Hier rechnet man mit Zahlenpaaren, die nur aus den Zahlen 0, 1 und 2 bestehen. Gerechnet wird „auf einer Uhr mit drei Stunden“: Nach der 2 kommt wieder die 0. Du bestimmst zuerst, aus welchen Zahlen die Paare gebaut sind (der Körper), rechnest dann mit ihnen und prüfst am Ende drei Mengen von Paaren auf lineare Unabhängigkeit. Rechts steht der ganze Lösungsweg, links die Erklärung zum aktuellen Schritt. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.
Die Aufgabe
Sei M die Menge aller 2-Tupel (Zahlenpaare) M=Z3×Z3. Seien a,b∈M.
a=(a1a2),b=(b1b2).
Klar, dass ai,bi∈Z3 gilt. Die Menge M bildet mit der Addition und der Skalarmultiplikation einen Vektorraum V, λ∈Z3:
a+b=(a1+b1a2+b2),λ⋅a=(λ⋅a1λ⋅a2)
a) Geben Sie den zugrunde liegenden Zahlenkörper K explizit an. b) Erklären Sie die Addition und die Multiplikation auf K.
Im Folgenden werden die Elemente betrachtet:
a1=(21),a2=(10),a3=(12)
c) Berechnen Sie a1+a2 und 2a1. d) Prüfen Sie folgende Vektorenmengen auf lineare Unabhängigkeit: {a1,a2}, {a2,a3}, {a1,a2,a3}.
Gegeben ist die Menge M aller Zahlenpaare, deren beiden Zahlen aus Z3 stammen. Was Z3 ist, klären wir in Teil a). Die Paare werden komponentenweise addiert und mit einer Zahl λ multipliziert. So wird M zu einem Vektorraum V.
Aus Ü2 A1 („Vektorraum-Axiome an 2×2-Matrizen prüfen“): Ein Vektorraum ist eine Menge von Vektoren, die man addieren und mit Zahlen (Skalaren) aus einem Körper multiplizieren kann. Dabei gelten feste Rechenregeln, die Axiome.
Gesucht ist in vier Teilen:
a) Aus welcher Zahlenmenge kommen die Skalare? Das ist der Körper K.
b) Wie rechnet man in K: wie wird addiert, wie multipliziert?
c) Zwei konkrete Rechnungen mit den Vektoren a1 und a2.
d) Sind drei Mengen von Vektoren linear unabhängig? Das heißt: Lässt sich kein Vektor der Menge aus den anderen zusammenbauen?
Zur Schreibweise: In der Aufgabe heißen die beiden Zahlen eines Vektors a auch a1 und a2. Ab Teil c) heißen die drei ganzen Vektoren ebenfalls a1, a2, a3. In Teil c) und d) ist mit a1, a2, a3 immer ein ganzer Vektor gemeint.
Merke: In Z3 rechnet man wie gewohnt und nimmt am Ende den Rest bei Division durch 3. So bleibt jedes Ergebnis eine der Zahlen 0, 1, 2.
Der Körper steht in der Aufgabe: K = ℤ₃
Skalare und Einträge kommen aus derselben Menge
λ∈Z3⟹K=Z3
Ein Vektorraum braucht zwei Dinge: Vektoren und Skalare. Ein Skalar ist eine einzelne Zahl, mit der man einen Vektor multipliziert, hier λ. Die Skalare kommen aus einer Zahlenmenge, die man Körper nennt.
Ein Körper K ist eine Zahlenmenge, in der man addieren, subtrahieren, multiplizieren und durch jede Zahl außer 0 teilen kann, mit den üblichen Rechenregeln. Die reellen Zahlen R sind ein Beispiel.
In der Aufgabe steht λ∈Z3. Also stammen die Skalare aus Z3. Auch die Einträge der Vektoren sind Elemente von Z3. Damit ist der Körper bestimmt. Was genau in Z3 steckt, zeigt der nächste Schritt.
Die Elemente von ℤ₃ aufschreiben
Die Zahlen von 3 bis 6 und ihr Rest bei Division durch 3
3456=1⋅3+0=1⋅3+1=1⋅3+2=2⋅3+0⇒3=0⇒4=1⇒5=2⇒6=0
Antwort auf a)
K=Z3={0,1,2}
Z3 sind die Reste bei Division durch 3. Teilt man eine ganze Zahl durch 3, bleibt als Rest 0, 1 oder 2. Einen anderen Rest gibt es nicht. Darum hat Z3 genau drei Elemente.
Zwei ganze Zahlen mit demselben Rest zählen als dieselbe Zahl in Z3. Die 3 hat Rest 0, also ist 3=0. Die 4 hat Rest 1, also ist 4=1. In der Grafik ist das ein Kreis: nach der 2 geht es bei der 0 weiter.
Merke: In Z3 ist 3=0. Jede Zahl wird durch ihren Rest bei Division durch 3 ersetzt.
Noch 11 Schritte bis zum Ergebnis
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