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Statistik · Übungsblatt 6 · Aufgabe 3

Kinobesuche: Standardfehler, relativer Standardfehler und Konfidenzintervall

35 Rentner wurden gefragt, wie oft sie im Jahr ins Kino gehen. Im Mittel sind es 8 Besuche. Gefragt ist, wie genau dieser Wert für alle Rentner gilt: absolut, in Prozent und als Bereich mit 95 % Sicherheit. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.

Die Aufgabe

Aufgabe 3

Wir befragen Rentner wie oft sie im Jahr ins Kino gehen. In der Gruppe der 35 befragten Rentner ergab sich, dass durchschnittlich 8 Besuche pro Jahr wären. Die Standardabweichung beträgt 3.

  1. Berechnen und interpretieren Sie den Standardfehler und den relativen Standardfehler.
  2. Konstruieren und interpretieren Sie das 95%-Konfidenzintervall.

In eigenen Worten: Befragt wurden nur 35 Rentner, nicht alle. Der Mittelwert 8 ist darum nur ein Schätzwert. Die Aufgabe will wissen:

  • a) wie weit dieser Schätzwert im Durchschnitt danebenliegt, in Besuchen und in Prozent,
  • b) einen Bereich, in dem der wahre Mittelwert mit 95 % Sicherheit liegt.

Der Weg:

  1. Standardfehler berechnen und deuten (a, Schritte 1 und 2).
  2. Relativen Standardfehler berechnen und deuten (a, Schritt 3).
  3. Formel wählen und z-Wert ablesen (b, Schritte 4 und 5).
  4. Grenzen ausrechnen und deuten (b, Schritte 6 und 7).
Merke: Der Standardfehler sagt, wie genau ein Mittelwert ist. Teilt man ihn durch den Mittelwert, erhält man die Genauigkeit in Prozent.

Standardfehler berechnen

Standardfehler (Formelsammlung, Seite 11)
SE=σ^Xˉ=σn=335=35,9161=0,5071SE = \hat{\sigma}_{\bar{X}} = \frac{\sigma}{\sqrt{n}} = \frac{3}{\sqrt{35}} = \frac{3}{5{,}9161} = 0{,}5071

Der Standardfehler (kurz SE, englisch standard error, Zeichen σ^Xˉ\hat{\sigma}_{\bar{X}}) sagt, wie stark der Mittelwert einer Stichprobe im Durchschnitt vom wahren Mittelwert μμ (my) aller Rentner abweicht.

Man teilt die Standardabweichung 3 durch die Wurzel aus der Zahl der Befragten n=35n = 35. Die Aufgabe sagt nicht, ob die 3 die Streuung aller Rentner (σσ) oder die der Stichprobe (ss) ist. Für den Standardfehler ist das egal: Beide Formeln der Formelsammlung rechnen dasselbe.

Aus Blatt 2, Aufgabe 4 („Waschpulverpreise: Varianz und Standardabweichung“): Die Standardabweichung sagt, wie weit einzelne Werte im Durchschnitt um den Mittelwert streuen. Hier: Einzelne Rentner weichen um etwa 3 Besuche von 8 ab.

Standardfehler deuten

SE=0,51SE = 0{,}51 Kinobesuche pro Jahr.

Deutung: Der Mittelwert 8 aus 35 Rentnern weicht im Durchschnitt um 0,51 Kinobesuche pro Jahr vom wahren Mittelwert aller Rentner ab.

Einzelne Rentner streuen um 3 Besuche. Der Mittelwert aus 35 Rentnern streut viel weniger, weil sich häufige und seltene Kinogänger im Mittelwert teilweise ausgleichen.

Noch 6 Schritte bis zum Ergebnis
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Mittelwert und Konfidenzintervall

Kinobesuche pro Jahr auf der Zahlengeraden

Abbildung 1Mittelwert und Konfidenzintervall

Kinobesuche pro Jahr auf der Zahlengeraden

77,588,59Kinobesuche pro JahrMittelwert 8SE = 0,517,018,99
LegendeMittelwert (gestrichelt), Standardfehler (Klammer) und Intervall (dicker Strich)Zahlengerade der Kinobesuche pro Jahr. Die Schritte tragen Mittelwert, Standardfehler und Intervall ein.