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Statistik · Übungsblatt 4 · Aufgabe 4

Geschlecht und Kaufhäufigkeit: bedingte Verteilungen

Ein Unternehmen hat 16 Kunden befragt: wie oft sie gekauft haben und welches Geschlecht sie haben. Hängt die Kaufhäufigkeit vom Geschlecht ab? Dazu wird die Liste in eine Tabelle ausgezählt, in Anteile umgerechnet und Gruppe für Gruppe verglichen. Alles wird von Hand gerechnet, mit der Schreibweise der Vorlesung. Der ganze Lösungsweg steht offen da, die Erklärung gehört jeweils zum aktuellen Schritt. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.

Die Aufgabe

Aufgabe 4

Ein Unternehmen möchte wissen, ob es ein Zusammenhang zwischen Geschlecht und Kaufhäufigkeit besteht. Hierfür hat es 16 Kunden befragt. Der erste Befragte hat beispielsweise zweimal gekauft und war männlich. Alle 16 verbundenen Beobachtungswerte sind in folgender Tabelle dargestellt.

iixix_i (Kaufhäufigkeit)yiy_i (Geschlecht)
12männlich
23männlich
32weiblich
43weiblich
51weiblich
62männlich
73weiblich
82männlich
92männlich
101weiblich
113weiblich
122weiblich
131männlich
143männlich
153weiblich
161weiblich
  1. Erstellen Sie die Kontingenztabelle mit absoluten Häufigkeiten.
  2. Erstellen Sie die Kontingenztabelle mit relativen Häufigkeiten und geben auch die Randverteilungen an.
  3. Erstellen Sie die bedingte Häufigkeitsverteilung von Y.
  4. Erstellen Sie die bedingte Häufigkeitsverteilung von X.
  5. Sind die Merkmale statistisch abhängig oder unabhängig? Begründen Sie Ihre Antwort.

In eigenen Worten: Von jedem der 16 Kunden kennt man zwei Angaben: die Zahl seiner Käufe (1, 2 oder 3) und sein Geschlecht. Die Liste soll in Tabellen gebracht werden. Dann wird verglichen: Kaufen Männer anders oft als Frauen?

  • a) zählen, wie oft jede Kombination vorkommt (absolute Häufigkeiten);
  • b) dieselbe Tabelle in Anteilen an allen 16 Kunden, mit den Summen am Rand;
  • c) innerhalb jeder Kaufhäufigkeit: Anteil Männer und Frauen;
  • d) innerhalb jedes Geschlechts: Anteil mit 1, 2 und 3 Käufen;
  • e) entscheiden, ob die beiden Merkmale zusammenhängen.

Zum Text: „ob es ein Zusammenhang“ heißt „ob es einen Zusammenhang“ gibt; der Wortlaut bleibt stehen.

Der Weg:

  1. Die Merkmale benennen (Schritt 1).
  2. a) Die Liste auszählen und die Summen bilden (Schritte 2 und 3).
  3. b) Durch 16 teilen und die Randverteilungen ablesen (Schritte 4 und 5).
  4. c) und d) Durch die Zeilen- bzw. Spaltensumme teilen (Schritte 6 und 7).
  5. e) Die Verteilungen vergleichen und gegenprüfen (Schritte 8 und 9).
Merke: Bei einer bedingten Verteilung teilt man nicht durch alle 16, sondern durch die Größe der Gruppe, die als Bedingung feststeht.

Zwei Merkmale, ihre Ausprägungen und die Schreibweise

MerkmalAusprägungenin der Tabelle
xx: Kaufhäufigkeitx1=1, x2=2, x3=3x_1 = 1,\ x_2 = 2,\ x_3 = 3Zeilen
yy: Geschlechty1y_1 = männlich, y2y_2 = weiblichSpalten
Bezeichnungen der Vorlesung
nij=Anzahl der Kunden mit xi und yjn_{ij} = \text{Anzahl der Kunden mit } x_i \text{ und } y_j
ni⋅=Zeilensumme,n⋅j=Spaltensumme,n=16n_{i\cdot} = \text{Zeilensumme}, \quad n_{\cdot j} = \text{Spaltensumme}, \quad n = 16

Ein Merkmal ist eine Eigenschaft, die man an jedem Kunden feststellt. Hier gibt es zwei: xx = Kaufhäufigkeit und yy = Geschlecht. Die möglichen Werte heißen Ausprägungen: bei xx die Zahlen 1, 2 und 3, bei yy „männlich“ und „weiblich“.

