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ESTO · Übungsblatt 7 · Aufgabe 2

Zweistichproben-t-Test: brennt behandeltes Papier länger?

Fünf behandelte und fünf andere, unbehandelte Papierstreifen werden angezündet. Brennen die behandelten im Mittel länger? Dafür vergleicht man zwei unabhängige Gruppen mit dem Zweistichproben-t-Test: Mittelwerte und Varianzen von Hand, daraus die Teststatistik, dann der kritische Wert mit R und die Entscheidung zum Niveau 1 %. Rechts steht der ganze Lösungsweg, links die Erklärung zum aktuellen Schritt. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.

Schritt 0 Die Aufgabe

Es wird behauptet, dass ein bestimmter Stoff die Entflammbarkeit von Papier reduziert. Zu diesem Zweck werden 10 Papierstreifen, 5 behandelte und 5 unbehandelte entzündet und die Brenndauer (in s) bis zum Erlöschen notiert.

Brenndauer in Sekunden (s)
behandelt 9,8 11,0 6,4 9,3 6,8
unbehandelt 5,8 2,4 7,2 4,9 3,1

Kann man zum Niveau α=1 %\alpha = 1\,\% zeigen, dass der Stoff die Entflammbarkeit von Papier reduziert?

Zur Musterlösung: Sie schreibt die Alternative als H1H_1; hier heißt sie wie im Skript HAH_A. Zahlen und Entscheidung („H0H_0 beibehalten“) stimmen mit diesem Lösungsweg überein. Zwei Punkte gehen darüber hinaus: (a) Ihr letzter Satz „der Stoff reduziert die Entflammbarkeit also nicht“ sagt mehr, als der Test hergibt (Schritt 16). (b) Der R-Befehl t.test würde hier H0H_0 verwerfen, weil R die Freiheitsgrade anders bestimmt als das Skript (Ergänzung in Schritt 18).

Von den Daten zur Teststatistik

Test wählen, Hypothesen aufstellen, von Hand rechnen

Schritt 1 Zwei Gruppen von Papierstreifen

Gruppe XX: die behandelten Streifen, Brenndauer in Sekunden, n=5n = 5 Werte
x1=9,8,x2=11,0,x3=6,4,x4=9,3,x5=6,8x_1 = 9{,}8, \quad x_2 = 11{,}0, \quad x_3 = 6{,}4, \quad x_4 = 9{,}3, \quad x_5 = 6{,}8
Gruppe YY: die unbehandelten Streifen, Brenndauer in Sekunden, m=5m = 5 Werte
y1=5,8,y2=2,4,y3=7,2,y4=4,9,y5=3,1y_1 = 5{,}8, \quad y_2 = 2{,}4, \quad y_3 = 7{,}2, \quad y_4 = 4{,}9, \quad y_5 = 3{,}1

Schritt 2 Unabhängige Stichproben, keine Paare

Aufgabe 1 (gepaart): bei denselben fünf Männern wurden die Haare zweimal gezählt — die Differenz je Mann hat einen Sinn
di=Endei−Beginnid_i = \text{Ende}_i - \text{Beginn}_i
Hier: zehn verschiedene Streifen. Eine Differenz „Spalte für Spalte“ hängt nur von der Reihenfolge in der Tabelle ab
x1−y1=9,8−5,8=4,0aber ebenso gutx1−y2=9,8−2,4=7,4x_1 - y_1 = 9{,}8 - 5{,}8 = 4{,}0 \qquad \text{aber ebenso gut} \qquad x_1 - y_2 = 9{,}8 - 2{,}4 = 7{,}4
Deshalb: jede Gruppe für sich zusammenfassen und die beiden Gruppen vergleichen
Gruppe X (5 Werte)gegenGruppe Y (5 andere Werte)\text{Gruppe } X \text{ (5 Werte)} \quad \text{gegen} \quad \text{Gruppe } Y \text{ (5 andere Werte)}

