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LAG · Übungsblatt 8 · Aufgabe 2

Determinante einer 4×4-Matrix: Entwicklung und Gauß

Gesucht ist die Determinante einer 4×4-Matrix. Das ist eine einzelne Zahl, die man aus den 16 Einträgen der Matrix ausrechnet. Wir rechnen sie zweimal aus: zuerst rekursiv mit dem Entwicklungssatz, dann zur Kontrolle mit dem Gauß-Algorithmus. Rechts stehen die Matrizen, links der Lösungsweg. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.

Die Aufgabe

a) Berechnen Sie

det⁡(123456701−2010401−1)\det\begin{pmatrix}1&2&3&4\\5&6&7&0\\1&-20&1&0\\4&0&1&-1\end{pmatrix}

mit der Leibniz-Formel rekursiv.

b) Kontrollieren Sie Ihr Ergebnis mit dem Gauß-Algorithmus.

Die Determinante det(A) einer quadratischen Matrix A ist eine Kennzahl der Matrix: eine einzige Zahl. Sie ist genau dann ungleich null, wenn die Matrix den vollen Rang hat (Skript, Kapitel 5). Der Rang einer 4×4-Matrix ist die Zahl ihrer linear unabhängigen Zeilen. Voller Rang heißt Rang 4: Keine Zeile lässt sich aus den anderen Zeilen zusammensetzen.

Das Skript nennt den Entwicklungssatz von Laplace auch „Leibniz-Formel in der Form des Laplace’schen Entwicklungssatzes“. Gemeint ist ein rekursives Verfahren: Eine 4×4-Determinante wird auf 3×3-Determinanten zurückgeführt, diese auf 2×2-Determinanten. Eine 2×2-Determinante kann man direkt ausrechnen. Gemeint ist hier nicht die Summe über alle 24 (= 4·3·2·1) möglichen Anordnungen der Spaltennummern 1 bis 4, die die Leibniz-Formel im Original verwendet.

Merke: Rekursiv heißt: dieselbe Regel immer wieder anwenden, bis die Matrix so klein ist, dass man sie direkt ausrechnen kann (hier 2×2).

Der Weg:

  1. Den Entwicklungssatz aufschreiben und eine Spalte mit vielen Nullen wählen.
  2. Die 4×4-Determinante auf zwei 3×3-Determinanten zurückführen (zwei Terme sind null).
  3. Jede 3×3-Determinante auf 2×2-Determinanten zurückführen und ausrechnen.
  4. Alles zusammensetzen: Das ergibt det(A).
  5. Zur Kontrolle A mit dem Gauß-Algorithmus auf Dreiecksform bringen und die Diagonale multiplizieren.

Der Entwicklungssatz

Entwicklung nach der j-ten Spalte (Skript, Kapitel 5.1)
det⁡(A)=∑i=1n(−1)i+j⋅aij⋅det⁡(Aij)\det(A)=\sum_{i=1}^{n}(-1)^{i+j}\cdot a_{ij}\cdot\det(A_{ij})
Entwicklung nach der i-ten Zeile
det⁡(A)=∑j=1n(−1)i+j⋅aij⋅det⁡(Aij)\det(A)=\sum_{j=1}^{n}(-1)^{i+j}\cdot a_{ij}\cdot\det(A_{ij})
Ende der Rekursion bei 2×2
det⁡(abcd)=a⋅d−b⋅c\det\begin{pmatrix}a&b\\c&d\end{pmatrix}=a\cdot d-b\cdot c

Der Entwicklungssatz führt eine n×n-Determinante auf mehrere (n−1)×(n−1)-Determinanten zurück. Dabei steht aija_{ij} für die Zahl in Zeile ii und Spalte jj. AijA_{ij} ist die Matrix, die übrig bleibt, wenn man Zeile ii und Spalte jj aus A streicht.

Der Faktor (−1)i+j(-1)^{i+j} ist das Vorzeichen: plus, wenn i+ji+j gerade ist, minus, wenn es ungerade ist. Das Zeichen ∑\sum heißt: Addiere die Terme für i=1,2,…,ni=1,2,\dots,n. Bei n=4n=4 sind das vier Terme, einer je Zeile ii. Man darf die Zeile oder Spalte, nach der man entwickelt, frei wählen. Das Ergebnis ist immer dasselbe.

Merke: Bei 2×2 hört das Verfahren auf, dort gilt det⁡(abcd)=a⋅d−b⋅c\det\begin{pmatrix}a&b\\c&d\end{pmatrix}=a\cdot d-b\cdot c.

Spalte 4 wählen

Die Matrix A mit der gewählten Spalte 4
A=(123456701−2010401−1)A=\begin{pmatrix}1&2&3&\mathbf{4}\\5&6&7&\mathbf{0}\\1&-20&1&\mathbf{0}\\4&0&1&\mathbf{-1}\end{pmatrix}
Vorzeichen in Spalte 4
(−1)1+4=−1,(−1)2+4=+1,(−1)3+4=−1,(−1)4+4=+1(-1)^{1+4}=-1,\quad(-1)^{2+4}=+1,\quad(-1)^{3+4}=-1,\quad(-1)^{4+4}=+1

Ein Term mit aij=0a_{ij}=0 ist null, egal wie groß die Determinante daneben ist. Für ihn muss man nichts ausrechnen. Darum wählt man die Zeile oder Spalte mit den meisten Nullen.

In A hat Spalte 4 zwei Nullen (Zeilen 2 und 3). Wir entwickeln also nach Spalte 4 (j=4j=4). Die vier Vorzeichen (−1)i+4(-1)^{i+4} für i=1,2,3,4i=1,2,3,4 stehen unten.

Zeilen zählen wir von oben: Zeile 1, 2, 3, 4. Im Gauß-Teil b) heißen sie auch I, II, III, IV.

Noch 15 Schritte bis zum Ergebnis
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Die Matrizen

A und die beiden Teilmatrizen B und C

Abbildung 1Die Matrizen

A und die beiden Teilmatrizen B und C

A (4×4)
1234
5670
1−2010
401−1
B: A ohne Zeile 1, Spalte 4
567
1−201
401
C: A ohne Zeile 4, Spalte 4
123
567
1−201
Legendegerade gemeint12 durchgestrichen = mit der Zeile oder Spalte gestrichen; blasse Zahl = Null, Term fällt wegDie Matrix A mit ihren Teilmatrizen.