ mm}

Schritt 2 Der Stichprobenmittelwert: 11,854 mm

Alle fünf Dicken addieren
∑i=15xi=11,87+11,95+11,75+11,90+11,80=59,27\sum_{i=1}^{5} x_i = 11{,}87 + 11{,}95 + 11{,}75 + 11{,}90 + 11{,}80 = 59{,}27
Stichprobenmittelwert: Summe geteilt durch die Anzahl
xˉn=1n∑i=1nxi\bar x_n = \frac{1}{n} \sum_{i=1}^{n} x_i
Mit n=5n = 5 eingesetzt
xˉ5=59,275=11,854 mm\bar x_5 = \frac{59{,}27}{5} = 11{,}854 \text{ mm}
Nr. Dicke
ii xix_i
1 11,87
2 11,95
3 11,75
4 11,90
5 11,80
Σ\Sigma 59,27

Schritt 3 Die Abweichungen vom Mittelwert

Abweichung der ii-ten Platte: ihre Dicke minus den Mittelwert (in mm)
xi−xˉ5=xi−11,854x_i - \bar x_5 = x_i - 11{,}854
Für jede Platte einzeln
11,87−11,854=+0,016,11,95−11,854=+0,096,11{,}87 - 11{,}854 = +0{,}016, \quad 11{,}95 - 11{,}854 = +0{,}096,
11,75−11,854=−0,104,11,90−11,854=+0,046,11{,}75 - 11{,}854 = -0{,}104, \quad 11{,}90 - 11{,}854 = +0{,}046,
11,80−11,854=−0,05411{,}80 - 11{,}854 = -0{,}054
Probe: die Summe der Abweichungen ist 0
(0,016+0,096+0,046)−(0,104+0,054)=0,158−0,158=0(0{,}016 + 0{,}096 + 0{,}046) - (0{,}104 + 0{,}054) = 0{,}158 - 0{,}158 = 0
Nr. Dicke Abweichung
ii xix_i xi−xˉ5x_i - \bar x_5
1 11,87 +0,016
2 11,95 +0,096
3 11,75 −0,104
4 11,90 +0,046
5 11,80 −0,054
Σ\Sigma 59,27 0

Schritt 4 Die Abweichungen quadrieren und addieren

Jede Abweichung mit sich selbst malnehmen (in mm²)
(+0,016)2=0,000256,(+0,096)2=0,009216,(+0{,}016)^2 = 0{,}000256, \quad (+0{,}096)^2 = 0{,}009216,
(−0,104)2=0,010816,(+0,046)2=0,002116,(-0{,}104)^2 = 0{,}010816, \quad (+0{,}046)^2 = 0{,}002116,
(−0,054)2=0,002916(-0{,}054)^2 = 0{,}002916
Die Quadrate addieren
∑i=15(xi−xˉ5)2=0,000256+0,009216+0,010816+0,002116+0,002916\sum_{i=1}^{5} (x_i - \bar x_5)^2 = 0{,}000256 + 0{,}009216 + 0{,}010816 + 0{,}002116 + 0{,}002916
=0,02532 mm2= 0{,}02532 \text{ mm}^2
Nr. Dicke Abweichung Quadrat
ii xix_i xi−xˉ5x_i - \bar x_5 (xi−xˉ5)2(x_i - \bar x_5)^2
1 11,87 +0,016 0,000256
2 11,95 +0,096 0,009216
3 11,75 −0,104 0,010816
4 11,90 +0,046 0,002116
5 11,80 −0,054 0,002916
Σ\Sigma 59,27 0 0,025320