Schritt 3 Voraussetzung: beide Gruppen normalverteilt

Modell des Zweistichproben-t-Tests (Skript): zwei Normalverteilungen, unabhängig voneinander
X1,…,Xn∼N(μX, σX2),Y1,…,Ym∼N(μY, σY2)X_1, \dots, X_n \sim N(\mu_X,\,\sigma_X^2), \qquad Y_1, \dots, Y_m \sim N(\mu_Y,\,\sigma_Y^2)
beh <- c(9.8, 11.0, 6.4, 9.3, 6.8)
unb <- c(5.8, 2.4, 7.2, 4.9, 3.1)
shapiro.test(beh)
#W = 0.90777, p-value = 0.4543
shapiro.test(unb)
#W = 0.96172, p-value = 0.8199
Beide pp-Werte sind groß: nichts spricht gegen die Normalverteilung
pX≈45 %,pY≈82 %⇒Zweistichproben-t-Testp_X \approx 45\,\%, \qquad p_Y \approx 82\,\% \quad \Rightarrow \quad \text{Zweistichproben-t-Test}

Schritt 4 Weniger entflammbar heißt: länger brennen

μX\mu_X, μY\mu_Y: mittlere Brenndauer aller behandelten bzw. unbehandelten Streifen (unbekannt)
Stoff wirkt⟺behandelte Streifen brennen im Mittel la¨nger⟺μX>μY\text{Stoff wirkt} \quad \Longleftrightarrow \quad \text{behandelte Streifen brennen im Mittel länger} \quad \Longleftrightarrow \quad \mu_X > \mu_Y

Schritt 5 Die Hypothesen und das Niveau 1 %

Die Vermutung „der Stoff wirkt“ gehört in die Alternative HAH_A
H0:μX≤μYgegenHA:μX>μYH_0: \mu_X \le \mu_Y \qquad \text{gegen} \qquad H_A: \mu_X > \mu_Y
Signifikanzniveau: Höchstwahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art
α=1 %=0,01\alpha = 1\,\% = 0{,}01

Schritt 6 Die Idee der Teststatistik

Teststatistik des Zweistichproben-t-Tests (Skript): Unterschied der Mittelwerte geteilt durch seine zufällige Schwankung
t^=xˉ−yˉsX2n+sY2m\hat t = \frac{\bar x - \bar y}{\sqrt{\dfrac{s_X^2}{n} + \dfrac{s_Y^2}{m}}}
Vier Zutaten, die die nächsten Schritte ausrechnen
xˉ,yˉ(Schritt 7),sX2(Schritt 8),sY2(Schritt 9)\bar x, \quad \bar y \quad \text{(Schritt 7)}, \qquad s_X^2 \quad \text{(Schritt 8)}, \qquad s_Y^2 \quad \text{(Schritt 9)}

Schritt 7 Die beiden Mittelwerte

Behandelt: Summe durch Anzahl n=5n = 5
xˉ=9,8+11,0+6,4+9,3+6,85=43,35=8,66 Sekunden\bar x = \frac{9{,}8 + 11{,}0 + 6{,}4 + 9{,}3 + 6{,}8}{5} = \frac{43{,}3}{5} = 8{,}66 \text{ Sekunden}
Unbehandelt: Summe durch Anzahl m=5m = 5
yˉ=5,8+2,4+7,2+4,9+3,15=23,45=4,68 Sekunden\bar y = \frac{5{,}8 + 2{,}4 + 7{,}2 + 4{,}9 + 3{,}1}{5} = \frac{23{,}4}{5} = 4{,}68 \text{ Sekunden}
Der Zähler der Teststatistik: der beobachtete Unterschied
xˉ−yˉ=8,66−4,68=3,98 Sekunden\bar x - \bar y = 8{,}66 - 4{,}68 = 3{,}98 \text{ Sekunden}

Schritt 8 Die Stichprobenvarianz der behandelten Streifen

Nr. Brenndauer Abweichung Quadrat
ii xix_i xi−xˉx_i - \bar x (xi−xˉ)2(x_i - \bar x)^2
1 9,8 +1,14 1,2996
2 11,0 +2,34 5,4756
3 6,4 −2,26 5,1076
4 9,3 +0,64 0,4096
5 6,8 −1,86 3,4596
Σ\Sigma 43,3 0 15,752
Stichprobenvarianz: Summe der Quadrate geteilt durch n−1n - 1
sX2=1n−1∑i=1n(xi−xˉ)2=15,7525−1=15,7524=3,938 Sekunden2s_X^2 = \frac{1}{n-1} \sum_{i=1}^{n} (x_i - \bar x)^2 = \frac{15{,}752}{5 - 1} = \frac{15{,}752}{4} = 3{,}938 \text{ Sekunden}^2

