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Statistik · Probeklausur 4 · Aufgabe 6

Aufschlag und Körpergröße: Korrelationstest

Der Dozent hat bei fünf Tennisspielern die Körpergröße und die Aufschlaggeschwindigkeit gemessen. Der Zusammenhang in diesen fünf Fällen ist stark. Die Aufgabe fragt, was daraus für alle Spieler folgt: Wie groß ist der Zusammenhang dort höchstens und mindestens, und kann er auch null sein? Das ist Aufgabe 6 der Probeklausur 4 (Gesamtklausur zu Teil 1 und 2 der Vorlesung), mit 17 von 120 Punkten. Gerechnet wird nur mit den Tabellen der Formelsammlung. Der ganze Lösungsweg steht offen da, die Erklärung gehört jeweils zum aktuellen Schritt. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.

Die Aufgabe

Aufgabe 6 (17 Punkte)

Ihr Dozent hat in seinem Tennisverein bei 5 Personen die Aufschlaggeschwindigkeit gemessen und die Körpergröße erfragt, da er vermutet, dass die Geschwindigkeit des Aufschlags positiv mit der Körpergröße korreliert. Folgende Daten wurden erhoben:

SpielerKörpergröße in cmAufschlaggeschwindigkeit in km/h
1180176
2194185
3171161
4179165
5198200
Summe922887

Den Korrelationskoeffizienten hat Ihnen Herr Heitmann bereits netterweise ausgerechnet. Dieser lautet r = 0,95.

  1. Interpretieren Sie kurz r = 0,95 und berechnen den Standardfehler. (3 Punkte)
  2. Konstruieren Sie das 95%-Konfidenzintervall. (7 Punkte)
  3. Führen Sie einen zweiseitigen Signifikanztest mit α = 5% durch und interpretieren Sie das Ergebnis. D.h., dass die folgende Nullhypothese zu prüfen ist: H0: der wahre Zusammenhang in der Population ist ρ = 0. Es sind hier die üblichen 5 Schritte eines Hypothesentests durchzuführen. (5 Punkte)
  4. Wie wäre die Testentscheidung, wenn Sie Aufgabe c) mit α = 1% durchführen. (2 Punkte)

Probeklausur, Gesamtklausur Teil 1 und 2. Zeit: 120 Minuten, Gesamtpunktzahl: 120. Hilfsmittel: Formelsammlung, nicht programmierbarer Taschenrechner.

Die Klausur dauert 120 Minuten und bringt 120 Punkte, also etwa eine Minute je Punkt. Erlaubt sind die Formelsammlung und ein Taschenrechner, der sich nicht programmieren lässt.

In eigenen Worten: Fünf Spieler sind eine kleine Stichprobe. Der Korrelationskoeffizient rr beschreibt nur diese fünf. Gefragt ist, ob der Zusammenhang auch in der Population gilt, also bei allen Tennisspielern. Dieser wahre Zusammenhang heißt ρ\rho (gesprochen „rho“). Man kann ihn nicht messen, nur aus rr schätzen.

Teilwas verlangt istPunkte
a)r = 0,95 in Worten deuten, Standardfehler von r ausrechnen3
b)Bereich, in dem das wahre ρ mit 95 % Sicherheit liegt7
c)Test: kann ρ = 0 sein? Niveau 5 %, die 5 Schritte5
d)derselbe Test bei Niveau 1 %2
Merke: Ein Konfidenzintervall und ein Test beantworten dieselbe Frage von zwei Seiten. Das Intervall nennt alle Werte von ρ, die zu den Daten passen. Der Test fragt nur, ob der Wert 0 dazugehört.

Der Weg:

  1. r deuten und den Standardfehler berechnen (a, Seitenschritte 1 und 2).
  2. r in Fisher-z umrechnen, dort das Intervall bilden, zurückrechnen (b, Seitenschritte 3 bis 7).
  3. Die 5 Schritte des Tests: Hypothesen bis Entscheidung (c, Seitenschritte 8 bis 11).
  4. Das Niveau auf 1 % verschärfen (d, Seitenschritt 12).

