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MG · Übungsblatt 1 · Aufgabe 1

Wahrheitstafeln aufstellen

Eine Wahrheitstafel zeigt für jede mögliche Belegung der Aussagenvariablen, also jede Kombination von wahr (1) und falsch (0), ob ein Ausdruck wahr (1) oder falsch (0) ist. Hier entstehen zwei Tafeln: eine mit zwei Variablen, eine mit drei. Der ganze Lösungsweg steht offen da, die Erklärung gehört jeweils zum aktuellen Schritt. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.

Die Aufgabe

Geben Sie die Wahrheitstafeln zu den folgenden Ausdrücken an:

(i)
((p∧¬q)⇒(¬p∨q))⇔¬(p⇒q)\big((p \land \neg q) \Rightarrow (\neg p \lor q)\big) \Leftrightarrow \neg(p \Rightarrow q)
(ii)
(p∨q∨¬r)⇒((¬p∧q)∨(p∧¬r))(p \lor q \lor \neg r) \Rightarrow \big((\neg p \land q) \lor (p \land \neg r)\big)

Zu zwei Ausdrücken ist die Wahrheitstafel anzugeben. Ein Ausdruck ist eine Aussage, die aus Variablen wie pp, qq, rr und Verknüpfungen wie ∧\land (und) oder ⇒\Rightarrow (wenn, dann) zusammengesetzt ist. Jede Variable steht für eine Aussage, die wahr oder falsch sein kann.

Gesucht ist für jeden Ausdruck eine Tabelle: eine Zeile für jede Kombination von 0 und 1 der Variablen, und darin der Wert des ganzen Ausdrucks, 0 oder 1. Zu rechnen gibt es nur mit 0 und 1.

So gehen wir vor:

  1. Die fünf Verknüpfungen wiederholen und klären, wie man eine Tafel aufbaut.
  2. (i) mit zwei Variablen: Spalte für Spalte von innen nach außen.
  3. (ii) mit drei Variablen: genauso, nur mit acht Zeilen.
Merke: Eine Tafel füllt man immer von innen nach außen. Jede Klammer bekommt eine eigene Spalte, bevor man sie weiterverwendet.

Die fünf Verknüpfungen

Die Tafel der Verknüpfungen steht oben. Sie ist das Werkzeug für alle folgenden Schritte: Jede neue Spalte liest man aus ihr ab.

In der Aufgabe kommen fünf Zeichen vor. Jedes verknüpft Aussagen zu einer neuen Aussage. Die Tafel oben zeigt, wann das Ergebnis 1 (wahr) ist.

  • ¬p\neg p (nicht pp, Negation): dreht den Wert um.
  • p∧qp \land q (pp und qq, Konjunktion): 1 nur, wenn beide 1 sind.
  • p∨qp \lor q (pp oder qq, Disjunktion): 1, wenn mindestens eine 1 ist. Auch beide dürfen 1 sein.
  • p⇒qp \Rightarrow q (wenn pp, dann qq, Implikation): dazu der nächste Schritt.
  • p⇔qp \Leftrightarrow q (pp genau dann, wenn qq, Äquivalenz): 1, wenn beide denselben Wert haben.

Die Implikation: nur 1 ⇒ 0 ist falsch

Wann die Implikation falsch ist
(p⇒q)=0genau dann, wennp=1 und q=0(p \Rightarrow q) = 0 \quad\text{genau dann, wenn}\quad p = 1 \text{ und } q = 0

Die Implikation p⇒qp \Rightarrow q macht die meisten Fehler. Sie ist nur falsch, wenn pp wahr ist und qq falsch. Ein Versprechen „Wenn es regnet, nehme ich den Schirm“ ist nur gebrochen, wenn es regnet und kein Schirm dabei ist. Regnet es nicht, ist es nie gebrochen.

In p⇒qp \Rightarrow q heißt pp die Voraussetzung und qq die Folgerung. Ist die Voraussetzung falsch, ist die Implikation immer wahr.

Noch 13 Schritte bis zum Ergebnis
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Die Verknüpfungen

für alle Belegungen von p und q

Abbildung 1Die Verknüpfungen

für alle Belegungen von p und q

Zeileppqq¬p\neg pp∧qp \land qp∨qp \lor qp⇒qp \Rightarrow qp⇔qp \Leftrightarrow q
10010011
20110110
31000100
41101111
Legendegerade ausgewertetdie Zelle, auf die es ankommtDie fünf Verknüpfungen der Vorlesung.