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Statistik · Übungsblatt 7 · Aufgabe 14

Alter an zwei Campus: Zweistichprobentest

An zwei Campus der Hochschule wurde das Alter von je 25 Studenten erfragt. In Zweibrücken sind sie im Mittel 20,8 Jahre alt, in Kaiserslautern 22,3 Jahre. Die Aufgabe fragt, ob dieser Unterschied auch für alle Studenten der beiden Standorte gilt oder Zufall sein kann. Gerechnet wird mit den Formeln und der t-Tabelle der Formelsammlung. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.

Die Aufgabe

Aufgabe 14

Es werden zwei unabhängige Stichproben der Umfänge n1=25n_1 = 25 und n2=25n_2 = 25 aus den Studenten/innen am Campus Zweibrücken und Kaiserslautern gezogen und das Alter ermittelt. Als Durchschnittsalter erhält man xˉ1=20,8\bar{x}_1 = 20{,}8 und xˉ2=22,3\bar{x}_2 = 22{,}3. Die Varianzen sind 4 bzw. 8. Es ist zu testen, ob die Mittelwerte beider Grundgesamtheiten, die als näherungsweise normalverteilt angesehen werden können, sich signifikant unterscheiden. Das Signifikanzniveau beträgt 1%.

In eigenen Worten: Zwei Gruppen von je 25 Studenten, an jedem Campus eine. Die Gruppen bestehen aus verschiedenen Personen, sie sind also unabhängige Stichproben. Die Mittelwerte unterscheiden sich um 1,5 Jahre. Geprüft wird, ob das an den Stichproben liegt oder ob sich auch die Grundgesamtheiten unterscheiden, also alle Studenten beider Standorte.

Zweibrücken (1)Kaiserslautern (2)
Umfang n2525
Mittelwert xˉ\text{Mittelwert } \bar{x}20,822,3
Varianz s2\text{Varianz } s^248

„Unterscheiden sich“ hat keine Richtung. Darum wird zweiseitig getestet. Das Niveau ist mit 1 % streng.

Merke: Ein Zweistichprobentest teilt den Unterschied der Mittelwerte durch seinen Standardfehler. Ist dieser Quotient groß genug, ist der Unterschied signifikant.

Der Weg: die 5 Testschritte. Hypothesen und Niveau (Schritt 1), Standardfehler und Prüfwert (Schritte 2 und 3), kritischer Wert (Schritt 4), Vergleich (Schritt 5). Zum Schluss eine Ergänzung: was bei 5 % herauskäme (Schritt 6).

Testschritte 1 und 2: Hypothesen und Signifikanzniveau

Hypothesen
H0 ⁣:μ1=μ2H1 ⁣:μ1≠μ2H_0\!: \mu_1 = \mu_2 \qquad H_1\!: \mu_1 \neq \mu_2
Signifikanzniveau, zweiseitig
α=0,011−α2=1−0,005=0,995\alpha = 0{,}01 \qquad 1 - \frac{\alpha}{2} = 1 - 0{,}005 = 0{,}995

Testschritt 1: Hypothesen. μ\mu („mü“) ist der Mittelwert der Grundgesamtheit: μ1\mu_1 das Durchschnittsalter aller Studenten in Zweibrücken, μ2\mu_2 in Kaiserslautern. Die Nullhypothese H0H_0 sagt „kein Unterschied“, die Alternativhypothese H1H_1 sagt „es gibt einen Unterschied“, in beliebiger Richtung.

Testschritt 2: Signifikanzniveau. α\alpha ist die Wahrscheinlichkeit, H0H_0 abzulehnen, obwohl sie stimmt. Hier α=1 %\alpha = 1\,\%. Zweiseitig verteilt sich α auf beide Ränder: je 0,5 %. Darum gilt später die Spalte 1−α/2=0,9951 - \alpha/2 = 0{,}995.

Testschritt 3a: Standardfehler des Unterschieds

Formelsammlung: unabhängige Messungen, gleiche Gruppengröße n
σ^xˉ1−xˉ2=s12+s22n\hat{\sigma}_{\bar{x}_1-\bar{x}_2} = \sqrt{\frac{s_1^2 + s_2^2}{n}}
Eingesetzt
σ^xˉ1−xˉ2=4+825=1225=0,48=0,6928\hat{\sigma}_{\bar{x}_1-\bar{x}_2} = \sqrt{\frac{4 + 8}{25}} = \sqrt{\frac{12}{25}} = \sqrt{0{,}48} = 0{,}6928

Bevor man den Prüfwert berechnen kann, braucht man den Standardfehler des Unterschieds. Er sagt, um wie viel die Differenz zweier Stichprobenmittelwerte typischerweise vom wahren Unterschied abweicht.

Aus Blatt 7, Aufgabe 12 („Raumtemperatur: abhängige und unabhängige Stichproben“): Bei unabhängigen Stichproben gleicher Größe nn gilt σ^=(sA2+sB2)/n\hat{\sigma} = \sqrt{(s_A^2 + s_B^2)/n}. Dort waren es 5 Patienten je Gruppe.

Hier sind beide Gruppen gleich groß, n=25n = 25. Die Varianzen 4 und 8 sind gegeben, man muss sie nicht erst ausrechnen. Die Formel setzt voraus, dass beide Grundgesamtheiten gleich stark streuen. So steht es in der Formelsammlung, und die Aufgabe fragt nicht danach.

Noch 5 Schritte bis zum Ergebnis
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t-Verteilung

48 Freiheitsgrade, zweiseitig, α = 1 %

Abbildung 1t-Verteilung

48 Freiheitsgrade, zweiseitig, α = 1 %

−4−3−2−101234Prüfwert tDichte, wenn H₀ stimmt0,5 %0,5 %−2,7042,704t = −2,165ablehnenH₀ annehmenablehnenhäufigster Wert: 0±2,021 bei α = 5 %
Legenderot: Randzone, hier lehnt der Test H₀ absenkrechte Linie: berechneter Prüfwertt-Verteilung mit 48 Freiheitsgraden.