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LAG · Übungsblatt 6 · Aufgabe 5

Darstellungsmatrix und Inverse einer linearen Abbildung

Eine Abbildung ff macht aus einem Vektor einen neuen Vektor. Hier soll sie zuerst als linear nachgewiesen werden. Danach wird sie in einer Matrix aufgeschrieben, und zuletzt wird die Matrix der Umkehrabbildung berechnet. Der ganze Lösungsweg steht offen da, die Erklärung gehört jeweils zum aktuellen Schritt. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.

Die Aufgabe

Sei die Abbildung f:U=R3→V=R3f: U=\mathbb{R}^3 \to V=\mathbb{R}^3 wie folgt definiert:

f:(xyz)↦(x−y+z−6y+12z−2x+2y−z).f: \begin{pmatrix} x \\ y \\ z \end{pmatrix} \mapsto \begin{pmatrix} x - y + z \\ -6y + 12z \\ -2x + 2y - z \end{pmatrix}.

a) Zeigen Sie, dass ff eine lineare Abbildung ist.

b) Berechnen Sie die Darstellungsmatrix AA von ff bezüglich der Basis

{(100),(010),(001)}\left\{ \begin{pmatrix}1\\0\\0\end{pmatrix}, \begin{pmatrix}0\\1\\0\end{pmatrix}, \begin{pmatrix}0\\0\\1\end{pmatrix} \right\}

für Urbildraum U und Bildraum V.

c) Berechnen Sie die Darstellungsmatrix BB der inversen Abbildung f−1f^{-1}.

Gegeben ist eine Regel ff, die jeden Vektor (x,y,z)(x, y, z) des Raums R3\mathbb{R}^3 in einen neuen Vektor desselben Raums umrechnet. Jede Komponente des Ergebnisses ist eine Summe aus xx, yy und zz mit festen Zahlen davor.

Die Aufgabe nennt UU und VV: UU ist der Raum, aus dem ff die Vektoren nimmt (Urbildraum), VV der Raum, in dem die Ergebnisse liegen (Bildraum). Beides ist hier der R3\mathbb{R}^3. Die Basisvektoren sind die drei Vektoren (1,0,0)(1,0,0), (0,1,0)(0,1,0), (0,0,1)(0,0,1): Aus ihnen lässt sich jeder Vektor des R3\mathbb{R}^3 zusammensetzen (Schritt 5 erklärt das genauer).

Gesucht sind drei Dinge:

  1. Der Nachweis, dass ff linear ist. Das heißt: ff verträgt Summen von Vektoren und Vielfache von Vektoren (genau erklärt in Schritt 1).
  2. Die Darstellungsmatrix AA: eine Tabelle von Zahlen, die ff vollständig beschreibt. Man baut sie aus den Bildern der drei Basisvektoren auf.
  3. Die Darstellungsmatrix BB der Umkehrabbildung f−1f^{-1}, also der Abbildung, die ff rückgängig macht.
Merke: Die Spalten der Darstellungsmatrix sind die Bilder der Basisvektoren. Die Matrix der Umkehrabbildung ist die inverse Matrix A−1A^{-1}.

So gehen wir vor:

  1. Teil a): die beiden Seiten der Bedingung für „linear“ ausrechnen und vergleichen.
  2. Teil b): ff auf e1e_1, e2e_2, e3e_3 anwenden und die Ergebnisse als Spalten nebeneinanderschreiben.
  3. Teil c): AA mit dem Gauß-Verfahren invertieren und prüfen, dass f−1f^{-1} wirklich ff rückgängig macht.

Was „linear“ verlangt

Die Bedingung für „linear“
f(λu+v)=λf(u)+f(v)fu¨r alle u,v∈R3, λ∈Rf(\lambda u + v) = \lambda f(u) + f(v) \quad \text{für alle } u, v \in \mathbb{R}^3,\ \lambda \in \mathbb{R}

Wir wählen beliebige Vektoren und eine beliebige Zahl:

Beliebige Wahl
u=(x1y1z1),v=(x2y2z2),λ∈Ru = \begin{pmatrix} x_1 \\ y_1 \\ z_1 \end{pmatrix}, \quad v = \begin{pmatrix} x_2 \\ y_2 \\ z_2 \end{pmatrix}, \quad \lambda \in \mathbb{R}

Eine Abbildung ff heißt linear, wenn man erst rechnen und dann abbilden darf, oder erst abbilden und dann rechnen. Beides muss dasselbe ergeben, für alle Vektoren uu, vv und alle Zahlen λ\lambda.

Das ist eine einzige Bedingung statt der zwei einzelnen („Summe“ und „Vielfaches“). Sie enthält beide Regeln: Setzt man λ=1\lambda = 1, bleibt f(u+v)=f(u)+f(v)f(u+v) = f(u) + f(v). Setzt man v=0v = 0, bleibt f(λu)=λf(u)f(\lambda u) = \lambda f(u) (denn λ=1\lambda = 1 und u=v=0u = v = 0 ergeben f(0)=f(0)+f(0)f(0) = f(0) + f(0), also f(0)=0f(0) = 0). Umgekehrt ergeben beide Regeln zusammen f(λu+v)=f(λu)+f(v)=λf(u)+f(v)f(\lambda u + v) = f(\lambda u) + f(v) = \lambda f(u) + f(v).

Wir können nicht alle Vektoren einzeln probieren. Darum wählen wir beliebige Vektoren mit Buchstaben als Einträgen und rechnen allgemein. Was dann gilt, gilt für jede Wahl.

Linke Seite: λu + v in f einsetzen

Der Vektor λu + v
λu+v=(λx1+x2λy1+y2λz1+z2)\lambda u + v = \begin{pmatrix} \lambda x_1 + x_2 \\ \lambda y_1 + y_2 \\ \lambda z_1 + z_2 \end{pmatrix}
In die Regel von f eingesetzt
f(λu+v)=((λx1+x2)−(λy1+y2)+(λz1+z2)−6(λy1+y2)+12(λz1+z2)−2(λx1+x2)+2(λy1+y2)−(λz1+z2))f(\lambda u + v) = \begin{pmatrix} (\lambda x_1 + x_2) - (\lambda y_1 + y_2) + (\lambda z_1 + z_2) \\ -6(\lambda y_1 + y_2) + 12(\lambda z_1 + z_2) \\ -2(\lambda x_1 + x_2) + 2(\lambda y_1 + y_2) - (\lambda z_1 + z_2) \end{pmatrix}

Erst wird λu+v\lambda u + v gebildet: Jeder Eintrag von uu wird mit λ\lambda multipliziert, dann wird der Eintrag von vv addiert.

Dann wird dieser Vektor in die Regel von ff eingesetzt. Überall, wo dort xx steht, kommt λx1+x2\lambda x_1 + x_2 hin. Ebenso für yy und zz. Die Klammern bleiben stehen, damit die Zahlen vor yy und zz für beide Summanden gelten.

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