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LAG · Übungsblatt 7 · Aufgabe 2

Scherung: Ursprung und Matrix

Eine Scherung kippt ein Rechteck zu einem Parallelogramm: Die untere Kante bleibt liegen, die obere rutscht zur Seite. Gesucht ist, wo dabei der Koordinatenursprung liegt und wie die zugehörige Matrix AA aussieht. Der ganze Lösungsweg steht offen da, die Erklärung gehört jeweils zum aktuellen Schritt. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.

Die Aufgabe

Man bezeichnet folgende Verzerrung als Scherung. [Abbildung: Rechteck, Pfeil, Parallelogramm]

Sie wird durch die Abbildung

(xy)↦(x+m yy)\begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} \mapsto \begin{pmatrix} x + m\,y \\ y \end{pmatrix}

dargestellt. Der Parameter mm heißt Scherfaktor. Hinweis: Die Höhe des Vierecks bleibt erhalten.

  1. Wo liegt hier der Koordinatenursprung?
  2. Wie lautet die zugehörige Matrix AA?

Im Original steht ein liegendes Rechteck links und das Parallelogramm rechts daneben, getrennt durch einen Pfeil. Beide haben gleiche Höhe und gleich lange untere Kante. Beim Parallelogramm ist die obere Kante nach rechts verschoben, etwa um das 0,9-fache der Höhe. Das Bild enthält keine Zahlen und keine Achsen.

Damit wir rechnen und zeichnen können, wählen wir selbst Zahlen: ein Rechteck mit Breite 7 und Höhe 2 (liegend wie im Original) und den Scherfaktor m=1m = 1. Das ist nur ein Beispiel. Die Antworten gelten für jedes mm. Wo die Achsen liegen, klärt Teil a). Für die Rechnung legen wir die Ecken vorläufig auf (0,0)(0, 0), (7,0)(7, 0), (7,2)(7, 2) und (0,2)(0, 2); ob das passt, zeigt Schritt 4.

Die Abbildung schreibt jedem Punkt (x,y)(x, y) einen neuen Punkt zu. xx ist die Zahl nach rechts, yy die Zahl nach oben. Das Zeichen ↦\mapsto liest man „wird abgebildet auf“.

Merke: (Vorschau auf Teil b) Die Spalten der Matrix sind die Bilder der Punkte (1,0)(1, 0) und (0,1)(0, 1). Wer diese Bilder kennt, kennt die Matrix.

So gehen wir vor:

  1. Teil a): die Abbildung am Beispiel anwenden und sehen, was sich ändert.
  2. Teil a): die Punkte finden, die fest bleiben, und daraus den Ursprung bestimmen.
  3. Teil b): die Bilder von (1,0)(1, 0) und (0,1)(0, 1) ausrechnen.
  4. Teil b): sie als Spalten nebeneinander schreiben und die Matrix prüfen.

Die Abbildung lesen

Neuer Punkt = (alte x-Zahl + m mal Höhe, gleiche Höhe)
(xy)⏟alter Punkt↦(x+m yy)⏟neuer Punkt\underbrace{\begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix}}_{\text{alter Punkt}} \mapsto \underbrace{\begin{pmatrix} x + m\,y \\ y \end{pmatrix}}_{\text{neuer Punkt}}

Die Abbildung ändert die beiden Zahlen eines Punktes getrennt. Die zweite Zahl yy (die Höhe) bleibt, wie sie ist. Die erste Zahl xx bekommt m ym\,y dazu: Je höher ein Punkt liegt, desto weiter rutscht er nach rechts.

Genau das zeigt das Bild: Unten (y=0y = 0) rutscht nichts, oben rutscht die ganze Kante um denselben Wert. Aus dem Rechteck wird ein Parallelogramm mit gleicher Höhe. Das ist der Hinweis der Aufgabe.

Die vier Ecken einsetzen

Jede Ecke mit m = 1 eingesetzt
EckeBild(0,0)(0+1⋅0, 0)=(0,0)(7,0)(7+1⋅0, 0)=(7,0)(7,2)(7+1⋅2, 2)=(9,2)(0,2)(0+1⋅2, 2)=(2,2)\begin{array}{c|c} \text{Ecke} & \text{Bild} \\ \hline (0, 0) & (0 + 1 \cdot 0,\ 0) = (0, 0) \\ (7, 0) & (7 + 1 \cdot 0,\ 0) = (7, 0) \\ (7, 2) & (7 + 1 \cdot 2,\ 2) = (9, 2) \\ (0, 2) & (0 + 1 \cdot 2,\ 2) = (2, 2) \end{array}

Wir setzen unser Beispiel ein: m=1m = 1 und die Ecken des Rechtecks. Die Abbildung ist linear: xx und yy kommen nur einfach vor, ohne Quadrate und ohne feste Zahl dazu. Deshalb bleiben Geraden Geraden, und es genügt, die Ecken abzubilden und zu verbinden. Aus demselben Grund reichen später für die Matrix die Bilder von (1,0)(1, 0) und (0,1)(0, 1).

Die unteren Ecken haben y=0y = 0: x+1⋅0=xx + 1 \cdot 0 = x, sie bleiben stehen. Die oberen Ecken haben y=2y = 2: x+1⋅2=x+2x + 1 \cdot 2 = x + 2, sie rutschen um 2 nach rechts.

Noch 8 Schritte bis zum Ergebnis
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Rechteck und Parallelogramm

Beispiel: Breite 7, Höhe 2, Scherfaktor m = 1

Abbildung 1Rechteck und Parallelogramm

Beispiel: Breite 7, Höhe 2, Scherfaktor m = 1

(0, 0)(7, 0)(0, 2)(7, 2)(2, 2)(9, 2)vorher: Rechtecknachher: Parallelogramm
Legendein diesem Schritt gemeintRechteck vorher (grau) und Parallelogramm nachher, mit dem Beispiel m = 1.