Ein Polynom ist ein Ausdruck wie 2x4+2x3+x2+4: eine Summe von Potenzen von x, jede mit einer Zahl davor. Hier dürfen diese Zahlen nur 0, 1, 2, 3 und 4 sein, und es wird „auf einer Uhr mit fünf Stunden“ gerechnet: Nach der 4 kommt wieder die 0. Du stellst zuerst die Rechentafeln dieser fünf Zahlen auf, bestimmst die Struktur der Polynome, rechnest eine Summe und ein Produkt und klärst am Ende, zu welchen Polynomen es ein Gegenstück gibt, das 0 oder 1 ergibt. Rechts steht der ganze Lösungsweg, links die Erklärung zum aktuellen Schritt. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.
Die Aufgabe
In der Datencodierung spielen Polynome über endlichen Körpern eine wichtige Rolle. Man definiert: Sei K ein endlicher Körper, dann heißt
ein Polynom über K mit der Variablen x. Die ai heißen Koeffizienten von P(x).
Sei im Folgenden K[x] die Menge aller Polynome über K. Dann kann in gewohnter Weise eine Addition und eine Multiplikation auf K[x] definiert werden. Sei im Folgenden K=Z5.
a) Geben Sie die Verknüpfungstabellen für Addition (+) und Multiplikation (⋅) des Galois-Feldes GF(5) an. b) Welche algebraische Struktur hat der Raum (Z5[x],+,⋅)? c) Seien A(x),B(x)∈K[x] mit
A(x)B(x)=2x4+2x3+x2+4=x3+2x2+3x+1.
Berechnen Sie A+B und A⋅B. d) Gibt es Polynome A+−1 und B+−1 (additive Inverse) mit der Eigenschaft A+A+−1=A+−1+A=0 bzw. B+B+−1=B+−1+B=0? Falls ja, wie lauten A+−1 und B+−1? Falls nein, warum gibt es diese nicht? e) Gibt es Polynome A⋅−1 und B⋅−1 (multiplikative Inverse) mit der Eigenschaft A⋅A⋅−1=A⋅−1⋅A=1 bzw. B⋅B⋅−1=B⋅−1⋅B=1? Falls ja, wie lauten A⋅−1 und B⋅−1? Falls nein, warum gibt es diese nicht?
Gegeben sind Polynome, deren Koeffizienten aus Z5 stammen. Der Koeffizient ist die Zahl vor einer Potenz von x: In 2x4 ist 2 der Koeffizient von x4. Was Z5 ist, klärt Teil a).
Aus Ü2 A2 („Der Vektorraum ℤ₃ × ℤ₃: Rechnen mit Resten“): In Z3 rechnet man wie gewohnt und nimmt am Ende den Rest bei Division durch 3. Hier geschieht dasselbe mit der Zahl 5 statt 3. Ein Körper ist eine Zahlenmenge, in der man addieren, subtrahieren, multiplizieren und durch jede Zahl außer 0 teilen kann.
Gesucht ist in fünf Teilen:
a) Die Rechentafeln von Z5: Wie addiert und wie multipliziert man dort?
b) Welche Struktur haben die Polynome mit Addition und Multiplikation? Gemeint ist die Frage, welche Rechengesetze gelten.
c) Zwei konkrete Rechnungen: A+B und A⋅B.
d) Gibt es zu A und B ein Polynom, das man addieren kann, sodass 0 herauskommt?
e) Gibt es zu A und B ein Polynom, das man multiplizieren kann, sodass 1 herauskommt?
Merke: Man rechnet mit den Polynomen wie gewohnt. Jede Rechnung mit Koeffizienten führt aber zum Rest bei Division durch 5.
GF(5) ist ℤ₅ = {0, 1, 2, 3, 4}
Beispiele: die Zahlen von 5 bis 8 und ihr Rest bei Division durch 5
5678=1⋅5+0=1⋅5+1=1⋅5+2=1⋅5+3⇒5=0⇒6=1⇒7=2⇒8=3
Die fünf Elemente
Z5={0,1,2,3,4}
GF(5) steht für „Galois-Feld mit 5 Elementen“. Ein Galois-Feld ist ein Körper mit endlich vielen Zahlen, benannt nach dem Mathematiker Évariste Galois. Es ist derselbe Körper wie Z5 aus der Aufgabe, nur mit anderem Namen.
Z5 sind die Reste bei Division durch 5. Teilt man eine ganze Zahl durch 5, bleibt als Rest 0, 1, 2, 3 oder 4. Einen anderen Rest gibt es nicht. Darum hat Z5 genau fünf Elemente.
Zwei ganze Zahlen mit demselben Rest zählen als dieselbe Zahl: Die 5 hat Rest 0, also ist 5=0. Die 7 hat Rest 2, also ist 7=2. Dass Z5 ein Körper ist, liegt an der Primzahl 5. Das prüfen wir in Schritt 4 an den Tafeln.
Merke: In Z5 ist 5=0. Jede Zahl wird durch ihren Rest bei Division durch 5 ersetzt.
Die Tafel der Addition
Regel
x+y=Rest von (x+y) bei Division durch 5(x,y∈Z5)
Beispiele
2+22+34+34+4=4=5=0=7=2=8=3
+
0
1
2
3
4
0
0
1
2
3
4
1
1
2
3
4
0
2
2
3
4
0
1
3
3
4
0
1
2
4
4
0
1
2
3
Die Addition hat zwei Schritte. Erst addiert man ganz normal. Dann ersetzt man das Ergebnis durch seinen Rest bei Division durch 5, damit es wieder in {0,1,2,3,4} liegt.
Beispiel 4+3: Normal ist das 7. Der Rest von 7 bei Division durch 5 ist 2, denn 7=1⋅5+2. Also gilt 4+3=2. Die Tafel enthält alle 25 Summen: Die Zeile nennt den ersten, die Spalte den zweiten Summanden. Man trägt jede Summe so ein.
Noch 15 Schritte bis zum Ergebnis
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