Schritt 9 Die Stichprobenvarianz der unbehandelten Streifen

Nr. Brenndauer Abweichung Quadrat
jj yjy_j yj−yˉy_j - \bar y (yj−yˉ)2(y_j - \bar y)^2
1 5,8 +1,12 1,2544
2 2,4 −2,28 5,1984
3 7,2 +2,52 6,3504
4 4,9 +0,22 0,0484
5 3,1 −1,58 2,4964
Σ\Sigma 23,4 0 15,348
Dieselbe Formel mit m=5m = 5 Werten
sY2=1m−1∑j=1m(yj−yˉ)2=15,3485−1=15,3484=3,837 Sekunden2s_Y^2 = \frac{1}{m-1} \sum_{j=1}^{m} (y_j - \bar y)^2 = \frac{15{,}348}{5 - 1} = \frac{15{,}348}{4} = 3{,}837 \text{ Sekunden}^2

Schritt 10 Der Standardfehler des Unterschieds

Ein Mittelwert aus nn unabhängigen Werten schwankt weniger als ein einzelner Wert
var(Xˉ)=var(1n(X1+⋯+Xn))=1n2⋅n σX2=σX2n\mathrm{var}(\bar X) = \mathrm{var}\Big(\tfrac{1}{n}(X_1 + \dots + X_n)\Big) = \frac{1}{n^2} \cdot n\,\sigma_X^2 = \frac{\sigma_X^2}{n}
Die Gruppen sind unabhängig (Schritt 2): Die Varianzen addieren sich, auch beim Abziehen
var(Xˉ−Yˉ)=σX2n+σY2m\mathrm{var}(\bar X - \bar Y) = \frac{\sigma_X^2}{n} + \frac{\sigma_Y^2}{m}
σX2\sigma_X^2, σY2\sigma_Y^2 unbekannt: durch sX2s_X^2, sY2s_Y^2 schätzen und die Wurzel ziehen
sX2n+sY2m=3,9385+3,8375\sqrt{\frac{s_X^2}{n} + \frac{s_Y^2}{m}} = \sqrt{\frac{3{,}938}{5} + \frac{3{,}837}{5}}
=0,7876+0,7674=1,555=1,246996…≈1,247 Sekunden= \sqrt{0{,}7876 + 0{,}7674} = \sqrt{1{,}555} = 1{,}246996\ldots \approx 1{,}247 \text{ Sekunden}

Schritt 11 Die Teststatistik: t̂ ≈ 3,19

Zähler aus Schritt 7, Nenner aus Schritt 10 einsetzen
t^=xˉ−yˉsX2n+sY2m=8,66−4,681,246996=3,981,246996\hat t = \frac{\bar x - \bar y}{\sqrt{\dfrac{s_X^2}{n} + \dfrac{s_Y^2}{m}}} = \frac{8{,}66 - 4{,}68}{1{,}246996} = \frac{3{,}98}{1{,}246996}
=3,191669…≈3,19= 3{,}191669\ldots \approx 3{,}19
In Worten: Der Unterschied ist gut dreimal so groß wie seine typische zufällige Schwankung
3,98 Sekunden≈3,19⋅1,247 Sekunden3{,}98 \text{ Sekunden} \approx 3{,}19 \cdot 1{,}247 \text{ Sekunden}

Vom Wert zur Entscheidung

kritischer Wert, p-Wert, Antwort, Probe mit R

Schritt 12 Die Freiheitsgrade nach dem Skript: 4

Unter H0H_0 (im Grenzfall μX=μY\mu_X = \mu_Y) folgt t^\hat t ungefähr einer t-Verteilung. Ihre Freiheitsgrade wählt das Skript vorsichtig
Freiheitsgrade=min⁡(n,m)−1\text{Freiheitsgrade} = \min(n, m) - 1
Mit n=5n = 5 und m=5m = 5
min⁡(5,5)−1=5−1=4\min(5, 5) - 1 = 5 - 1 = 4