Schritt 5 Die Standardabweichung der Stichprobe: 0,0796 mm

Stichprobenvarianz: Summe der Quadrate geteilt durch n−1n - 1
sn2=1n−1∑i=1n(xi−xˉn)2s_n^2 = \frac{1}{n-1} \sum_{i=1}^{n} (x_i - \bar x_n)^2
n=5n = 5 und die Summe aus Schritt 4 einsetzen
s52=0,025325−1=0,025324=0,00633 mm2s_5^2 = \frac{0{,}02532}{5 - 1} = \frac{0{,}02532}{4} = 0{,}00633 \text{ mm}^2
Standardabweichung: die Wurzel; zum Weiterrechnen sieben Nachkommastellen
s5=0,00633=0,0795613…≈0,0796 mms_5 = \sqrt{0{,}00633} = 0{,}0795613\ldots \approx 0{,}0796 \text{ mm}
x <- c(11.87, 11.95, 11.75, 11.90, 11.80)
mean(x)
#[1] 11.854
sd(x)
#[1] 0.0795613

Schritt 6 σ ist unbekannt: deshalb ein t-Test

Streuung σ\sigma Test Teststatistik
bekannt (Fall 1) Gauß-Test Z=n⋅xˉn−μ0σZ = \sqrt{n}\cdot\dfrac{\bar x_n - \mu_0}{\sigma}
unbekannt (Fall 2) Einstichproben-t-Test t^=n⋅xˉn−μ0sn\hat t = \sqrt{n}\cdot\dfrac{\bar x_n - \mu_0}{s_n}
Hier: die Aufgabe nennt kein σ\sigma, also schätzt s5s_5 aus Schritt 5 die Streuung
σ unbekannt⇒σ≈s5=0,0795613 mm\sigma \text{ unbekannt} \quad \Rightarrow \quad \sigma \approx s_5 = 0{,}0795613 \text{ mm}

Schritt 7 Die Teststatistik: t̂ ≈ −4,1033

Teststatistik des Einstichproben-t-Tests
t^=n⋅xˉn−μ0sn\hat t = \sqrt{n}\cdot\frac{\bar x_n - \mu_0}{s_n}
n=5n = 5, xˉ5=11,854\bar x_5 = 11{,}854, μ0=12\mu_0 = 12, s5=0,0795613s_5 = 0{,}0795613 einsetzen
t^=5⋅11,854−120,0795613\hat t = \sqrt{5}\cdot\frac{11{,}854 - 12}{0{,}0795613}
Zähler: Mittelwert minus vorgegebener Wert
11,854−12=−0,14611{,}854 - 12 = -0{,}146
Bruch ausrechnen (sechs Nachkommastellen)
−0,1460,0795613=−1,835063\frac{-0{,}146}{0{,}0795613} = -1{,}835063
Mit 5=2,236068\sqrt{5} = 2{,}236068 malnehmen, auf vier Nachkommastellen runden
t^=2,236068⋅(−1,835063)=−4,103326≈−4,1033\hat t = 2{,}236068 \cdot (-1{,}835063) = -4{,}103326 \approx -4{,}1033

Schritt 8 Was t̂ misst: gut vier Standardfehler unter 12

Dieselbe Formel umgestellt: n\sqrt{n} in den Nenner schieben
t^=n⋅xˉn−μ0sn=xˉn−μ0sn/n\hat t = \sqrt{n}\cdot\frac{\bar x_n - \mu_0}{s_n} = \frac{\bar x_n - \mu_0}{s_n / \sqrt{n}}
Der Standardfehler: die geschätzte Standardabweichung des Mittelwerts
s55=0,07956132,236068=0,035581 mm\frac{s_5}{\sqrt{5}} = \frac{0{,}0795613}{2{,}236068} = 0{,}035581 \text{ mm}
Der Abstand −0,146-0{,}146 mm, gemessen in Standardfehlern
t^=−0,1460,035581≈−4,1033\hat t = \frac{-0{,}146}{0{,}035581} \approx -4{,}1033
In t^\hat t stecken nur die Daten und μ0\mu_0 — nicht die Frage aus (i) oder (ii)
t^≈−4,1033gilt fu¨r (i) und fu¨r (ii)\hat t \approx -4{,}1033 \quad \text{gilt für (i) und für (ii)}

Die Messlatte: die t-Verteilung

wo liegt t^\hat t, wenn sich nichts geändert hat?

