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Statistik · Übungsblatt 1 · Aufgabe 5

Mietpreise: relative Häufigkeiten und Verteilungsfunktion

Eine Tabelle sagt, wie viele von 300 Wohnungen in welche Preisklasse fallen. Daraus werden hier Anteile, aufsummierte Anteile und zwei Zeichnungen: Säulen für die Verteilung auf die Klassen und eine Linie, die für jeden Mietpreis den Anteil der Wohnungen bis zu diesem Preis zeigt. Rechts steht der ganze Lösungsweg, links die Erklärung zum aktuellen Schritt. Mit Weiter geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.

Die Aufgabe

Die beigefügte Tabelle basiert auf einer statistischen Analyse des Mietpreises von 300 Drei-Zimmer-Wohnungen in guter Wohnlage, die in 2006 auf dem Hamburger Wohnungsmarkt angeboten wurden:

Mietpreis (EUR/qm)Anzahl
5 bis unter 796
7 bis unter 9126
9 bis unter 1178
  1. Ergänzen Sie die relativen Häufigkeiten und die Summenhäufigkeiten für obige Tabelle.
  2. Stellen Sie die Häufigkeitsverteilung graphisch dar.
  3. Stellen Sie die empirische Verteilungsfunktion graphisch dar.

a) Häufigkeiten und Summenhäufigkeiten

die Tabelle um vier Spalten ergänzen

Die Tabelle lesen: Merkmal und Klassen

Die drei Klassen: untere Grenze gehört dazu, obere nicht
K1=[5; 7),K2=[7; 9),K3=[9; 11)in Euro/qmK_1 = [5;\ 7), \qquad K_2 = [7;\ 9), \qquad K_3 = [9;\ 11) \quad \text{in Euro/qm}
Klassenbreite = obere Grenze minus untere Grenze
7−5=9−7=11−9=2 Euro/qm7 - 5 = 9 - 7 = 11 - 9 = 2\ \text{Euro/qm}

KjK_j ist die Klasse Nummer jj, gezählt von oben nach unten in der Tabelle. njn_j ist die Anzahl der Wohnungen in Klasse jj, die absolute Häufigkeit: n1=96n_1 = 96, n2=126n_2 = 126, n3=78n_3 = 78.

Probe: Ergeben die Anzahlen 300?

Die absoluten Häufigkeiten addiert
n=∑j=13nj=n1+n2+n3=96+126+78=300n = \sum_{j=1}^{3} n_j = n_1 + n_2 + n_3 = 96 + 126 + 78 = 300

Relative Häufigkeiten: Anzahl durch 300

Relative Häufigkeit: Anteil der Klasse i an allen n Wohnungen
fj=njnf_j = \frac{n_j}{n}
Für die drei Klassen eingesetzt
f1=96300=0,32,f2=126300=0,42,f3=78300=0,26f_1 = \frac{96}{300} = 0{,}32, \qquad f_2 = \frac{126}{300} = 0{,}42, \qquad f_3 = \frac{78}{300} = 0{,}26
Probe: Die Anteile ergeben zusammen 1
f1+f2+f3=0,32+0,42+0,26=1f_1 + f_2 + f_3 = 0{,}32 + 0{,}42 + 0{,}26 = 1

Absolute Summenhäufigkeiten: von oben aufaddieren

Absolute Summenhäufigkeit: alle Anzahlen bis einschließlich Klasse i
Nj=n1+n2+⋯+nj=∑m=1jnmN_j = n_1 + n_2 + \dots + n_j = \sum_{m=1}^{j} n_m
Schritt für Schritt: immer die nächste Anzahl dazu
N1=n1=96N2=N1+n2=96+126=222N3=N2+n3=222+78=300=n\begin{aligned} N_1 &= n_1 = 96 \\ N_2 &= N_1 + n_2 = 96 + 126 = 222 \\ N_3 &= N_2 + n_3 = 222 + 78 = 300 = n \end{aligned}

Relative Summenhäufigkeiten: Summe durch 300

Relative Summenhäufigkeit: Anteil bis einschließlich Klasse i
Fj=NjnF_j = \frac{N_j}{n}
Eingesetzt
F1=96300=0,32,F2=222300=0,74,F3=300300=1F_1 = \frac{96}{300} = 0{,}32, \qquad F_2 = \frac{222}{300} = 0{,}74, \qquad F_3 = \frac{300}{300} = 1
Probe über die relativen Häufigkeiten aus Schritt 3
0,32+0,42=0,74,0,74+0,26=10{,}32 + 0{,}42 = 0{,}74, \qquad 0{,}74 + 0{,}26 = 1
Die ergänzte Tabelle: Antwort auf a)
Mietpreis (Euro/qm)njn_jfjf_jNjN_jFjF_j
5 bis unter 7960,32960,32
7 bis unter 91260,422220,74
9 bis unter 11780,263001,00
Summe3001,00

njn_j = absolute Häufigkeit, fjf_j = relative Häufigkeit, NjN_j = absolute Summenhäufigkeit, FjF_j = relative Summenhäufigkeit. Die Spalten NjN_j und FjF_j haben keine Summe: Aufaddierte Werte noch einmal zu addieren ergibt keinen Sinn.

b) Die Häufigkeitsverteilung zeichnen

Säulen ohne Lücke, Höhe = relative Häufigkeit

Welches Diagramm? Gleiche Klassenbreiten

Säulenhöhen: die relativen Häufigkeiten aus Schritt 3
[5; 7) ⁣:0,32,[7; 9) ⁣:0,42,[9; 11) ⁣:0,26[5;\ 7)\!: 0{,}32, \qquad [7;\ 9)\!: 0{,}42, \qquad [9;\ 11)\!: 0{,}26

