Gesucht ist ein Schaubild. Es zeigt, nach welchen Merkmalen man Wirtschaftsgüter in
Gruppen sortieren kann, und welche Gruppen dabei herauskommen.
Zwei Wörter aus der Aufgabe klingen schwer, meinen aber Einfaches:
| Systematisierungskriterium |
ein Merkmal, nach dem man sortiert. Beispiel: „Kann man das Gut anfassen?“ |
| Differenzierung |
die Gruppen, die beim Sortieren entstehen. Beispiel: anfassbare und nicht anfassbare
Güter.
|
Die Musterlösung hat sechs Kriterien, jedes mit zwei bis vier Gruppen. Dazu kommt oben
ein Kopf, der sagt, was Wirtschaftsgüter sind. Das fertige Schaubild steht über den Schritten.
Genau das zeichnen Sie in der Klausur.
Der Weg: Die Schritte 1 bis 3 erklären den Kopf. Schritt 4 erklärt, was ein Kriterium ist. Die
Schritte 5 bis 10 gehen die sechs Kriterien von oben nach unten durch. Schritt 11 wendet alle
sechs auf ein Fahrrad an.
Wirtschaftsgüter = nutzenstiftend + knapp + auf Märkten handelbar = Waren
Aus Aufgabe 16 („Wirtschaftsgüter: knapp, nützlich, handelbar“): Wirtschaftsgüter
sind knapp, stiften Nutzen und werden auf Märkten getauscht. Nutzen stiften heißt: ein
Bedürfnis befriedigen, also einen Mangel beheben, so wie ein Brötchen den Hunger. Knapp
heißt: Die Menge reicht nicht für alle Wünsche. Güter, die nicht knapp sind, heißen freie
Güter, zum Beispiel Luft zum Atmen.
Im Schaubild steht die Definition in der Mitte:
nutzenstiftende, knappe Güter, die auf Märkten gehandelt werden können. „Gehandelt“
und „getauscht“ meinen dasselbe. Weil sie gehandelt werden, heißen Wirtschaftsgüter auch
Waren.
Rechts stehen die freien Güter: Sie sind nicht knapp.
Links stehen Fälle, in denen der Markt nicht richtig funktioniert.
Öffentliche Güter wie die Straßenbeleuchtung kann niemand einzeln kaufen, weil
jeder das Licht hat, ob er zahlt oder nicht. Kollektivgüter haben wie öffentliche
Güter keine Rivalität: Viele können sie zugleich nutzen. Ausgeschlossen wird nur, wer
nicht zu einer bestimmten Gruppe gehört, und zwar durch eine Regel. Beispiel: ein
Vereinssportplatz. Beides erklärt Aufgabe 23 („Öffentliche Güter und Kollektivgüter nach
Bardmann“) genau.
Aus Aufgabe 10 („Externe Effekte: private und soziale Kosten“): Externe Effekte
sind Folgen von Herstellung oder Nutzung eines Gutes, die nicht der Verursacher trägt,
sondern andere. Beispiel: Der Lärm eines Autos stört die Anwohner, aber der Fahrer zahlt
dafür nichts.
Warum dieser Kopf dazugehört: Die Kriterien darunter sortieren nur Wirtschaftsgüter. Das
zeigt der gepunktete Rahmen, der vom mittleren Kasten ausgeht.
Rivalität: nutzt einer das Gut, kann ein anderer es nicht zugleich nutzen
Im mittleren Kasten stehen zwei Arten von Wirtschaftsgütern. Beide haben Rivalität.
Dieser Schritt erklärt das Wort.
Rivalität (auch: Rivalität im Konsum) heißt: Wenn einer das Gut nutzt, kann ein
anderer es nicht zur selben Zeit nutzen. Die Nutzer sind also Rivalen, das heißt
Konkurrenten um dasselbe Gut.
Beispiel Brötchen: Das Brötchen, das Sie essen, kann niemand anders mehr essen. Es gibt
Rivalität.
Gegenbeispiel Radiosendung: Ob 10 oder 10.000 Menschen zuhören, jeder hört die ganze
Sendung. Niemandem wird etwas weggenommen. Es gibt keine Rivalität.
Merke: Rivalität fragt: Nimmt meine Nutzung einem anderen etwas weg?
Individualgüter: Rivalität + physikalische Exklusivität · private Güter: Rivalität +
rechtliche Exklusivität
Exklusivität heißt: Man kann andere von der Nutzung ausschließen. Lateinisch
„excludere“ heißt ausschließen. Der Unterschied der beiden Arten liegt darin,
wodurch andere ausgeschlossen werden.