Schritt 9 Die Messlatte: t-Verteilung mit 4 Freiheitsgraden

Angenommen, die mittlere Dicke ist noch 12 mm. Dann folgt t^\hat t einer t-Verteilung mit n−1n - 1 Freiheitsgraden
μ=12⇒t^ ist t-verteilt mit n−1=5−1=4 Freiheitsgraden\mu = 12 \quad \Rightarrow \quad \hat t \text{ ist t-verteilt mit } n - 1 = 5 - 1 = 4 \text{ Freiheitsgraden}
Die Dichte ist symmetrisch um 0: Werte nahe 0 sind häufig, Werte weit draußen selten
t^≈−4,1033liegt weit links\hat t \approx -4{,}1033 \quad \text{liegt weit links}

(i) Zweiseitig: „hat sich geändert“

α=1 %\alpha = 1\,\% auf zwei Ränder verteilt

Schritt 10 „Geändert“ heißt: kleiner oder größer

Die Vermutung kommt in die Alternative, ihr Gegenteil in die Nullhypothese
H0:μ=12gegenHA:μ≠12H_0: \mu = 12 \qquad \text{gegen} \qquad H_A: \mu \ne 12
μ≠12\mu \ne 12 hat zwei Richtungen — beide sprechen gegen H0H_0
μ<12 (du¨nner)oderμ>12 (dicker)\mu < 12 \ \text{(dünner)} \qquad \text{oder} \qquad \mu > 12 \ \text{(dicker)}
Signifikanzniveau aus der Aufgabe
α=1 %=0,01\alpha = 1\,\% = 0{,}01

Schritt 11 Zwei Ränder: jeder bekommt 0,5 %

Das Signifikanzniveau wird gleichmäßig auf beide Ränder verteilt
α=0,01=0,005⏟links+0,005⏟rechts,α2=0,005\alpha = 0{,}01 = \underbrace{0{,}005}_{\text{links}} + \underbrace{0{,}005}_{\text{rechts}}, \qquad \frac{\alpha}{2} = 0{,}005
Die rechte Grenze: links von ihr liegen 1−α/21 - \alpha/2 der Fläche
1−α2=1−0,005=0,9951 - \frac{\alpha}{2} = 1 - 0{,}005 = 0{,}995

Schritt 12 Der kritische Wert: 4,6041

Das 0,995-Quantil der t-Verteilung mit 4 Freiheitsgraden
tn−1; 1−α/2=t4; 0,995t_{n-1;\,1-\alpha/2} = t_{4;\,0{,}995}
qt(0.995, df = 4)
#[1] 4.604095
Auf vier Nachkommastellen gerundet; links liegt wegen der Symmetrie −4,6041-4{,}6041
t4; 0,995≈4,6041t_{4;\,0{,}995} \approx 4{,}6041
Ablehnbereich: H0H_0 wird verworfen, wenn t^\hat t in einem der beiden Ränder liegt
t^<−4,6041odert^>4,6041⟺∣t^∣>4,6041\hat t < -4{,}6041 \quad \text{oder} \quad \hat t > 4{,}6041 \qquad \Longleftrightarrow \qquad |\hat t| > 4{,}6041

Schritt 13 Entscheidung (i): H₀ nicht verwerfen

Der Betrag: der Abstand von 0, ohne Vorzeichen
∣t^∣=∣−4,1033∣=4,1033|\hat t| = |-4{,}1033| = 4{,}1033
Mit dem kritischen Wert aus Schritt 12 vergleichen
4,1033<4,6041⇒t^ liegt nicht im Ablehnbereich4{,}1033 < 4{,}6041 \quad \Rightarrow \quad \hat t \text{ liegt nicht im Ablehnbereich}

Antwort auf (i): H0H_0 wird nicht verworfen. Dass sich die mittlere Dicke geändert hat, lässt sich zum Niveau 1 % nicht zeigen.

