studyklar
Statistik · Übungsblatt 7 · Aufgabe 13

Arbeitszeit und Krankheitstage: Fisher-z-Intervall

Macht Arbeiten krank? Fünf Personen haben ihre Arbeitszeit pro Woche und ihre Krankheitstage im Jahr angegeben. Die Aufgabe misst den Zusammenhang und fragt, ob er sich auf alle übertragen lässt. Gerechnet wird nur mit den Formeln und Tabellen der Formelsammlung. Der ganze Lösungsweg steht offen da, die Erklärung gehört jeweils zum aktuellen Schritt. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.

Die Aufgabe

Aufgabe 13

Die Vermutung, dass Arbeiten krank macht ist weit verbreitet. Untersucht wird der Zusammenhang zwischen wöchentlicher Arbeitszeit (in Stunden) und Anzahl der Krankheitstage im Jahr.

Personwöchentliche Arbeitszeit (in Stunden) xix_iAnzahl der Krankheitstage im Jahr yiy_i
1405
23711
3252
4403
5389
18030
  1. Berechnen Sie den Korrelationskoeffizienten r und interpretieren Sie ihn anschließend. (Sie können für Ihre Berechnungen die Tabelle verwenden.)
  2. Berechnen Sie den Standardfehler.
  3. Konstruieren Sie das 95%-Konfidenzintervall. (Rechnen Sie hierfür den r-Wert zunächst in einen z-Wert um, bestimmen die Grenzen des Konfidenzintervalls für diesen z-Wert und rechnen dann anschließend diese Grenzen in r-Werte zurück.)
  4. Führen Sie einen einseitigen Signifikanztest auf dem 5% Signifikanzniveau durch und interpretieren Sie das Ergebnis.

In eigenen Worten: Die fünf Personen sind eine kleine Stichprobe. Der Korrelationskoeffizient rr beschreibt nur diese fünf. Gefragt ist auch, was für die Population gilt, also für alle Berufstätigen. Den wahren Zusammenhang dort nennt man ρ\rho (gesprochen „rho“). Man kann ihn nicht messen, nur schätzen.

Teilwas verlangt ist
a)r aus der Tabelle berechnen und deuten
b)Standardfehler von r
c)Bereich, in dem das wahre ρ mit 95 % Sicherheit liegt, über Fisher-z
d)einseitiger Test bei 5 %: macht Arbeiten krank?
Merke: Die Vermutung „Arbeiten macht krank“ hat eine Richtung: mehr Arbeit, mehr Krankheitstage. Darum ist in d) ein einseitiger Test verlangt.

Der Weg:

  1. a) Mittelwerte, Abweichungstabelle, r und Deutung (Schritte 1 bis 4).
  2. b) Standardfehler von r (Schritt 5).
  3. c) r in Fisher-z umrechnen, dort das Intervall bilden, zurückrechnen (Schritte 6 bis 10).
  4. d) Die 5 Testschritte, einseitig (Schritte 11 bis 14).

Die beiden Mittelwerte

Mittelwert der Arbeitszeit (Summe 180)
xˉ=1n∑i=1nxi=1805=36\bar{x} = \frac{1}{n}\sum_{i=1}^{n} x_i = \frac{180}{5} = 36
Mittelwert der Krankheitstage (Summe 30)
yˉ=1n∑i=1nyi=305=6\bar{y} = \frac{1}{n}\sum_{i=1}^{n} y_i = \frac{30}{5} = 6

Der Korrelationskoeffizient nach Pearson rr misst, wie gut die Punkte im Streudiagramm auf einer Geraden liegen. Er liegt immer zwischen −1 und +1. Er passt hier, weil beide Merkmale metrisch sind: Stunden und Tage sind Zahlen, mit denen man rechnen kann.

rr vergleicht, wie jede Person von den Mittelwerten abweicht. Darum braucht man zuerst die beiden Mittelwerte: xˉ\bar{x} („x quer“) für die Arbeitszeit, yˉ\bar{y} für die Krankheitstage. Die Summen stehen schon unten in der Tabelle der Aufgabe: 180 und 30.

Abweichungen und ihre Produkte in einer Tabelle

Personxix_iyiy_ixi−xˉx_i - \bar{x}yi−yˉy_i - \bar{y}(xi−xˉ)(yi−yˉ)(x_i - \bar{x})(y_i - \bar{y})(xi−xˉ)2(x_i - \bar{x})^2(yi−yˉ)2(y_i - \bar{y})^2
14054−1−4161
23711155125
3252−11−44412116
44034−3−12169
538923649
Summe18030003915860

Die leeren Spalten der Aufgabentabelle sind für genau diese Rechnung gedacht. Für jede Person wird bestimmt, wie weit sie vom Mittelwert entfernt liegt: xi−xˉx_i - \bar{x} bei den Stunden, yi−yˉy_i - \bar{y} bei den Tagen. Das kleine ii ist die Nummer der Person. Beispiel Person 1: 40−36=440 - 36 = 4 Stunden und 5−6=−15 - 6 = -1 Tag.

Dann werden die beiden Abweichungen multipliziert. Das Produkt ist positiv, wenn die Person bei beiden Größen auf derselben Seite des Mittelwerts liegt (Person 3: wenig Arbeit, wenig krank, Produkt 44). Es ist negativ, wenn sie auf verschiedenen Seiten liegt (Person 4: viel Arbeit, wenig krank, Produkt −12). Die Summe ist 39.

Zusätzlich wird jede Abweichung quadriert. Die Summen der Quadrate messen, wie stark jede Größe für sich streut. Probe: Die Abweichungen summieren sich in jeder Spalte zu 0.

Noch 13 Schritte bis zum Ergebnis
Den ganzen Lösungsweg sehen Studierende und Lehrende der HS KL. Registriere dich mit deiner Adresse @stud.hs-kl.de oder @hs-kl.de, dann geht es hier direkt weiter.

Streudiagramm

Arbeitszeit und Krankheitstage der fünf Personen

Abbildung 1Streudiagramm

Arbeitszeit und Krankheitstage der fünf Personen

024681012Krankheitstage im Jahr202530354045Arbeitszeit pro Woche in Stunden12345x̄ = 36ȳ = 6r = 0,401Standardfehler 0,420
Legendegefüllter Punkt: gerade gemeintgestrichelt: Mittelwerte und RichtungJeder Punkt ist eine Person: waagerecht die Arbeitszeit pro Woche, senkrecht die Krankheitstage im Jahr. Die Zahl neben dem Punkt ist die Nummer der Person.