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Statistik · Übungsblatt 5 · Aufgabe 2

Dichte 4x³: Verteilungsfunktion, Erwartungswert, Varianz

Eine Zufallsvariable nimmt Werte zwischen 0 und 1 an. Werte nahe 1 kommen viel häufiger vor als kleine; das beschreibt die Dichte f(x)=4x3f(x) = 4x^3. Gesucht sind Verteilungsfunktion, Erwartungswert, Varianz, eine Zeichnung und die Wahrscheinlichkeit P(0,1<X≤2)P(0{,}1 < X \le 2). Der Weg ist derselbe wie in Aufgabe 1, nur mit einer anderen Dichte; jeder Rechenschritt ist gezeigt. Der ganze Lösungsweg steht von Anfang an da. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran, die Erklärung gehört jeweils zum aktuellen Schritt. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.

Die Aufgabe

Aufgabe 2

Gegeben ist folgende Dichtefunktion der stetigen Zufallsvariablen X.

f(x)={4x3fu¨r 0<x<10sonst.f(x) = \begin{cases} 4x^3 & \text{für } 0 < x < 1 \\ 0 & \text{sonst.} \end{cases}

Bestimmen Sie

  1. Verteilungsfunktion
  2. Erwartungswert
  3. Varianz
  4. Zeichnen Sie die Dichte- und Verteilungsfunktion ein.
  5. Bestimmen Sie P(0,1<X≤2)P(0{,}1 < X \le 2).

XX ist eine stetige Zufallsvariable (ZV): eine Größe, deren Wert vom Zufall abhängt und die jede Zahl in einem Bereich annehmen kann, hier zwischen 0 und 1. Die Dichtefunktion ff sagt, wie die Wahrscheinlichkeit auf diese Zahlen verteilt ist.

Gesucht sind dieselben vier Dinge wie in Aufgabe 1 und dazu in e) eine Wahrscheinlichkeit: wie wahrscheinlich XX über 0,1 und höchstens bei 2 liegt.

Der Weg:

  1. Prüfen, dass die Fläche unter f gleich 1 ist (Schritt 1).
  2. a) Die Verteilungsfunktion als Fläche links von x bestimmen (Schritte 2 und 3).
  3. b) Den Erwartungswert als Integral berechnen (Schritt 4).
  4. c) Erst E(X²), dann die Varianz berechnen (Schritte 5 und 6).
  5. d) Dichte und Verteilungsfunktion mit Wertetabellen zeichnen (Schritt 7).
  6. e) Die Wahrscheinlichkeit mit der Verteilungsfunktion ausrechnen (Schritt 8).
Merke: Bei einer Dichte ist jede Wahrscheinlichkeit eine Fläche unter der Kurve. Flächen berechnet man mit Integralen.

Die Fläche unter f ist 1

Eigenschaft (2) einer Dichte (Formelsammlung) und Potenzregel
∫−∞∞f(x) dx=1,∫xn dx=xn+1n+1\int_{-\infty}^{\infty} f(x)\,dx = 1, \qquad \int x^n\,dx = \frac{x^{n+1}}{n+1}
Ganze Fläche unter f: nur von 0 bis 1, sonst ist f = 0
∫014x3 dx=[4⋅x44]01=[x4]01\int_0^1 4x^3\,dx = \Big[4 \cdot \frac{x^4}{4}\Big]_0^1 = \big[x^4\big]_0^1
=14−04=1= 1^4 - 0^4 = 1

Die Fläche ist 1. ff ist also eine erlaubte Dichte.

Aus Blatt 5, Aufgabe 1 („Dichte ⅔(x+1): Verteilungsfunktion, Erwartungswert, Varianz“): Bei einer stetigen ZV ist die Wahrscheinlichkeit, dass XX in einem Bereich landet, die Fläche unter ff über diesem Bereich. Die ganze Fläche ist 1. Flächen rechnet man mit dem Integral: Stammfunktion bilden, obere minus untere Grenze einsetzen.

Außerhalb von 0 bis 1 ist f=0f = 0, dort liegt keine Fläche. Darum reicht das Integral ∫01\int_0^1: die Fläche unter ff von der unteren Grenze 0 bis zur oberen Grenze 1.

Potenzregel mit n=3n = 3: Aus x3x^3 wird x44\tfrac{x^4}{4}. Der Faktor 4 bleibt stehen, und 4⋅x44=x44 \cdot \tfrac{x^4}{4} = x^4. Probe durch Ableiten: (x4)′=4x3(x^4)' = 4x^3, das ist ff.

Auffällig: Kurz vor 1 ist ff fast 4 hoch, also höher als 1. Das ist erlaubt, denn f(x)f(x) selbst ist keine Wahrscheinlichkeit; erst die Fläche ist eine. Warum das kein Widerspruch ist, klärt Aufgabe 4 dieses Blatts.

F(x) ist die Fläche links von x

a) Verteilungsfunktion

Verteilungsfunktion einer stetigen ZV: Fläche unter f links von x
F(x)=P(X≤x)=∫−∞xf(t) dtF(x) = P(X \le x) = \int_{-\infty}^{x} f(t)\,dt
Die zwei äußeren Bereiche
x≤0:F(x)=∫−∞x0 dt=0x \le 0: \quad F(x) = \int_{-\infty}^{x} 0\,dt = 0
x≥1:F(x)=0+∫014t3 dt+∫1x0 dt=0+1+0=1x \ge 1: \quad F(x) = 0 + \int_0^1 4t^3\,dt + \int_1^x 0\,dt = 0 + 1 + 0 = 1

Die Verteilungsfunktion F(x)F(x) gibt für jede Zahl xx an, wie wahrscheinlich es ist, dass XX höchstens den Wert xx annimmt. Sie sammelt die Fläche unter ff von ganz links bis zur Stelle xx auf.

Zum Buchstaben t: xx ist jetzt die obere Grenze. Die Größe, die unter dem Integral läuft, heißt darum tt.

Zwei der drei Bereiche von x gehen ohne Rechnung:

  • x≤0x \le 0: Links von xx ist ff überall 0. Dort liegt keine Fläche, also F(x)=0F(x) = 0.
  • x≥1x \ge 1: Links von xx liegt die ganze Fläche unter ff, nach Schritt 1 gleich 1. Rechts von 1 kommt nichts dazu. Also F(x)=1F(x) = 1.

Bleibt der Bereich dazwischen; den rechnet Schritt 3.

Noch 7 Schritte bis zum Ergebnis
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Dichte und Verteilungsfunktion

beide in einem Koordinatensystem, wie d) es verlangt

Abbildung 1Dichte und Verteilungsfunktion

beide in einem Koordinatensystem, wie d) es verlangt

00,511,522,533,5400,511,52Höhe f(x) bzw. F(x)Wert xE(X) = 0,8± σ ≈ 0,16F(x)f(x)Fläche 1F(0,5) = 0,5⁴= 0,0625P(0,1 < X ≤ 2)= 0,9999
Legendedurchgezogen: Dichte fgestrichelt: Verteilungsfunktion Fsenkrecht gestrichelt (ab Schritt 4): E(X)getönt: die gemeinte Fläche unter fgerade gemeintDas Koordinatensystem für die Lösung: waagerecht die Werte x, senkrecht die Höhe der Kurven. Ab Schritt 1 steht darin die gegebene Dichte f, in Schritt 7 kommt die Verteilungsfunktion F dazu.