Schritt 13 Der kritische Wert mit qt

Regel aus dem Skript für HA:μX>μYH_A: \mu_X > \mu_Y
H0 verwerfen, fallst^>tmin⁡(n,m)−1; 1−αH_0 \text{ verwerfen, falls} \quad \hat t > t_{\min(n,m)-1;\,1-\alpha}
Eingesetzt: min⁡(n,m)−1=4\min(n,m) - 1 = 4 (Schritt 12), 1−α=1−0,01=0,991 - \alpha = 1 - 0{,}01 = 0{,}99
t4; 0,99=das 99-%-Quantil der t-Verteilung mit 4 Freiheitsgradent_{4;\,0{,}99} = \text{das } 99\text{-}\%\text{-Quantil der t-Verteilung mit 4 Freiheitsgraden}
qt(0.99, df = 4)
#[1] 3.746947
Ablehnbereich: alle Werte rechts von t4; 0,99t_{4;\,0{,}99}; dort liegt 1 % der Fläche
t^>t4; 0,99=3,746947≈3,747\hat t > t_{4;\,0{,}99} = 3{,}746947 \approx 3{,}747

Schritt 14 Der p-Wert

pp-Wert: Wahrscheinlichkeit, unter H0H_0 ein t^\hat t zu bekommen, das mindestens so groß ist wie das beobachtete
p=P(T≥3,191669)=1−P(T≤3,191669),T∼t4p = P(T \ge 3{,}191669) = 1 - P(T \le 3{,}191669), \qquad T \sim t_4
1 - pt(3.191669, df = 4)
#[1] 0.01658167
Mit dem Niveau vergleichen
p≈0,0166=1,66 %>α=1 %p \approx 0{,}0166 = 1{,}66\,\% \quad > \quad \alpha = 1\,\%
pp-Wert gegen H0H_0 spricht (Skript)
über 15 % nichts
10 % bis unter 15 % kaum etwas
5 % bis unter 10 % einiges
1 % bis unter 5 % vieles
unter 1 % sehr vieles

Schritt 15 Entscheidung: H₀ beibehalten

Teststatistik mit dem kritischen Wert vergleichen
t^=3,19<t4; 0,99=3,747⇒t^ liegt nicht im Ablehnbereich\hat t = 3{,}19 \quad < \quad t_{4;\,0{,}99} = 3{,}747 \quad \Rightarrow \quad \hat t \text{ liegt nicht im Ablehnbereich}
Dasselbe über den pp-Wert
p=1,66 %>α=1 %⇒H0 beibehaltenp = 1{,}66\,\% \quad > \quad \alpha = 1\,\% \quad \Rightarrow \quad H_0 \text{ beibehalten}
Anschaulich: So groß hätte der Unterschied mindestens sein müssen (t^>3,747\hat t > 3{,}747 nach xˉ−yˉ\bar x - \bar y umgestellt)
xˉ−yˉ>3,746947⋅1,246996=4,67 Sekundenbeobachtet: 3,98 Sekunden\bar x - \bar y > 3{,}746947 \cdot 1{,}246996 = 4{,}67 \text{ Sekunden} \qquad \text{beobachtet: } 3{,}98 \text{ Sekunden}

Antwort: Zum Niveau 1 % kann man nicht zeigen, dass behandelte Streifen im Mittel länger brennen. Dass der Stoff die Entflammbarkeit reduziert, ist mit diesen Daten also nicht nachgewiesen.

Schritt 16 Beibehalten heißt nicht widerlegt

Was der Test sagt — und was nicht
H0 beibehalten=Wirkung nicht nachgewiesen≠keine WirkungH_0 \text{ beibehalten} \quad = \quad \text{Wirkung nicht nachgewiesen} \quad \ne \quad \text{keine Wirkung}
Zur Musterlösung: Sie schließt mit „der Stoff reduziert die Entflammbarkeit also nicht“. Das geht über das Testergebnis hinaus. Richtig ist nur: Eine Reduktion lässt sich zum Niveau 1 % nicht nachweisen.