Was r = 0,95 aussagt

a) · 3 Punkte. Verlangt sind eine Deutung von r und der Standardfehler.

GrößeWert
Körpergröße im Mittel922 : 5 = 184,4 cm
Geschwindigkeit im Mittel887 : 5 = 177,4 km/h
Richtung von rpositiv
Stärke von r0,95: sehr stark
r2r^20,95² = 0,9025

Der Korrelationskoeffizient rr misst, wie gut die Punkte eines Streudiagramms auf einer Geraden liegen. Er hat zwei Eigenschaften:

  • Das Vorzeichen zeigt die Richtung. Plus heißt: Wenn die eine Größe steigt, steigt die andere im Mittel auch.
  • Der Betrag zeigt die Stärke. Er liegt zwischen 0 und 1. Bei 0 gibt es keinen geraden Zusammenhang, bei 1 liegen alle Punkte genau auf einer Geraden.

Hier ist r=0,95r = 0{,}95 positiv und sehr nah an 1. Das Streudiagramm zeigt es: Die Punkte steigen eng an einer Geraden entlang.

Deutung in einem Satz: Bei diesen fünf Spielern gibt es einen sehr starken positiven linearen Zusammenhang. Größere Spieler schlagen im Mittel schneller auf.

Zwei Grenzen der Aussage: Sie gilt erst einmal nur für die fünf Spieler. Und sie sagt nichts über Ursache und Wirkung. Das Quadrat r2=0,9025r^2 = 0{,}9025 heißt Bestimmtheitsmaß: Gut 90 % der Streuung der Geschwindigkeiten lässt sich über die Gerade mit der Größe erklären.

Probe: Aus den fünf Wertepaaren ergibt sich r=0,9504r = 0{,}9504. Das stimmt auf zwei Stellen mit dem Wert der Aufgabe überein.

Standardfehler von r

Standardfehler aus der Formelsammlung
σ^r=1−r2n−1\hat{\sigma}_r = \frac{1 - r^2}{\sqrt{n - 1}}
Zahlen einsetzen: r = 0,95, n = 5
σ^r=1−0,9525−1=1−0,90254=0,09752=0,04875≈0,049\hat{\sigma}_r = \frac{1 - 0{,}95^2}{\sqrt{5 - 1}} = \frac{1 - 0{,}9025}{\sqrt{4}} = \frac{0{,}0975}{2} = 0{,}04875 \approx 0{,}049

Ein anderer Verein hätte andere fünf Spieler und damit ein anderes rr. Der Standardfehler sagt, um wie viel rr im Durchschnitt vom wahren ρ\rho abweicht. Je kleiner, desto verlässlicher ist rr.

Die Formelsammlung gibt die Formel unter „Zusammenhangshypothesen“. Sie enthält ρ\rho, das man nicht kennt. Man setzt dafür den Schätzwert rr ein. n=5n = 5 ist die Zahl der Spieler.

Reihenfolge beim Rechnen: zuerst r2r^2, dann 1−r21 - r^2, dann die Wurzel im Nenner, zuletzt teilen. Die Formel hat keine Wurzel über dem Zähler: So steht sie in der Formelsammlung.

Deutung: Bei der Übertragung auf alle Spieler irrt man sich im Durchschnitt um rund 0,05 bei r. Das ist wenig. Der Wert ist so klein, weil r nahe bei 1 liegt: Dann ist 1−r21 - r^2 klein.

Noch 11 Schritte bis zum Ergebnis
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Streudiagramm

Körpergröße und Aufschlag der fünf Spieler

Abbildung 1Streudiagramm

Körpergröße und Aufschlag der fünf Spieler

160170180190200Aufschlag in km/h170180190200Körpergröße in cm12345r = 0,95Standardfehler 0,049
Legendegefüllter Punkt: gerade gemeintJeder Punkt ist ein Spieler: waagerecht seine Körpergröße, senkrecht die Aufschlaggeschwindigkeit. Die Zahl daneben ist die Nummer des Spielers.