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LAG · Übungsblatt 9 · Aufgabe 3

Matrix diagonalisieren: drei Beweise zu Eigenwerten

Eine Matrix AA hat nn verschiedene Eigenwerte. Schreibt man ihre Eigenvektoren als Spalten in eine neue Matrix B‾′\underline{B}', dann wird B‾′−1⋅A⋅B‾′\underline{B}'^{-1} \cdot A \cdot \underline{B}' eine Diagonalmatrix: Auf der Diagonale stehen die Eigenwerte, sonst nur Nullen. Das ist Teil a). Daraus folgen zwei Sätze: b) Die Eigenwerte hängen nicht von der Basis ab. c) Die Determinante ist das Produkt der Eigenwerte. Rechts baut sich jeder Beweis Zeile für Zeile auf. Ein Beispiel mit einer 2×2-Matrix rechnet jeden Teil mit Zahlen nach. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran.

Die Aufgabe

Sei i.F. zur Vereinfachung BB die Basis des kartesischen Koordinatensystems des Rn\mathbb{R}^n. Die Darstellungsmatrix AA der linearen Abbildung f:Rn→Rnf: \mathbb{R}^n \to \mathbb{R}^n habe nn unterschiedliche, reelle Eigenwerte λ1,λ2…λn\lambda_1, \lambda_2 \ldots \lambda_n. Wählt man eine neue Basis B′B' so, dass diese aus den Eigenvektoren gebildet werden, dann ist die zugehörige Matrix B‾′\underline{B}' die Matrix mit den Eigenvektoren als Spalten, also B‾′=[EV1,EV2…EVn]\underline{B}' = [EV_1, EV_2 \ldots EV_n].

a) Zeigen Sie, dass die Basistransformation A′=B‾′−1⋅A⋅B‾′A' = \underline{B}'^{-1} \cdot A \cdot \underline{B}' zu der Diagonalmatrix A′=diag⁡(λ1,λ2…λn)A' = \operatorname{diag}(\lambda_1, \lambda_2 \ldots \lambda_n) führt. Das nennt man Matrixdiagonalisierung.

b) Hängen die Eigenwerte von der gewählten Basis B′B' ab? Beweisen Sie Ihre Aussage.

c) Beweisen Sie den Satz, dass die Determinante einer Matrix gleich dem Produkt ihrer Eigenwerte ist, also det⁡(A)=∏i=1nλi\det(A) = \prod_{i=1}^{n} \lambda_i.

„i.F.“ heißt „im Folgenden“. AA ist eine n×nn \times n-Matrix (nn Zeilen, nn Spalten). Sie beschreibt die lineare Abbildung ff in den gewohnten Koordinaten (Basis BB aus den Einheitsvektoren).

Eine Zahl λ\lambda (griechisch „lambda“) ist ein Eigenwert von AA, wenn es einen Vektor v≠0v \neq 0 gibt mit A⋅v=λ⋅vA \cdot v = \lambda \cdot v. Der Vektor vv heißt Eigenvektor zum Eigenwert λ\lambda: AA streckt ihn nur, um den Faktor λ\lambda.

Aus Ü9 A1 („Eigenwerte der transponierten und der inversen Matrix“): Die Eigenwerte von AA sind genau die Nullstellen des charakteristischen Polynoms det⁡(A−λE)\det(A - \lambda E). EE ist die Einheitsmatrix (Einsen auf der Diagonale, sonst Nullen). Beispiel dort: A=(4123)A = \begin{pmatrix} 4 & 1 \\ 2 & 3 \end{pmatrix} hat die Eigenwerte 2 und 5.

Schreibweise: Die Eigenvektoren heißen im Original EViEV_i, wir schreiben kurz viv_i. Es gilt also A⋅vi=λi⋅viA \cdot v_i = \lambda_i \cdot v_i und vi≠0v_i \neq 0. Unterstrichen B‾′\underline{B}' ist die Matrix mit diesen Vektoren als Spalten, ohne Strich B′B' die Basis selbst. diag⁡(λ1,…,λn)\operatorname{diag}(\lambda_1, \ldots, \lambda_n) ist die Diagonalmatrix mit λ1,…,λn\lambda_1, \ldots, \lambda_n auf der Diagonale und sonst Nullen. Wir nennen sie kurz DD.