Schritt 17 Probe mit R

mean(beh); mean(unb)
#[1] 8.66
#[1] 4.68
var(beh); var(unb)
#[1] 3.938
#[1] 3.837
t.test(beh, unb, alternative = "greater")
#        Welch Two Sample t-test
#data:  beh and unb
#t = 3.1917, df = 7.9987, p-value = 0.006387
#alternative hypothesis: true difference in means is greater than 0
Vergleich mit den Schritten 7, 8, 9 und 11
xˉ=8,66 ✓yˉ=4,68 ✓sX2=3,938 ✓sY2=3,837 ✓t^=3,1917 ✓\bar x = 8{,}66 \ \checkmark \qquad \bar y = 4{,}68 \ \checkmark \qquad s_X^2 = 3{,}938 \ \checkmark \qquad s_Y^2 = 3{,}837 \ \checkmark \qquad \hat t = 3{,}1917 \ \checkmark

Schritt 18 Ergänzung: Warum R hier verwerfen würde

Ergänzung — für die Lösung nicht nötig. Sie erklärt die Zahlen df = 7.9987 und p-value = 0.006387 aus Schritt 17.

R schätzt die Freiheitsgrade genauer (Welch-Näherung): rund 8 statt 4
Skript: 4R: 7,9987≈8\text{Skript: } 4 \qquad \text{R: } 7{,}9987 \approx 8
qt(0.99, df = 7.9987)
#[1] 2.896572
Mit 8 Freiheitsgraden läge t^\hat t im Ablehnbereich
t^=3,19 > 2,897undp=0,006387=0,64 % < 1 %\hat t = 3{,}19 \ > \ 2{,}897 \qquad \text{und} \qquad p = 0{,}006387 = 0{,}64\,\% \ < \ 1\,\%
Nur für Interessierte: die Welch-Näherung mit a=sX2/n=0,7876a = s_X^2/n = 0{,}7876 und b=sY2/m=0,7674b = s_Y^2/m = 0{,}7674 aus Schritt 10
(a+b)2a2n−1+b2m−1=1,55520,787624+0,767424=2,4180250,302304=7,9987\frac{(a + b)^2}{\dfrac{a^2}{n-1} + \dfrac{b^2}{m-1}} = \frac{1{,}555^2}{\dfrac{0{,}7876^2}{4} + \dfrac{0{,}7674^2}{4}} = \frac{2{,}418025}{0{,}302304} = 7{,}9987

Schritt 19 Ergebnis

✓Test: Zweistichproben-t-Test, einseitig — zwei unabhängige Gruppen verschiedener Streifen, beide ohne Einwand gegen Normalverteilung (Shapiro-Wilk: pp = 0,45 und 0,82)
✓H0:μX≤μYH_0: \mu_X \le \mu_Y gegen HA:μX>μYH_A: \mu_X > \mu_Y (behandelt brennt länger), α=1 %\alpha = 1\,\%
✓t^=3,98:1,247≈3,19\hat t = 3{,}98 : 1{,}247 \approx \mathbf{3{,}19}  <  t4; 0,99=3,747t_{4;\,0{,}99} = \mathbf{3{,}747},  p=1,66 %>1 %p = 1{,}66\,\% > 1\,\%
✓H0H_0 beibehalten: Zum Niveau 1 % lässt sich nicht nachweisen, dass der Stoff die Entflammbarkeit reduziert — widerlegt ist es damit aber nicht

Proben: R bestätigt xˉ=8,66\bar x = 8{,}66, yˉ=4,68\bar y = 4{,}68, sX2=3,938s_X^2 = 3{,}938, sY2=3,837s_Y^2 = 3{,}837 und t^=3,1917\hat t = 3{,}1917. Die Abweichungen ergeben in jeder Gruppe für sich 0. Für eine Ablehnung hätte der Unterschied über 4,67 Sekunden liegen müssen; beobachtet sind 3,98 Sekunden.

Typische Fehler: Die Gruppen als Paare behandeln und Differenzen „Spalte für Spalte“ bilden. Die Richtung vertauschen (HA:μX<μYH_A: \mu_X < \mu_Y oder t.test(unb, beh, …)). Beim Standardfehler die Wurzel oder das Teilen durch nn und mm vergessen. Mit den Freiheitsgraden aus R (rund 8) rechnen, obwohl das Skript min⁡(n,m)−1=4\min(n,m) - 1 = 4 vorschreibt. „Beibehalten“ als „bewiesen, dass es keine Wirkung gibt“ lesen.