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LAG · Übungsblatt 4 · Aufgabe 8

Gleichungssysteme als Weg entlang der Spalten

Ein Gleichungssystem mit einer Matrix AA hat eine geometrische Bedeutung: Die zwei Spalten von AA sind zwei Pfeile in der Ebene. Wir suchen, wie weit wir entlang des ersten und des zweiten Pfeils gehen müssen, um einen vorgegebenen Punkt PP zu erreichen. Drei Matrizen zeigen drei Fälle: Der Weg ist eindeutig, es gibt unendlich viele Wege, oder PP ist unerreichbar. Der ganze Lösungsweg steht offen da, die Erklärung gehört jeweils zum aktuellen Schritt. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.

Die Aufgabe

Gegeben seien die drei linearen Gleichungssysteme (LGS)

(I)A⋅λ=[212−2](λ1λ2)=P=(41),\text{(I)}\quad A\cdot\lambda = \begin{bmatrix} 2 & 1 \\ 2 & -2 \end{bmatrix} \begin{pmatrix} \lambda_1 \\ \lambda_2 \end{pmatrix} = P = \begin{pmatrix} 4 \\ 1 \end{pmatrix},
(II)A⋅λ=[221/21/2](λ1λ2)=P=(41) und\text{(II)}\quad A\cdot\lambda = \begin{bmatrix} 2 & 2 \\ 1/2 & 1/2 \end{bmatrix} \begin{pmatrix} \lambda_1 \\ \lambda_2 \end{pmatrix} = P = \begin{pmatrix} 4 \\ 1 \end{pmatrix} \text{ und}
(III)A⋅λ=[2121](λ1λ2)=P=(41).\text{(III)}\quad A\cdot\lambda = \begin{bmatrix} 2 & 1 \\ 2 & 1 \end{bmatrix} \begin{pmatrix} \lambda_1 \\ \lambda_2 \end{pmatrix} = P = \begin{pmatrix} 4 \\ 1 \end{pmatrix}.

Das System beschreibt, wie durch die Linearkombinationen der Spalten der Matrix A der Vektor P∈R2P\in\mathbb{R}^2 dargestellt werden kann. Man kann dies auch geometrisch deuten: Wie weit muss man entlang der Wegrichtungen, die durch die Spalten von A gegeben sind, jeweils „gehen“, um den Punkt P zu erreichen.

Führen Sie die Teilaufgaben a) bis c) jeweils einzeln für die drei LGS (I), (II) und (III) durch, d.h. es entstehen z.B. zu a) drei Skizzen.

  1. Stellen Sie die Spalten der Matrix A und den Punkt P grafisch dar.
  2. Sind die Spalten von A eine Basis des R2\mathbb{R}^2?
  3. Lösen Sie das LGS und stellen Sie die o.g. Linearkombination grafisch dar.

Ein Gleichungssystem (LGS, kurz für lineares Gleichungssystem) hat hier die Form A⋅λ=PA \cdot \lambda = P. AA ist eine Tabelle von Zahlen (eine Matrix) mit zwei Zeilen und zwei Spalten. λ\lambda ist der gesuchte Vektor mit den zwei Unbekannten λ1\lambda_1 und λ2\lambda_2. PP ist ein Punkt der Ebene, der Vektor (4,1)(4, 1).

Das Produkt A⋅λA \cdot \lambda bedeutet: λ1\lambda_1 mal die erste Spalte plus λ2\lambda_2 mal die zweite Spalte. Eine solche Summe aus Vielfachen heißt Linearkombination. Als Weg gelesen: λ1\lambda_1 Schritte entlang der ersten Spalte, danach λ2\lambda_2 Schritte entlang der zweiten. Wir fragen, ob dieser Weg bei PP endet.

Gesucht ist für jedes der drei Systeme: die Skizze der Spalten und von PP (a), die Antwort, ob die Spalten eine Basis bilden (b), und die Lösung mit gezeichnetem Weg (c).

Merke: A⋅λ=PA \cdot \lambda = P lösen heißt, PP als Linearkombination der Spalten von AA zu schreiben. Die Lösung ist die Anleitung „λ1\lambda_1 mal Spalte 1 plus λ2\lambda_2 mal Spalte 2“.