(ii) Linksseitig: „ist kleiner geworden“

das ganze α=1 %\alpha = 1\,\% auf den linken Rand

Schritt 14 „Kleiner geworden“ heißt: nur eine Richtung

Die Vermutung in die Alternative; in die Nullhypothese alles andere
H0:μ≥12gegenHA:μ<12H_0: \mu \ge 12 \qquad \text{gegen} \qquad H_A: \mu < 12
Nur ein sehr negatives t^\hat t spricht für HAH_A
t^ weit links ⇒ fu¨r μ<12,t^ weit rechts ⇒ nicht fu¨r μ<12\hat t \text{ weit links} \ \Rightarrow \ \text{für } \mu < 12, \qquad \hat t \text{ weit rechts} \ \Rightarrow \ \text{nicht für } \mu < 12

Schritt 15 Ein Rand: das ganze 1 % liegt links

Gesucht: die Grenze, links von der 1 % der Fläche liegt — das 0,01-Quantil
t4; α=t4; 0,01t_{4;\,\alpha} = t_{4;\,0{,}01}
Wegen der Symmetrie um 0: so weit links von 0 wie das 0,99-Quantil rechts davon
t4; 0,01=−t4; 0,99=−tn−1; 1−αt_{4;\,0{,}01} = -t_{4;\,0{,}99} = -t_{n-1;\,1-\alpha}

Schritt 16 Der kritische Wert: −3,7469

qt(0.99, df = 4)
#[1] 3.746947
qt(0.01, df = 4)
#[1] -3.746947
Auf vier Nachkommastellen gerundet
−t4; 0,99≈−3,7469-t_{4;\,0{,}99} \approx -3{,}7469
Ablehnbereich: nur der linke Rand
t^<−3,7469\hat t < -3{,}7469

Schritt 17 Entscheidung (ii): H₀ verwerfen

Dasselbe t^\hat t wie in (i), jetzt mit Vorzeichen verglichen
t^=−4,1033<−3,7469⇒t^ liegt im Ablehnbereich\hat t = -4{,}1033 < -3{,}7469 \quad \Rightarrow \quad \hat t \text{ liegt im Ablehnbereich}

Antwort auf (ii): H0H_0 wird verworfen. Dass die mittlere Dicke kleiner geworden ist, ist zum Niveau 1 % gezeigt.

Vergleich der beiden Tests

dieselbe Zahl, zwei Antworten

Schritt 18 Warum der einseitige Test näher an 0 verwirft

Test Fläche am linken Rand linke Grenze t^=−4,1033\hat t = -4{,}1033
(i) zweiseitig 0,5 % −4,6041 nicht im Ablehnbereich
(ii) linksseitig 1 % −3,7469 im Ablehnbereich
Doppelt so viel Fläche am linken Rand braucht einen Streifen mehr — die Grenze rückt nach innen
1 %−0,5 %=0,5 %zwischen −4,6041 und −3,74691\,\% - 0{,}5\,\% = 0{,}5\,\% \quad \text{zwischen } -4{,}6041 \text{ und } -3{,}7469
t^\hat t liegt genau in diesem Streifen
−4,6041<−4,1033<−3,7469-4{,}6041 < -4{,}1033 < -3{,}7469

Schritt 19 Ergänzung: die p-Werte 0,0074 und 0,0148

Ergänzung — für die Lösung nicht nötig, sie zeigt denselben Unterschied mit einer einzigen Zahl je Test.