Physikalische Exklusivität: Eine körperliche Sperre hält andere fern, etwa Tasche,
Schloss, Zaun oder Tür. Das Brötchen steckt in Ihrer Tasche, niemand sonst kommt heran.
Das Fahrrad ist angeschlossen. Güter mit Rivalität und physikalischer Exklusivität heißen
Individualgüter.
Rechtliche Exklusivität: Ein Gesetz oder ein Vertrag hält andere fern. Ein
Grundstück ohne Zaun könnte jeder betreten. Das Eigentumsrecht verbietet es aber. Den
reservierten Sitzplatz im Zug könnte sich jeder nehmen. Die Reservierung gibt aber Ihnen
das Recht darauf. Güter mit Rivalität und rechtlicher Exklusivität heißen
private Güter.
Warum beide Merkmale wichtig sind:
-
Rivalität: Was einer nutzt, fehlt dem anderen. Deshalb muss das Gut auf die
Nutzer aufgeteilt werden. Auf dem Markt übernimmt das der Preis.
-
Exklusivität: Nur wenn man andere ausschließen kann, lässt sich ein Gut
verkaufen. Wer nicht zahlt, bekommt es nicht.
Ist ein Gut knapp, fehlt ihm aber die Rivalität oder die Exklusivität, dann ist es kein
Wirtschaftsgut. Es gehört in den linken Kasten, etwa die Straßenbeleuchtung: Alle sehen
das Licht zugleich, und niemand wird ausgeschlossen. Ist ein Gut gar nicht knapp wie die
Luft, gehört es in den rechten Kasten zu den freien Gütern.
Ergänzung: Viele Lehrbücher trennen die beiden Arten nicht und nennen alle Güter
mit Rivalität und Ausschluss „private Güter“. In der Klausur gilt die Einteilung der
Musterlösung.
Kriterium = Frage, nach der man sortiert · Ausprägung = mögliche Antwort
Jetzt kommt der gepunktete Rahmen. Links in jeder Zeile steht ein Kriterium, rechts
stehen seine Ausprägungen. Eine Ausprägung ist eine der möglichen Antworten, also
eine Gruppe.
Ein Vergleich: Man kann Studierende nach Studiengang sortieren (BWL, Informatik, …) oder
nach Semester (1., 2., …). Es sind dieselben Menschen. Nur der Blickwinkel ist ein
anderer.
So ist es auch hier. Die sechs Kriterien sind
sechs Blickwinkel auf dieselben Güter. Sie bauen nicht aufeinander auf. Ein
Brötchen hat in fast jeder Zeile einen Platz.
Merke: Die Tabelle im Block von Schritt 4 ist zugleich die Merkhilfe. Wer die sechs
Fragen kennt, kann die Zeilen des Schaubilds rekonstruieren.
indifferent: unabhängig · komplementär: ergänzen sich · substitutiv: ersetzen sich
Das erste Kriterium betrachtet immer zwei Güter und fragt: Wie hängen sie zusammen?
-
Indifferente Güter (indifferent = gleichgültig) haben nichts miteinander zu tun.
Ob Sie Zahnpasta kaufen, hat keinen Einfluss darauf, ob Sie einen Fahrradhelm kaufen.
-
Komplementäre Güter (komplementär = ergänzend) werden zusammen genutzt. Ein
Drucker nützt ohne Patrone nichts. Wird der Drucker teurer, kaufen weniger Menschen
einen. Dann werden auch weniger Patronen gekauft.
-
Substitutive Güter (substituieren = ersetzen) erfüllen dasselbe Bedürfnis, also
denselben Wunsch. Man kann das eine statt des anderen nehmen. Wird Butter teurer,
greifen mehr Menschen zu Margarine.
Wichtig: Ein Gut ist nie „an sich“ komplementär. Es ist komplementär zu einem
anderen Gut.
materiell: körperlich · immateriell: nicht körperlich
Substanz heißt hier: Woraus besteht das Gut? Hat es einen Körper oder nicht?
Materielle Güter sind körperlich. Man kann sie anfassen, lagern und transportieren.
Beispiele: Laptop, Brötchen, Mehl. Ein anderes Wort dafür ist Sachgüter.
Immaterielle Güter sind nicht körperlich. Dazu gehören Dienstleistungen,
also Leistungen, die ein Mensch für einen anderen erbringt, etwa ein Haarschnitt oder eine
Nachhilfestunde. Dazu gehören auch Rechte, etwa die Lizenz, ein Programm zu nutzen,
oder ein Patent. Ein Patent ist das Recht, eine Erfindung allein zu nutzen. Eine einzelne
Lizenz steht nur ihrem Käufer zu. Wer keine hat, darf das Programm nicht nutzen. Das ist
rechtliche Exklusivität aus Schritt 3.