So gehen wir bei jedem System vor:

  1. Teil a): Spalten und P ablesen und einzeichnen.
  2. Teil b): prüfen, ob die zwei Spalten eine Basis bilden.
  3. Teil c): die zwei Gleichungen aufstellen, lösen und den Weg einzeichnen.

Die Aufgabe verlangt je System eine Skizze für a) und eine für c). Wir zeichnen beides in eine Skizze je System und arbeiten die Systeme nacheinander durch.

(I) a): Spalten und P einzeichnen

Die Spalten von A aus System (I)
A=[212−2]⇒a1=(22),a2=(1−2),P=(41)A = \begin{bmatrix} 2 & 1 \\ 2 & -2 \end{bmatrix} \quad\Rightarrow\quad a_1 = \begin{pmatrix} 2 \\ 2 \end{pmatrix},\quad a_2 = \begin{pmatrix} 1 \\ -2 \end{pmatrix}, \quad P = \begin{pmatrix} 4 \\ 1 \end{pmatrix}

Eingezeichnet: a1a_1 von (0,0)(0, 0) nach (2,2)(2, 2), a2a_2 von (0,0)(0, 0) nach (1,−2)(1, -2), dazu der Punkt PP bei (4,1)(4, 1).

Die Spalten von AA sind die senkrecht untereinander stehenden Zahlen. Wir nennen sie a1a_1 (erste Spalte) und a2a_2 (zweite Spalte). Jede Spalte ist ein Pfeil vom Ursprung (0,0)(0, 0): Die obere Zahl ist der Weg nach rechts, die untere der Weg nach oben (negativ heißt nach unten).

Bei (I) ist a1a_1 der Pfeil zwei nach rechts und zwei nach oben, a2a_2 der Pfeil eins nach rechts und zwei nach unten. P=(4,1)P = (4, 1) ist ein Punkt: vier nach rechts, eins nach oben.

(I) b): Bilden die Spalten eine Basis?

Ist a₁ ein Vielfaches von a₂? Beide Zeilen müssen mit demselben k gehen
(22)=k(1−2)  ⇒  2=k⋅1  ⇒  k=22=k⋅(−2)=2⋅(−2)=−4(falsch)\begin{pmatrix} 2 \\ 2 \end{pmatrix} = k \begin{pmatrix} 1 \\ -2 \end{pmatrix} \;\Rightarrow\; \begin{aligned} 2 &= k \cdot 1 \;\Rightarrow\; k = 2 \\ 2 &= k \cdot (-2) = 2 \cdot (-2) = -4 \quad \text{(falsch)} \end{aligned}

Antwort: Ja, die Spalten von AA in (I) sind eine Basis des R2\mathbb{R}^2.

Eine Basis des R2\mathbb{R}^2 besteht aus zwei Vektoren, die linear unabhängig sind: Keiner ist ein Vielfaches des anderen. Dann zeigen sie in verschiedene Richtungen, und jeder Punkt der Ebene lässt sich als Linearkombination der beiden schreiben, auf genau einem Weg.

Aus Ü2 A4 („Lineare Unabhängigkeit im ℝ³ prüfen“): Zwei Vektoren sind linear unabhängig, wenn keiner ein Vielfaches des anderen ist.

Beide Pfeile sind nicht der Nullpfeil; dann genügt eine Richtung: Wäre a2=m⋅a1a_2 = m \cdot a_1, dann auch a1=(1/m)⋅a2a_1 = (1/m) \cdot a_2. \1 Die obere Zeile verlangt 2=k⋅12 = k \cdot 1, also k=2k = 2. Die untere Zeile verlangt dann 2=2⋅(−2)=−42 = 2 \cdot (-2) = -4. Das stimmt nicht. Die Spalten sind also nicht parallel. In der Zeichnung zeigt die gestrichelte Gerade durch a1a_1: a2a_2 liegt nicht auf ihr.

Noch 16 Schritte bis zum Ergebnis
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System (I) in der Ebene

Spalten von A als Pfeile, Punkt P, Weg

Abbildung 1System (I) in der Ebene

Spalten von A als Pfeile, Punkt P, Weg

a₁a₂P = (4, 1)
Legendein diesem Schritt gemeintDie Spalten von A als Pfeile vom Ursprung und der Punkt P = (4, 1).