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MG · Vorlesung Teil 2 · Abschnitt 3

Beweis durch Kontraposition

Manchmal kommt man von der Voraussetzung aus nicht weiter. Dann hilft ein Umweg: Man beweist nicht „aus AA folgt BB“, sondern „aus nicht BB folgt nicht AA“. Das heißt Beweis durch Kontraposition. Rechts steht zuerst die Wahrheitstafel, dann baut sich der Beweis auf. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran.

Worum es geht

Skript Teil 2, Folie 11: Beweis durch Kontraposition.

Beim direkten Beweis geht man von AA nach BB. Beim Beweis durch Kontraposition geht man von ¬B\neg B nach ¬A\neg A. Das Zeichen ¬\neg heißt „nicht“. Erlaubt ist der Umweg, weil beide Implikationen logisch äquivalent sind: Sie haben dieselbe Wahrheitstafel.

Aus Teil 1, Abschnitt 3 („Wenn-dann, genau dann, XOR, NAND, NOR“): Die Implikation A⇒BA \Rightarrow B ist nur falsch, wenn AA wahr und BB falsch ist.

So gehen wir vor:

  1. Die Regel und ihre Wahrheitstafel.
  2. Der Unterschied zur Umkehrung.
  3. Ein Beweis: Ist a2a^2 ungerade, ist auch aa ungerade.

Die Regel

Skript · Kontraposition

Beim Beweis durch Kontraposition verwenden wir die Kontraposition (eine Tautologie)

(A⇒B)⇔(¬B⇒¬A)(A \Rightarrow B) \Leftrightarrow (\neg B \Rightarrow \neg A)

um anstelle von A⇒BA \Rightarrow B die logisch äquivalente Aussage ¬B⇒¬A\neg B \Rightarrow \neg A direkt zu beweisen.

Zwei Aussagen heißen logisch äquivalent, wenn sie für jede Belegung denselben Wahrheitswert haben. Die Kontraposition sagt: „Aus AA folgt BB“ ist logisch äquivalent zu „aus nicht BB folgt nicht AA“. Man vertauscht die beiden Seiten und verneint beide.

Ein Beispiel aus dem Alltag: „Wenn es regnet, ist die Straße nass.“ Logisch äquivalent ist: „Wenn die Straße nicht nass ist, regnet es nicht.“

Rechts sind ¬B\neg B und ¬A\neg A markiert: Aus ihnen baut man ¬B⇒¬A\neg B \Rightarrow \neg A.

Aus Blatt 1, Aufgabe 2 („Tautologien nachweisen“): Dort wurde mit einer Wahrheitstafel gezeigt, dass die Kontraposition eine Tautologie ist, also für jede Belegung wahr.

Gleiche Spalten

Zeilen 1 bis 4
A⇒B: 1, 1, 0, 1¬B⇒¬A: 1, 1, 0, 1A \Rightarrow B:\ 1,\,1,\,0,\,1 \qquad \neg B \Rightarrow \neg A:\ 1,\,1,\,0,\,1

Zuerst die Spalte von ¬B⇒¬A\neg B \Rightarrow \neg A, Zeile für Zeile. Es ist ¬B\neg B: 1, 0, 1, 0 und ¬A\neg A: 1, 1, 0, 0. Also rechnet man 1⇒11 \Rightarrow 1, 0⇒10 \Rightarrow 1, 1⇒01 \Rightarrow 0, 0⇒00 \Rightarrow 0. Das ergibt 1, 1, 0, 1.

A⇒BA \Rightarrow B hat dieselbe Spalte: 1,1,0,11, 1, 0, 1. Beide sind nur in Zeile 3 falsch, also bei A=1A = 1 und B=0B = 0. Gleiche Spalten heißen: Die Aussagen sind logisch äquivalent. Wer eine beweist, hat auch die andere bewiesen.

Aus Teil 1, Abschnitt 3 („Wenn-dann, genau dann, XOR, NAND, NOR“): p⇒qp \Rightarrow q ist nur bei 1⇒01 \Rightarrow 0 falsch, sonst wahr.
Aus Teil 1, Abschnitt 5 („Tautologie, Gleichheit und Rechengesetze“): Zwei Ausdrücke sind gleich, wenn ihre Spalten in der Wahrheitstafel gleich sind.
Noch 7 Schritte bis zum Ergebnis
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Wahrheitstafel

A ⇒ B und ¬B ⇒ ¬A

Abbildung 1Wahrheitstafel

A ⇒ B und ¬B ⇒ ¬A

ZeileAABBA⇒BA \Rightarrow B¬B\neg B¬A\neg A¬B⇒¬A\neg B \Rightarrow \neg AB⇒AB \Rightarrow A
10011111
20110110
31001001
41110011
Legendegerade gemeinte SpaltenAbweichungA ⇒ B und ¬B ⇒ ¬A haben dieselbe Spalte.