Auch immaterielle Güter sind Wirtschaftsgüter: Der Haarschnitt ist knapp, nützt und wird
verkauft.
Inputgüter = Produktionsgüter · Outputgüter = Produkte = Produktionsgüter oder
Konsumgüter
Der Produktionsprozess ist der Vorgang, in dem ein Unternehmen aus Gütern neue
Güter herstellt. Die Bäckerei macht aus Mehl Brötchen. Das Kriterium fragt: Wo steht das
Gut in diesem Vorgang, am Anfang oder am Ende?
Inputgüter (input = Eingabe) gehen in die Herstellung hinein. Die Musterlösung
nennt sie auch Produktionsgüter. In der Bäckerei sind das Mehl, Backofen und die
Arbeit der Bäckerin.
Outputgüter (output = Ausgabe) kommen aus der Herstellung heraus. Sie heißen auch
Produkte. Ein Produkt kann zwei Wege gehen:
-
Ein anderes Unternehmen setzt es wieder ein. Dann ist es ein Produktionsgut. Das
Mehl ist Output der Mühle und Input der Bäckerei.
-
Es landet bei Verbrauchern. Dann ist es ein Konsumgut. Das Brötchen isst die
Studentin.
Merke: Ob ein Gut Produktionsgut oder Konsumgut ist, entscheidet seine Verwendung,
nicht das Gut selbst. Mehl in der Bäckerei ist Produktionsgut. Mehl, das Sie für einen
Kuchen zu Hause kaufen, ist Konsumgut.
Inputgüter → Potenzialfaktoren (mehrmals) · Repetierfaktoren (einmal) · Konsumgüter →
Gebrauchsgüter (mehrmals) · Verbrauchsgüter (einmal)
Das Kriterium fragt: Kann man das Gut mehrmals nutzen, oder ist es nach einer Nutzung weg?
Es teilt zwei Gruppen aus Zeile 3 weiter auf. Deshalb hat das Schaubild hier
Verbindungslinien: von den Inputgütern und von den Konsumgütern.
Inputgüter teilen sich so:
-
Potenzialfaktoren (Potenzial = Leistungsvermögen) geben ihre Leistung über viele
Herstellungsvorgänge ab. Der Backofen backt jeden Tag Brötchen, jahrelang.
-
Repetierfaktoren (repetieren = wiederholen) gehen bei einer Nutzung unter. Das
Mehl steckt danach im Brötchen. Man muss sie immer wieder neu kaufen.
Aus Aufgabe 8 („Betriebswirtschaftliche Produktionsfaktoren nach Gutenberg“): Bei
Gutenberg sind die Repetierfaktoren die Werkstoffe, also Roh- und Hilfsstoffe, und die
Betriebsstoffe wie Strom. Potenzialfaktoren sind die übrigen Betriebsmittel wie Maschinen
und Gebäude und die ausführende Arbeit. Dort steht die Schreibweise „Potentialfaktoren“.
Beide Schreibweisen sind richtig und meinen dasselbe.
Konsumgüter teilen sich genauso, heißen dann aber anders:
- Gebrauchsgüter nutzt man mehrmals: Fahrrad, Waschmaschine, Winterjacke.
- Verbrauchsgüter sind nach der Nutzung weg: Brötchen, Duschgel, Benzin.
Die Produktionsgüter unter den Outputgütern haben keine Linie. So lässt es sich lesen:
Sobald das nächste Unternehmen sie einsetzt, sind sie dort Inputgüter und werden dort als
Potenzial- oder Repetierfaktor eingeordnet.
Nominalgüter: Geld und Ansprüche auf Geld · Realgüter: Sachen, Dienstleistungen und Rechte,
die nicht auf Geld lauten
Eine Geldwirtschaft ist eine Wirtschaft, in der mit Geld bezahlt wird, statt Ware
gegen Ware zu tauschen. So ist es heute überall. Das Kriterium fragt: Ist das Gut Geld
oder nicht?
Nominalgüter sind Geld und Ansprüche auf Geld. „Nominal“ kommt von lateinisch
„nomen“, der Name: Ein 20-Euro-Schein ist so viel wert, wie auf ihm steht. Beispiele:
Bargeld, das Guthaben auf Ihrem Girokonto, 50 €, die Ihnen ein Freund schuldet. Den
Anspruch auf dieses Geld nennt man Forderung.
