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MG · Vorlesung Teil 2 · Abschnitt 7

All- und Existenzaussagen beweisen

Viele Sätze beginnen mit „für alle“ oder „es gibt“. Für beide gibt es ein festes Muster, wie man sie beweist. Rechts sieht man den Unterschied: Bei „für alle“ erledigt ein Beweis alle Elemente auf einmal, bei „es gibt“ reicht ein einziges. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran.

Worum es geht

Skript Teil 2, Folien 19 und 20: Beweis von All- und Existenzaussagen.

Eine Allaussage sagt etwas über jedes Element einer Menge. Eine Existenzaussage sagt, dass es mindestens ein passendes Element gibt. Die Menge, aus der die Elemente kommen, heißt Grundmenge.

Aus Teil 1, Abschnitt 9 („Quantoren: für alle und es gibt“): ∀\forall heißt „für alle“, ∃\exists heißt „es gibt“. ∀\forall ist falsch, sobald ein Gegenbeispiel existiert. ∃\exists ist wahr, sobald ein Element passt.

So gehen wir vor:

  1. Das Muster für Allaussagen, dann ein Beispiel.
  2. Das Muster für Existenzaussagen, dann ein Beispiel.
  3. Eine Ergänzung zur Form der Existenzaussage auf der Folie.

Das Muster: ein beliebiges a

Skript · Allaussagen

Universelle Aussagen, d. h. Allaussagen, der Form

∀x:p(x)⇒q(x)\forall x: p(x) \Rightarrow q(x)

werden bewiesen, indem man die Gültigkeit der Aussage p(a)⇒q(a)p(a) \Rightarrow q(a) für jedes Element aa aus der Grundmenge zeigt. Dazu genügt üblicherweise ein Beweis, der unabhängig von der Wahl des konkreten Elements aa der Grundmenge gültig ist.

Prototypischer Beweis

  • Wähle ein beliebiges aa aus der Grundmenge.
  • Beweis der Implikation p(a)⇒q(a)p(a) \Rightarrow q(a).
  • Da aa beliebig gewählt werden kann, folgt dann ∀x:p(x)⇒q(x)\forall x: p(x) \Rightarrow q(x).

Eine Allaussage kann unendlich viele Elemente betreffen. Man kann sie nicht einzeln prüfen. Darum nimmt man ein Element aa, über das man nichts weiter weiß als das, was alle Elemente gemeinsam haben.

Für dieses aa beweist man p(a)⇒q(a)p(a) \Rightarrow q(a). Der Beweis benutzt keine besondere Eigenschaft von aa. Darum gilt er für jedes Element, das man für aa einsetzen könnte.

Merke: „Beliebig“ heißt: Im Beweis darf nichts stehen, was nur für ein bestimmtes Element gilt.

Beispiel: Vielfache von 6 sind gerade

Satz

Für alle a∈Za \in \mathbb{Z} gilt: Ist aa durch 6 teilbar, dann ist aa gerade.

Beliebiges a mit p(a)
a=6jmit j∈Za = 6j \quad \text{mit } j \in \mathbb{Z}

Grundmenge sind die ganzen Zahlen Z\mathbb{Z}. p(a)p(a) ist „aa ist durch 6 teilbar“, q(a)q(a) ist „aa ist gerade“.

Man wählt ein beliebiges aa und nimmt an, dass p(a)p(a) gilt. Durch 6 teilbar heißt: a=6ja = 6j mit einer ganzen Zahl jj. Welches jj, wird nicht festgelegt.

Zahlen wie 7, die nicht durch 6 teilbar sind, muss man nicht ansehen. Für sie ist p(a)p(a) falsch, und aus Falschem folgt alles: p(a)⇒q(a)p(a) \Rightarrow q(a) ist dort von selbst wahr.

Aus Teil 1, Abschnitt 3 („Wenn-dann, genau dann, XOR, NAND, NOR“): p⇒qp \Rightarrow q ist nur falsch, wenn pp wahr und qq falsch ist. Ist pp falsch, ist p⇒qp \Rightarrow q immer wahr.
Noch 5 Schritte bis zum Ergebnis
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Für alle oder für eins

was ein Beweis abdeckt

Abbildung 1Für alle oder für eins

was ein Beweis abdeckt

∀a ∈ ℤ: a durch 6 teilbar ⇒ a gerade
a beliebig
−12−606121824…
→
LegendeAussage gilt, mit ✓Ein Beweis für alle, ein Zeuge für es gibt.