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LAG · Übungsblatt 6 · Aufgabe 4

Kern und Bild einer linearen Abbildung

Eine lineare Abbildung ff macht aus Vektoren neue Vektoren. Gesucht sind zwei Mengen: der Kern (alle Vektoren, die ff auf den Nullvektor abbildet) und das Bild (alle Vektoren, die ff überhaupt als Ergebnis liefert). Der Weg: aus den drei gegebenen Bildern eine Matrix bauen, mit dem Gauß-Verfahren den Kern bestimmen und aus den Spalten das Bild ablesen. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.

Die Aufgabe

Bestimmen Sie Kern und Bild der linearen Abbildung f ⁣:R3→R3f\colon \mathbb{R}^3\to\mathbb{R}^3, von der man folgendes weiß:

f(100)=(−102),f(010)=(164),f(001)=(33−3)f\begin{pmatrix}1\\0\\0\end{pmatrix} = \begin{pmatrix}-1\\0\\2\end{pmatrix},\quad f\begin{pmatrix}0\\1\\0\end{pmatrix} = \begin{pmatrix}1\\6\\4\end{pmatrix},\quad f\begin{pmatrix}0\\0\\1\end{pmatrix} = \begin{pmatrix}3\\3\\-3\end{pmatrix}

Von einer linearen Abbildung f ⁣:R3→R3f\colon \mathbb{R}^3 \to \mathbb{R}^3 kennen wir nur drei Werte: die Bilder der drei Einheitsvektoren e1=(1,0,0)T,  e2=(0,1,0)T,  e3=(0,0,1)Te_1 = (1,0,0)^T,\; e_2 = (0,1,0)^T,\; e_3 = (0,0,1)^T. Das reicht, denn jeder Vektor ist eine Kombination der Einheitsvektoren und ff ist linear (Schritt 1).

Gesucht sind der Kern und das Bild von ff. Beide erklären wir, bevor wir sie benutzen. Die Musterlösung nennt nur den Kern; das Bild rechnen wir zusätzlich.

Merke: Der Kern gehört zur Eingabeseite (Vektoren, die verschwinden), das Bild zur Ausgabeseite (Vektoren, die herauskommen). Beide enthalten immer den Nullvektor. Je nach Abbildung sind sie nur der Nullpunkt, eine Gerade durch den Nullpunkt, eine Ebene durch den Nullpunkt oder der ganze Raum.
  1. Die Matrix aus den drei Bildern bauen.
  2. Den Kern als Lösungsmenge eines Gleichungssystems schreiben und mit Gauß lösen.
  3. Das Bild aus den Spalten der Matrix bestimmen.
  4. Probe machen und mit der Dimensionsformel prüfen (sie wird in Schritt 10 erklärt).

Die Matrix aus den Bildern bauen

Linearität: f auf jeden Summanden anwenden
f(x)=x1 f(e1)+x2 f(e2)+x3 f(e3)f(x) = x_1\, f(e_1) + x_2\, f(e_2) + x_3\, f(e_3)
Die Bilder werden die Spalten von A
A=(−11306324−3)A = \begin{pmatrix} -1 & 1 & 3 \\ 0 & 6 & 3 \\ 2 & 4 & -3 \end{pmatrix}

Die Spalten nennen wir a1=(−102),  a2=(164),  a3=(33−3)a_1 = \begin{pmatrix}-1\\0\\2\end{pmatrix},\; a_2 = \begin{pmatrix}1\\6\\4\end{pmatrix},\; a_3 = \begin{pmatrix}3\\3\\-3\end{pmatrix}.

Aus Ü6 A1 („Lineare Abbildung: Matrix, Kern, Bild, Umkehrung“): Eine Abbildung ff ist linear, wenn f(u+v)=f(u)+f(v)f(u+v) = f(u) + f(v) und f(λu)=λf(u)f(\lambda u) = \lambda f(u) gilt.

Ein Vektor x=(x1,x2,x3)Tx = (x_1, x_2, x_3)^T lässt sich schreiben als x=x1e1+x2e2+x3e3x = x_1 e_1 + x_2 e_2 + x_3 e_3. Weil ff linear ist, darf man ff auf jeden Summanden einzeln anwenden und Zahlen vor ff ziehen. So ist f(x)f(x) aus den drei gegebenen Bildern bestimmt.

Schreibt man die drei Bilder als Spalten nebeneinander, entsteht eine Matrix AA. Dann gilt f(x)=A xf(x) = A\,x: Das Produkt A xA\,x bedeutet x1x_1 mal Spalte 1, plus x2x_2 mal Spalte 2, plus x3x_3 mal Spalte 3. Das ist genau die Formel oben.

Kern heißt: Ax = 0 lösen

Das Gleichungssystem Ax = 0 als erweiterte Matrix (rechts vom Strich die 0), Zeilen I, II, III
IIIIII(−1130063024−30)−x1+x2+3x3=06x2+3x3=02x1+4x2−3x3=0\begin{array}{c}\text{I}\\\text{II}\\\text{III}\end{array}\left(\begin{array}{ccc|c} -1 & 1 & 3 & 0 \\ 0 & 6 & 3 & 0 \\ 2 & 4 & -3 & 0 \end{array}\right) \qquad \begin{aligned} -x_1 + x_2 + 3x_3 &= 0 \\ 6x_2 + 3x_3 &= 0 \\ 2x_1 + 4x_2 - 3x_3 &= 0 \end{aligned}

Der Kern von ff besteht aus allen Vektoren xx, die ff auf den Nullvektor abbildet, also f(x)=0f(x) = 0. Mit der Matrix aus Schritt 1 ist das die Gleichung A x=0A\,x = 0.

Ausgeschrieben sind das drei Gleichungen für die drei Unbekannten x1,x2,x3x_1, x_2, x_3. Solche Systeme löst das Gauß-Verfahren.

Aus Ü5 A1 („Gleichungssystem mit dem Gauß-Algorithmus lösen“): Zeilenumformungen (eine Zeile mit einer Zahl malnehmen oder ein Vielfaches einer Zeile zu einer anderen addieren) ändern die Lösungsmenge nicht. Ziel ist eine Stufenform: Jede Zeile beginnt weiter rechts als die vorige.
Noch 10 Schritte bis zum Ergebnis
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Eingabe-Raum

Vektoren, die in f hineingehen

Abbildung 1Eingabe-Raum

Vektoren, die in f hineingehen

Kerne₁e₂e₃(5, −1, 2)
Legendehervorgehoben: in diesem Schritt gemeintZu sehen sind die Einheitsvektoren und die Gerade, die am Ende der Kern ist.