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LAG · Übungsblatt 6 · Aufgabe 1

Lineare Abbildung: Matrix, Kern, Bild, Umkehrung

Eine Abbildung ff macht aus jedem Vektor des Raums einen neuen Vektor. Hier wird sie in vier Teilen untersucht: Ist sie linear? Welche Matrix gehört zu ihr? Welche Vektoren werden auf die Null geschickt, und welche Vektoren werden überhaupt getroffen? Und lässt sich die Abbildung umkehren? Der ganze Lösungsweg steht offen da, die Erklärung gehört jeweils zum aktuellen Schritt. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.

Die Aufgabe

Sei f:R3→R3f: \mathbb{R}^3 \to \mathbb{R}^3 die Abbildung mit

f(xyz)=(x−z3x+yy).f\begin{pmatrix} x \\ y \\ z \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} x - z \\ 3x + y \\ y \end{pmatrix}.
  1. Zeigen Sie, dass f linear ist.
  2. Geben Sie die der Abbildung zugeordnete Matrix A an.
  3. Bestimmen Sie Kern(f) und Bild(f).
  4. Ist f invertierbar? Falls ja, wie lautet die Umkehrabbildung f−1f^{-1} und die Matrix A−1A^{-1}? Falls nein, warum nicht?

Gegeben ist eine Abbildung ff. Sie nimmt einen Vektor mit drei Zahlen xx, yy, zz und gibt einen neuen Vektor mit drei Zahlen zurück. Die drei neuen Zahlen entstehen aus den alten durch einfache Rechnungen: x−zx - z, 3x+y3x + y und yy.

Zu ff gibt es vier Fragen. Bei Teil b) brauchen wir den Begriff „Matrix zu ff“, bei Teil c) „Kern“ und „Bild“, bei Teil d) „Umkehrabbildung“. Jeder Begriff wird erklärt, bevor wir ihn benutzen.

Merke: Eine lineare Abbildung ist durch eine Matrix AA bestimmt: f(v)=A vf(v) = A\,v. Kern, Bild und Umkehrbarkeit lassen sich dann mit dem Gauß-Algorithmus an AA ablesen.

So gehen wir vor:

  1. Teil a): die zwei Regeln der Linearität nachrechnen.
  2. Teil b): die Bilder der drei Einheitsvektoren bestimmen und als Spalten schreiben.
  3. Teil c): den Kern lösen, den Rang mit Gauß bestimmen, daraus das Bild ablesen.
  4. Teil d): bijektiv prüfen, AA mit Gauß-Jordan invertieren, f−1f^{-1} aufschreiben.

Was „linear“ bedeutet

Additivität (für alle u, v)
f(u+v)=f(u)+f(v)f(u + v) = f(u) + f(v)
Homogenität (für alle u und alle Zahlen λ)
f(λu)=λ f(u)f(\lambda u) = \lambda\, f(u)

Eine Abbildung heißt linear, wenn sie mit dem Addieren und mit dem Vervielfachen von Vektoren verträglich ist. Dafür gibt es zwei Regeln, jeweils für alle Vektoren uu, vv und alle reellen Zahlen λ\lambda:

  • Additivität: Erst addieren, dann abbilden, ergibt dasselbe wie erst abbilden, dann addieren.
  • Homogenität: Erst mit λ\lambda vervielfachen, dann abbilden, ergibt dasselbe wie erst abbilden, dann vervielfachen.

Die Musterlösung fasst beide Regeln in einer Gleichung zusammen: f(λu1+u2)=λf(u1)+f(u2)f(\lambda u_1 + u_2) = \lambda f(u_1) + f(u_2). Mit λ=1\lambda = 1 folgt daraus die Additivität. Mit u2=0u_2 = 0 steht dort f(λu1)=λf(u1)+f(0)f(\lambda u_1) = \lambda f(u_1) + f(0). Aus der Additivität folgt f(0)=f(0+0)=f(0)+f(0)f(0) = f(0 + 0) = f(0) + f(0), also f(0)=0f(0) = 0. Damit gilt auch die Homogenität. Wir rechnen die zwei Regeln einzeln, so sieht man jede für sich.

Dazu nehmen wir zwei beliebige Vektoren u=(x1,y1,z1)Tu = (x_1, y_1, z_1)^T und v=(x2,y2,z2)Tv = (x_2, y_2, z_2)^T und eine beliebige Zahl λ\lambda. „Beliebig“ heißt: Wir setzen keine konkreten Zahlen ein, damit die Rechnung für jeden Vektor gilt.

Additivität nachrechnen

Links: erst addieren, dann f anwenden
f(u+v)=f(x1+x2y1+y2z1+z2)=((x1+x2)−(z1+z2)3(x1+x2)+(y1+y2)y1+y2)f(u+v) = f\begin{pmatrix} x_1 + x_2 \\ y_1 + y_2 \\ z_1 + z_2 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} (x_1 + x_2) - (z_1 + z_2) \\ 3(x_1 + x_2) + (y_1 + y_2) \\ y_1 + y_2 \end{pmatrix}
Rechts: erst f anwenden, dann addieren
f(u)+f(v)=(x1−z13x1+y1y1)+(x2−z23x2+y2y2)=((x1−z1)+(x2−z2)(3x1+y1)+(3x2+y2)y1+y2)f(u) + f(v) = \begin{pmatrix} x_1 - z_1 \\ 3x_1 + y_1 \\ y_1 \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} x_2 - z_2 \\ 3x_2 + y_2 \\ y_2 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} (x_1 - z_1) + (x_2 - z_2) \\ (3x_1 + y_1) + (3x_2 + y_2) \\ y_1 + y_2 \end{pmatrix}
Komponente für Komponente gleich
(x1+x2)−(z1+z2)=(x1−z1)+(x2−z2)3(x1+x2)+(y1+y2)=3x1+3x2+y1+y2=(3x1+y1)+(3x2+y2)y1+y2=y1+y2\begin{aligned} (x_1 + x_2) - (z_1 + z_2) &= (x_1 - z_1) + (x_2 - z_2) \\ 3(x_1 + x_2) + (y_1 + y_2) &= 3x_1 + 3x_2 + y_1 + y_2 = (3x_1 + y_1) + (3x_2 + y_2) \\ y_1 + y_2 &= y_1 + y_2 \end{aligned}

Also gilt f(u+v)=f(u)+f(v)f(u+v) = f(u) + f(v).

Wir berechnen beide Seiten getrennt und vergleichen. Links: Erst die Vektoren addieren (komponentenweise), dann ff anwenden. Dabei setzen wir in die Formel von ff für xx den Wert x1+x2x_1 + x_2 ein, für yy den Wert y1+y2y_1 + y_2 und für zz den Wert z1+z2z_1 + z_2.

Rechts: Erst f(u)f(u) und f(v)f(v) einzeln bestimmen, dann addieren.

Beide Seiten sind gleich. Der Grund: In jeder Komponente stehen nur Vielfache von xx, yy, zz, ohne eine einzelne Zahl dazu. Solche Ausdrücke darf man beim Addieren auseinanderziehen (Ausmultiplizieren und Umsortieren).

Noch 12 Schritte bis zum Ergebnis
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Die Matrix zu f

so, wie sie im aktuellen Schritt aussieht

Abbildung 1Die Matrix zu f

so, wie sie im aktuellen Schritt aussieht

Matrix A von f
1
0
−1
3
1
0
0
1
0
Legendegerade gemeintDie Matrix A gehört zu f. Sie entsteht in Teil b); davor wird nur mit der Formel von f gerechnet.