Linksseitig: die Fläche links von t^\hat t, berechnet unter der Annahme μ=12\mu = 12 (der senkrechte Strich heißt „unter der Annahme“)
p=P(t^≤−4,1033∣μ=12)≈0,0074p = P(\hat t \le -4{,}1033 \mid \mu = 12) \approx 0{,}0074
pt(-4.103326, df = 4)
#[1] 0.00740635
Zweiseitig: beide Ränder zählen, also doppelt so viel
p=2⋅0,00740635=0,0148127≈0,0148p = 2 \cdot 0{,}00740635 = 0{,}0148127 \approx 0{,}0148
Regel: H0H_0 verwerfen, wenn p≤αp \le \alpha
(ii):0,0074≤0,01 ⇒verwerfen,(i):0,0148>0,01 ⇒nicht verwerfen\text{(ii)}: 0{,}0074 \le 0{,}01 \ \Rightarrow \text{verwerfen}, \qquad \text{(i)}: 0{,}0148 > 0{,}01 \ \Rightarrow \text{nicht verwerfen}
t.test(x, mu = 12)                         # (i), Ausgabe gekürzt
#t = -4.1033, df = 4, p-value = 0.01481
t.test(x, mu = 12, alternative = "less")   # (ii), Ausgabe gekürzt
#t = -4.1033, df = 4, p-value = 0.007406

Schritt 20 Die Richtung vor dem Blick auf die Daten festlegen

Wer die Seite erst nach dem Blick auf xˉ5\bar x_5 wählt, verwirft bei jedem ∣t^∣>3,7469|\hat t| > 3{,}7469. Wenn μ=12\mu = 12 stimmt, passiert das mit
P(t^<−3,7469)+P(t^>3,7469)=1 %+1 %=2 %P(\hat t < -3{,}7469) + P(\hat t > 3{,}7469) = 1\,\% + 1\,\% = 2\,\%
Der Fehler 1. Art ist dann bis zu doppelt so groß wie angegeben
2 %>α=1 %2\,\% > \alpha = 1\,\%

Schritt 21 Ergebnis

✓Für beide Teile: xˉ5=11,854\bar x_5 = 11{,}854 mm, s5≈0,0796s_5 \approx 0{,}0796 mm, t^≈−4,1033\hat t \approx \mathbf{-4{,}1033}
✓(i) zweiseitig: ∣t^∣=4,1033<t4; 0,995=4,6041|\hat t| = 4{,}1033 < t_{4;\,0{,}995} = 4{,}6041 — nein, dass sich die mittlere Dicke geändert hat, lässt sich zum Niveau 1 % nicht zeigen
✓(ii) linksseitig: t^=−4,1033<−t4; 0,99=−3,7469\hat t = -4{,}1033 < -t_{4;\,0{,}99} = -3{,}7469 — ja, dass die mittlere Dicke kleiner geworden ist, ist zum Niveau 1 % gezeigt

Probe in mm: t^<−c\hat t < -c heißt xˉ5<12−c⋅s5/5\bar x_5 < 12 - c \cdot s_5/\sqrt{5}. Zweiseitig (c=4,6041c = 4{,}6041) wird verworfen ab xˉ5<12−4,6041⋅0,035581=11,8362\bar x_5 < 12 - 4{,}6041 \cdot 0{,}035581 = 11{,}8362 mm, linksseitig (c=3,7469c = 3{,}7469) ab xˉ5<12−3,7469⋅0,035581=11,8667\bar x_5 < 12 - 3{,}7469 \cdot 0{,}035581 = 11{,}8667 mm. Der Mittelwert 11,85411{,}854 mm liegt dazwischen — genau deshalb gehen die Antworten auseinander.

Typische Fehler: In (i) mit t4; 0,99t_{4;\,0{,}99} statt t4; 0,995t_{4;\,0{,}995} rechnen — dann stünde das ganze α auf jeder Seite. In (ii) t^\hat t mit +3,7469+3{,}7469 vergleichen statt mit −3,7469-3{,}7469. Mit dem Normalverteilungsquantil (qnorm) statt qt rechnen, obwohl σ\sigma geschätzt ist. „H0H_0 nicht verworfen“ als „die Dicke ist gleich geblieben“ lesen.