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BWL · Probeklausur · Aufgabe 21

Was nach Abzug der Schulden übrig bleibt

Drei kurze Fragen zu einem Betrag: dem Reinvermögen. Das ist der Teil des Vermögens, der nach Abzug aller Schulden übrig bleibt. Wir rechnen es an einem kleinen, ausgedachten Fahrradladen aus, finden es in der Bilanz als Eigenkapital wieder und sehen, über welches Konto sich das Eigenkapital im Lauf des Jahres ändert. Rechts steht der ganze Lösungsweg, links die Erklärung zum aktuellen Schritt. Mit → geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.

Schritt 0 Die Aufgabe

21. (05 P)

  1. Wie wird das Reinvermögen ermittelt? (03 P)
  2. Auf welche Position wird das Reinvermögen in die Bilanz übernommen? (01 P)
  3. Nennen Sie das Unterkonto des Eigenkapitals. (01 P)

a) Das Reinvermögen ermitteln

Vermögen minus Schulden, im Inventar

Schritt 1 Woher der Begriff kommt: Inventur und Inventar

Stufe Was passiert
Inventur alles zählen, messen, wiegen und bewerten
Inventar das Ergebnis als ausführliche Liste: A. Vermögen, B. Schulden, C. Ermittlung des Reinvermögens
Bilanz kurze Übersicht in zwei Spalten (Teil b)

Schritt 2 Das Gesamtvermögen

A. Vermögen (Beispiel) Betrag
Geschäftsausstattung (Regale, Werkzeug, Kasse) 25.000 €
Waren (Fahrräder und Ersatzteile im Laden) 35.000 €
Bankguthaben 10.000 €
Gesamtvermögen 70.000 €

Schritt 3 Die Schulden

B. Schulden (Beispiel) Betrag
Bankdarlehen 30.000 €
Lieferantenschulden (noch nicht bezahlte Rechnungen) 10.000 €
Schulden insgesamt 40.000 €

Schritt 4 Das Reinvermögen berechnen

C. Ermittlung des Reinvermögens: das Schema der Musterlösung, daneben das Beispiel
   Gesamtvermögen 70.000 €
./. Schulden 40.000 €
= Reinvermögen (= Eigenkapital) 30.000 €
Reinvermo¨gen=Gesamtvermo¨gen−Schulden=70.000−40.000=30.000 Euro\text{Reinvermögen} = \text{Gesamtvermögen} - \text{Schulden} = 70.000 - 40.000 = 30.000 \ \text{Euro}

b) Die Position in der Bilanz

derselbe Betrag, ein anderer Name

Schritt 5 Die Bilanz: zwei Seiten, eine Summe

AktivaBilanz (Beispiel)Passiva
Geschäftsausstattung25.000
Waren35.000
Bankguthaben10.000
 70.000
Eigenkapital30.000
Bankdarlehen30.000
Lieferantenschulden10.000
 70.000
Bankdarlehen und Lieferantenschulden heißen in der Bilanz zusammen Fremdkapital.

Schritt 6 Das Reinvermögen wird zum Eigenkapital

Die Bilanz-Gleichung, einmal umgestellt, ist die Rechnung aus Teil a
Vermo¨gen=Eigenkapital+Fremdkapital∣−FremdkapitalEigenkapital=Vermo¨gen−Fremdkapital=70.000−40.000=30.000 Euro\begin{aligned} \text{Vermögen} &= \text{Eigenkapital} + \text{Fremdkapital} &&\mid -\text{Fremdkapital} \\ \text{Eigenkapital} &= \text{Vermögen} - \text{Fremdkapital} \\ &= 70.000 - 40.000 = 30.000 \ \text{Euro} \end{aligned}
im Inventar in der Bilanz Betrag
Gesamtvermögen Aktiva (Vermögen) 70.000 €
Schulden Fremdkapital 40.000 €
Reinvermögen Eigenkapital 30.000 €

c) Das Unterkonto des Eigenkapitals

wie sich das Eigenkapital im Lauf des Jahres ändert

Schritt 7 Warum das Eigenkapital Unterkonten braucht

Vorfall im Fahrradladen (Beispiel) Art Wirkung auf das Eigenkapital
Miete für den Laden bezahlt Aufwand sinkt
Löhne an die Mitarbeiter bezahlt Aufwand sinkt
Fahrräder an Kunden verkauft Ertrag steigt

Solche Vorfälle bucht man nicht direkt auf das Eigenkapitalkonto, sondern auf eigene Aufwands- und Ertragskonten. Sie sind Unterkonten des Eigenkapitals.

Schritt 8 Das GuV-Konto sammelt Aufwand und Ertrag

SollGuV-Konto (Beispiel)Haben
Aufwendungen15.000
Gewinn (Saldo)5.000
 20.000
Erträge20.000
 
 20.000
Gewinn ausrechnen, ins Eigenkapital übernehmen, mit Teil a prüfen
Gewinn=Ertra¨ge−Aufwendungen=20.000−15.000=5.000 EuroEigenkapital neu=30.000+5.000=35.000 EuroProbe:  Vermo¨gen−Schulden=75.000−40.000=35.000 Euro\begin{aligned} \text{Gewinn} &= \text{Erträge} - \text{Aufwendungen} = 20.000 - 15.000 = 5.000 \ \text{Euro} \\ \text{Eigenkapital neu} &= 30.000 + 5.000 = 35.000 \ \text{Euro} \\ \text{Probe:}\ \ \text{Vermögen} - \text{Schulden} &= 75.000 - 40.000 = 35.000 \ \text{Euro} \end{aligned}

Schritt 9 Ergebnis

✓a) Gesamtvermögen ./. Schulden = Reinvermögen (= Eigenkapital)
✓b) Das Reinvermögen steht in der Bilanz als Eigenkapital (auf der Passivseite).
✓c) Unterkonto des Eigenkapitals: das Gewinn- und Verlustkonto (GuV-Konto)

Im Beispiel: 70.000 € Vermögen minus 40.000 € Schulden ergeben 30.000 € Reinvermögen. Dieselben 30.000 € stehen in der Bilanz als Eigenkapital. Macht der Laden 5.000 € Gewinn, kommt dieser über das GuV-Konto ins Eigenkapital, das dann 35.000 € beträgt.