Auch richtig: die Häufigkeitsdichte als Höhe. Sie gibt die gleiche Form, nur die Achse ist anders beschriftet:

Häufigkeitsdichte = relative Häufigkeit geteilt durch die Klassenbreite
0,322=0,16,0,422=0,21,0,262=0,13je Euro/qm\frac{0{,}32}{2} = 0{,}16, \qquad \frac{0{,}42}{2} = 0{,}21, \qquad \frac{0{,}26}{2} = 0{,}13 \quad \text{je Euro/qm}

Die Säulen auf Papier zeichnen und deuten

Die größte relative Häufigkeit
max⁡(f1,f2,f3)=max⁡(0,32; 0,42; 0,26)=0,42=f2\max(f_1, f_2, f_3) = \max(0{,}32;\ 0{,}42;\ 0{,}26) = 0{,}42 = f_2

c) Die empirische Verteilungsfunktion zeichnen

Anteil der Wohnungen bis zu einem Preis x, als Linienzug

Was F(x) ist und wo wir es kennen

Empirische Verteilungsfunktion: Anteil der Wohnungen mit Mietpreis höchstens x
F(x)=Anzahl der Wohnungen mit Mietpreis≤xnF(x) = \frac{\text{Anzahl der Wohnungen mit Mietpreis} \le x}{n}
Bekannte Punkte: an jeder oberen Klassengrenze die relative Summenhäufigkeit
F(5)≈0,F(7)≈0,32,F(9)≈0,74,F(11)=1F(5) \approx 0, \quad F(7) \approx 0{,}32, \quad F(9) \approx 0{,}74, \quad F(11) = 1
Außerhalb aller Klassen
F(x)=0 fu¨r x<5,F(x)=1 fu¨r x≥11F(x) = 0 \ \text{für}\ x < 5, \qquad F(x) = 1 \ \text{für}\ x \ge 11

Zwischen den Grenzen: Punkte geradlinig verbinden

Die Ecken des Linienzugs (Mietpreis; Anteil)
(5; 0)  →  (7; 0,32)  →  (9; 0,74)  →  (11; 1)(5;\ 0) \;\to\; (7;\ 0{,}32) \;\to\; (9;\ 0{,}74) \;\to\; (11;\ 1)
Anstieg je Klasse = relative Häufigkeit der Klasse
0,32−0=0,32=f1,0,74−0,32=0,42=f2,1−0,74=0,26=f30{,}32 - 0 = 0{,}32 = f_1, \qquad 0{,}74 - 0{,}32 = 0{,}42 = f_2, \qquad 1 - 0{,}74 = 0{,}26 = f_3

Ergänzung: Anteil unter 8 Euro/qm ablesen

Allgemein: geradlinig innerhalb der Klasse j
F(x)≈Fj−1+fjxjo−xju⋅(x−xju)F(x) \approx F_{j-1} + \frac{f_j}{x_j^o - x_j^u} \cdot (x - x_j^u)
Für x = 8 in Klasse 2: untere Grenze 7, obere Grenze 9, F₁ = 0,32
F(8)≈F1+f29−7⋅(8−7)F(8) \approx F_1 + \frac{f_2}{9 - 7} \cdot (8 - 7)
Eingesetzt
F(8)≈0,32+0,422⋅1=0,32+0,21=0,53F(8) \approx 0{,}32 + \frac{0{,}42}{2} \cdot 1 = 0{,}32 + 0{,}21 = 0{,}53

Ergebnis

a) Relative Häufigkeiten fj=0,32; 0,42; 0,26f_j = 0{,}32;\ 0{,}42;\ 0{,}26, absolute Summenhäufigkeiten Nj=96; 222; 300N_j = 96;\ 222;\ 300, relative Summenhäufigkeiten Fj=0,32; 0,74; 1F_j = 0{,}32;\ 0{,}74;\ 1.
b) Säulendiagramm ohne Zwischenraum über [5; 7)[5;\ 7), [7; 9)[7;\ 9), [9; 11)[9;\ 11) mit den Höhen 0,32, 0,42 und 0,26 (oder als Dichte 0,16, 0,21 und 0,13 je Euro/qm).
c) Linienzug: 0 bis 5 Euro/qm, dann geradlinig durch (7; 0,32), (9; 0,74) bis (11; 1), danach 1.

Plausibilität: Die Anteile ergeben 1, die letzte Summenhäufigkeit ist 300 bzw. 1. Die Linie steigt nie ab und endet bei 1. Jeder Anstieg ist so groß wie die Säule darunter. Das Ablesen bei 8 Euro/qm (Schritt 10) gibt 0,53, zwischen 0,32 und 0,74, wie es sein muss.

Der Weg in Kürze: Gesamtzahl prüfen, durch 300 teilen, aufaddieren, Säulen über die Klassen zeichnen, Punkte an den oberen Grenzen setzen und verbinden.

Typische Fehler: Den Punkt F1=0,32F_1 = 0{,}32 über die Klassenmitte 6 statt über die obere Grenze 7 setzen: Erst bei 7 ist die ganze erste Klasse gezählt. Eine Treppe zeichnen statt Geraden: Bei Klassen kennt man die Einzelwerte nicht. Den Startpunkt (5; 0) vergessen. Den Linienzug der Verteilungsfunktion „Polygonzug“ nennen oder ihn durch die Säulenmitten legen: Der Polygonzug verbindet die Mitten der Säulenoberkanten und zeigt die Häufigkeiten, nicht die Summen. In b) Lücken zwischen den Säulen lassen. Achsen ohne Beschriftung und Einheit.