Aus Blatt 1, Aufgabe 1 („Skalenniveaus: Urlaubsort bis Flugangst“): Ein nominales Merkmal hat nur Namen als Ausprägungen, ohne Reihenfolge. Ein metrisches Merkmal hat Zahlen, mit denen man rechnen kann. Das Geschlecht ist nominal, die Kaufhäufigkeit metrisch (eine Anzahl).

Die Vorlesung nummeriert die Ausprägungen. x1=1x_1 = 1, x2=2x_2 = 2, x3=3x_3 = 3 sind die Kaufhäufigkeiten, y1y_1 = männlich und y2y_2 = weiblich.

Achtung, zwei Bedeutungen des Index: In der Liste der Aufgabe zählt ii die Kunden (1 bis 16), xix_i ist dort der Wert von Kunde ii. Ab jetzt, in der Tabelle, zählt ii die Zeilen (1 bis 3) und jj die Spalten (1 bis 2).

Eine Tabelle, die zählt, wie oft jede Kombination zweier Merkmale vorkommt, heißt Kontingenztabelle. Hier: die Kaufhäufigkeiten als Zeilen, die Geschlechter als Spalten, also 3 · 2 = 6 Felder.

In der Grafik sind die drei Zeilen oben als Balken gezeichnet, die zwei Spalten unten.

Die Liste Kunde für Kunde auszählen

Kaufhäufigkeitmännlich: Kundenweiblich: Kunden
1135, 10, 16
21, 6, 8, 93, 12
32, 144, 7, 11, 15
Nummern je Feld zählen
n11=1,n12=3n_{11} = 1, \quad n_{12} = 3
n21=4,n22=2n_{21} = 4, \quad n_{22} = 2
n31=2,n32=4n_{31} = 2, \quad n_{32} = 4
Probe: jeder Kunde genau einmal
1+3+4+2+2+4=16=n1 + 3 + 4 + 2 + 2 + 4 = 16 = n

Jeder Kunde gehört in genau ein Feld: Zeile = seine Kaufhäufigkeit, Spalte = sein Geschlecht. Kunde 1 hat zweimal gekauft und ist männlich, er kommt in das Feld „2 Käufe, männlich“.

Am sichersten geht man die Liste einmal von oben nach unten durch und notiert die Kundennummer im passenden Feld. Am Ende zählt man die Nummern je Feld. Die Zahl in einem Feld heißt absolute Häufigkeit nijn_{ij}.

Der Doppelindex liest sich „Zeile ii, Spalte jj“: n21=4n_{21} = 4 heißt, 4 Kunden haben zweimal gekauft und sind männlich.

In der Grafik ist der Balken „1 Kauf“ farbig: ein Mann (Kunde 13), drei Frauen (Kunden 5, 10, 16).

Noch 8 Schritte bis zum Ergebnis
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Anteile je Gruppe

oben je Kaufhäufigkeit, unten je Geschlecht

Abbildung 1Anteile je Gruppe

oben je Kaufhäufigkeit, unten je Geschlecht

je Kaufhäufigkeit: männlich | weiblich1 Kauf (4)mw1/43/42 Käufe (6)mw4/62/63 Käufe (6)mw2/64/6gestrichelt: Rand, 7/16 männlichje Geschlecht: 1× | 2× | 3× gekauftmännlich (7)1×1/72×4/73×2/7weiblich (9)1×3/92×2/93×4/9gestrichelt: Rand, 4/16 | 6/16 | 6/161 Kauf, männlich: ohne Zusammenhang 1,75, beobachtet 1
Legendegerade gemeintOben ein Balken je Kaufhäufigkeit, aufgeteilt in männlich (m) und weiblich (w). Unten ein Balken je Geschlecht, aufgeteilt nach der Zahl der Käufe (1×, 2×, 3×). Jeder Balken ist 100 % seiner Gruppe. Die Anteile erscheinen in dem Schritt, der sie berechnet.