studyklar
LAG · Übungsblatt 3 · Aufgabe 2

Dimension, Basis und Komplement eines Unterraums im ℝ³

Im Raum R3\mathbb{R}^3 ist eine Ebene durch eine einzige Bedingung beschrieben: x=yx = y. Eine solche Ebene durch den Ursprung ist ein Beispiel für einen Unterraum: eine Teilmenge, in der man addieren und mit Zahlen malnehmen kann, ohne sie zu verlassen. Auch Geraden durch den Ursprung sind Unterräume. Wir lernen, wie man die Größe eines Unterraums misst (Dimension), ihn mit wenigen Pfeilen beschreibt (Basis) und den restlichen Raum dazu ergänzt (Komplement). Der ganze Lösungsweg steht offen da, die Erklärung gehört jeweils zum aktuellen Schritt. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.

Die Aufgabe

Die Menge U⊂R3U \subset \mathbb{R}^3 mit

U={(xyz) | x,y,z∈R, x=y}U = \left\{ \begin{pmatrix} x \\ y \\ z \end{pmatrix} \,\middle|\, x, y, z \in \mathbb{R},\ x = y \right\}

bildet einen Untervektorraum von V.

  1. Welche Dimension hat U?
  2. Geben Sie eine Basis von U an.
  3. Ergänzen Sie Ihre Basis von U zu einer Basis von V.
  4. Geben Sie den zu U komplementären Unterraum U_c an.

Gegeben ist die Menge UU aller Vektoren (x,y,z)(x, y, z) im Raum, bei denen die erste und die zweite Zahl gleich sind, also x=yx = y. Die Aufgabe sagt, dass UU ein Unterraum ist: eine Teilmenge, in der man Vektoren addieren und mit Zahlen malnehmen kann, ohne UU zu verlassen. Das müssen wir nicht beweisen.

VV kommt in der Aufgabe nicht vor. Gemeint ist der ganze Raum, V=R3V = \mathbb{R}^3. In der Mengenschreibweise steht „R“ statt R\mathbb{R}; auch das ist gemeint.

Gesucht sind: die Dimension von UU, eine Basis von UU, eine Basis des ganzen Raums, die diese Basis enthält, und ein Unterraum UcU_c, der UU zum ganzen Raum ergänzt.

Merke: Eine Basis ist eine kleinste Menge von Vektoren, aus denen sich jeder Vektor des Raums auf genau eine Weise zusammensetzen lässt. Die Dimension ist die Zahl dieser Vektoren.

So gehen wir vor:

  1. Teil a): sehen, wie viele Zahlen in U frei wählbar sind. Das ist die Dimension.
  2. Teil b): jeden Vektor aus UU aus festen Pfeilen zusammensetzen und prüfen, dass die Pfeile unabhängig sind. Das ist die Basis.
  3. Teil c): einen dritten Pfeil wählen, der nicht in U liegt, und prüfen.
  4. Teil d): eine Gerade angeben, die UU zum Raum ergänzt, und das begründen.

Die Vektoren von U aufschreiben

Ersetzen von y durch x
(xyz) mit x=y⟹(xxz)\begin{pmatrix} x \\ y \\ z \end{pmatrix} \text{ mit } x = y \quad\Longrightarrow\quad \begin{pmatrix} x \\ x \\ z \end{pmatrix}

Ein Vektor (x,y,z)(x, y, z) gehört genau dann zu UU, wenn seine erste und seine zweite Zahl gleich sind. Die dritte Zahl ist nicht eingeschränkt.

Deshalb können wir ersetzen: Wo yy steht, schreiben wir xx. Ein Vektor aus UU hat also die Form (x,x,z)(x, x, z).

Beispiele: (1,1,0)(1, 1, 0) und (5,5,−2)(5, 5, -2) liegen in UU. Der Vektor (1,0,0)(1, 0, 0) liegt nicht in UU, weil 1≠01 \neq 0 ist.

Freie Zahlen zählen: Dimension 2

Zwei freie Zahlen
3⏟x, y, z−1⏟x=y=2\underbrace{3}_{x,\,y,\,z} - \underbrace{1}_{x = y} = 2

Vorläufig: dim⁡U=2\dim U = 2. Die Bestätigung durch eine Basis folgt in b).

In (x,x,z)(x, x, z) dürfen wir xx frei wählen und zz frei wählen. Zwei Zahlen sind frei, die zweite Zahl folgt aus xx. Der Raum R3\mathbb{R}^3 hat drei freie Zahlen; die eine Bedingung x=yx = y nimmt eine davon weg.

Die Dimension ist die Zahl der Vektoren in einer Basis. Dass hier genau zwei Vektoren reichen und nicht weniger, zeigen wir in Teil b) mit einer Basis. Die Grafik stimmt dazu: UU ist eine Ebene, und eine Ebene hat zwei Richtungen.

Noch 9 Schritte bis zum Ergebnis
Den ganzen Lösungsweg sehen Studierende und Lehrende der HS KL. Registriere dich mit deiner Adresse @stud.hs-kl.de oder @hs-kl.de, dann geht es hier direkt weiter.

Der Raum mit der Ebene U

alles ist von Anfang an eingezeichnet

Abbildung 1Der Raum mit der Ebene U

alles ist von Anfang an eingezeichnet

UU_cb₁b₂c
Legendegerade gemeintDie Ebene U, ihre Basis b₁, b₂, der Ergänzungsvektor c und die Gerade U_c.