Realgüter sind alle übrigen Güter: Sachen, Dienstleistungen und Rechte, die nicht
auf Geld lauten. „Real“ kommt von lateinisch „res“, die Sache. Beispiele: Brötchen und
Laptop (Sachen), ein Haarschnitt (Dienstleistung), ein Patent (Recht). Die Forderung über
50 € ist zwar auch ein Recht, sie lautet aber auf Geld. Deshalb ist sie ein Nominalgut.
Warum man das trennt: Mit Nominalgütern bezahlt man, Realgüter nutzt man. Im Tausch
Brötchen gegen Geld wandert ein Realgut in die eine Richtung und ein Nominalgut in die
andere.
meritorisch: Staat will mehr davon · demeritorisch: Staat will weniger davon
Normalerweise entscheidet der Markt, wie viel von einem Gut gekauft wird. Bei manchen
Gütern meint der Staat, dass diese Menge nicht passt. Dann greift er ein. Die Menge ist
also politisch bestimmt.
Meritorische Güter (lateinisch „meritum“ = Verdienst, also: verdienstvoll) würden
ohne den Staat zu wenig genutzt. Viele unterschätzen, wie sehr sie ihnen später nützen.
Beispiel Schulbildung: Es gibt eine Schulpflicht, und öffentliche Schulen kosten kein
Schulgeld. Beispiel Impfungen: Viele sind kostenlos.
Demeritorische Güter („de-“ = weg, das Gegenteil) würden ohne den Staat zu viel
genutzt. Viele unterschätzen den späteren Schaden. Beispiel Zigaretten: Es gibt eine
Tabaksteuer, Werbeverbote und keinen Verkauf an Jugendliche. Beispiel Alkohol:
Jugendschutz und Alkoholsteuer.
Achtung: Meritorisch heißt nicht öffentlich. Ein Platz in einer Schulklasse hat
Rivalität, und eine Privatschule kann Schüler ausschließen, die nicht zahlen. Schulbildung
ist also ein Wirtschaftsgut. Der Staat will nur, dass mehr davon genutzt wird.
ein Gut, sechs Blickwinkel
Dieser Schritt zeigt, dass die sechs Kriterien sechs Blickwinkel auf ein und dasselbe Gut
sind. Nehmen Sie Ihr Fahrrad.
Die Tabelle im Block von Schritt 11 geht alle sechs Zeilen des Schaubilds durch. Zwei
Dinge fallen auf:
-
Bei den Güterbeziehungen kommt es auf das zweite Gut an. Zum Schloss ist das Fahrrad
komplementär, zum Busticket substitutiv, zur Zahnpasta indifferent.
-
Bei der Politik bleibt das Feld leer. Der Staat fördert oder bremst den Kauf eines
privaten Fahrrads im Regelfall nicht besonders. Die meisten Güter sind weder meritorisch
noch demeritorisch. Diese beiden Gruppen sind Sonderfälle.
Und die Verwendung entscheidet mit: Für Sie ist das Fahrrad ein Konsumgut und ein
Gebrauchsgut. Ein Fahrradkurier dagegen setzt es ein, um seine Leistung zu erbringen. Für
ihn ist es ein Inputgut und ein Potenzialfaktor.
Kopf mit Wirtschaftsgütern · sechs Kriterien mit Ausprägungen · zwei Verbindungslinien
Die Antwort ist das Schaubild über den Schritten. Im Block von Schritt 12 steht es zum
Nachlesen als Text.
Merkhilfe: sechs Fragen, von oben nach unten.
- Wie hängt es mit einem anderen Gut zusammen? (Güterbeziehungen)
- Kann man es anfassen? (Substanz)
-
Geht es in die Herstellung hinein oder kommt es heraus? (Stellung im Produktionsprozess)
- Einmal oder mehrmals nutzbar? (Häufigkeit der Nutzbarkeit)
- Geld oder nicht? (Geldwirtschaft)
- Will der Staat mehr oder weniger davon? (politisch bestimmte Gütermengen)
Typische Fehler:
-
Potenzial- und Repetierfaktoren unter die Konsumgüter hängen. Sie gehören zu den
Inputgütern. Unter die Konsumgüter gehören Gebrauchs- und Verbrauchsgüter.
-
komplementär und substitutiv verwechseln. Merkhilfe: Komplementär wie
Kombination (Drucker plus Patrone), substitutiv wie Statt (Margarine
statt Butter).
- Meritorische Güter mit öffentlichen Gütern gleichsetzen (siehe Schritt 10).
-
Nur die sechs Kriterien zeichnen und den Kopf mit Wirtschaftsgütern, freien Gütern und
öffentlichen Gütern weglassen. Er gehört zum Schaubild der Musterlösung.