Der Weg:

  1. a) A⋅B‾′=B‾′⋅DA \cdot \underline{B}' = \underline{B}' \cdot D Spalte für Spalte zeigen (Schritte 1–3).
  2. a) Hilfssatz: Eigenvektoren zu verschiedenen Eigenwerten sind linear unabhängig. Darum gibt es B‾′−1\underline{B}'^{-1} (Schritte 4–7).
  3. a) Mit B‾′−1\underline{B}'^{-1} von links multiplizieren, dann das Beispiel (Schritte 8–11).
  4. b) Antwort: Nein. Beweis über das charakteristische Polynom, dann das Beispiel (Schritte 12–16).
  5. c) Mit a) und Ü8 A4 die Determinante ausrechnen, dann das Beispiel (Schritte 17–21).
Merke: A⋅vi=λi⋅viA \cdot v_i = \lambda_i \cdot v_i für jede Spalte zusammen ergibt die Matrixgleichung A⋅B‾′=B‾′⋅DA \cdot \underline{B}' = \underline{B}' \cdot D. Alles andere folgt daraus.

A · B′ Spalte für Spalte

Matrixprodukt spaltenweise
A⋅B‾′=A⋅[ v1, v2, …, vn ]=[ Av1, Av2, …, Avn ]A \cdot \underline{B}' = A \cdot [\,v_1,\ v_2,\ \ldots,\ v_n\,] = [\,A v_1,\ A v_2,\ \ldots,\ A v_n\,]

Ziel ist eine Aussage über B‾′−1⋅A⋅B‾′\underline{B}'^{-1} \cdot A \cdot \underline{B}'. Wir fangen mit dem Teil an, über den wir etwas wissen: AA mal die Eigenvektoren. Das steckt in A⋅B‾′A \cdot \underline{B}'.

Regel für das Matrixprodukt: Spalte jj von A⋅MA \cdot M ist AA mal Spalte jj von MM. Grund: Der Eintrag in Zeile ii, Spalte jj von A⋅MA \cdot M ist Zeile ii von AA mal Spalte jj von MM. Genau so entsteht auch der ii-te Eintrag von AA mal Spalte jj. Die Spalten von B‾′\underline{B}' sind v1,…,vnv_1, \ldots, v_n.

In jeder Spalte die Eigenwertgleichung einsetzen

Definition des Eigenvektors, Spalte für Spalte
[ Av1, Av2, …, Avn ]=[ λ1v1, λ2v2, …, λnvn ][\,A v_1,\ A v_2,\ \ldots,\ A v_n\,] = [\,\lambda_1 v_1,\ \lambda_2 v_2,\ \ldots,\ \lambda_n v_n\,]

Jedes vjv_j ist ein Eigenvektor zum Eigenwert λj\lambda_j. Nach der Definition gilt A⋅vj=λj⋅vjA \cdot v_j = \lambda_j \cdot v_j. Wir ersetzen jede Spalte. Jetzt steht keine Matrix AA mehr da, nur Zahlen mal Eigenvektoren.

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Beweis: A · B′ = B′ · D

Zeile für Zeile, am Pfeil der Grund

Abbildung 1a) Spalte für Spalte: A · B′ = B′ · D

die Eigenwertgleichung für alle Eigenvektoren auf einmal

  1. A⋅vi=λi⋅vi, vi≠0(i=1,…,n)A \cdot v_i = \lambda_i \cdot v_i,\ v_i \neq 0 \quad (i = 1, \ldots, n)Voraussetzung
  2. Spalte j von A · B′ ist A mal Spalte j von B′
    A⋅B‾′=[ Av1, Av2, …, Avn ]A \cdot \underline{B}' = [\,A v_1,\ A v_2,\ \ldots,\ A v_n\,]
  3. Eigenwertgleichung in jeder Spalte
    =[ λ1v1, λ2v2, …, λnvn ]= [\,\lambda_1 v_1,\ \lambda_2 v_2,\ \ldots,\ \lambda_n v_n\,]
  4. Spalte j von B′ · D ist λⱼ · vⱼ
    =B‾′⋅D= \underline{B}' \cdot Dgezeigt
Legende gerade gemeint Ziel (gezeigt)Beweis von A · B′ = B′ · D.